In vielen Betrieben gibt es inzwischen ausgereifte Systeme, um die Arbeitszeiten der Mitarbeiter exakt zu erfassen. Früher wurden noch Stechuhren und Stundenzettel genutzt. Mittlerweile sind aber auch diese Methoden der Zeiterfassung moderner geworden. Grundsätzlich ist das Arbeitsrecht ein sehr sensibles Thema. Schließlich erhebt der Arbeitgeber hier Mitarbeiterdaten und kann somit die Arbeit seiner Mitarbeiter ganz genau überwachen.

Alles nur mit Ihrer Zustimmung

Wenn Sie in einem Unternehmen arbeiten, welches ein Zeiterfassungssystem einführen will, dann sollten Sie wissen, dass alle Mitarbeiter dazu auch zustimmen müssen. Sofern ein Betriebsrat vorhanden ist, so muss dieser laut dem Arbeitsrecht auch grünes Licht für die Einführung dieses Zeiterfassungssystems geben.

Welche Rechte Sie haben

In § 75 des Betriebsverfassungsgesetzes wird auf das Persönlichkeitsrecht des Arbeitnehmers hingewiesen. Dieses Gesetz besagt, dass die Selbstständigkeit und die freie Entfaltung der Persönlichkeit von Betriebsangehörigen zu schützen ist. Hinsichtlich der Zeiterfassung bedeutet das, dass keine privaten Daten der Mitarbeiter erhoben werden dürfen.

Grundsätzlich darf der Arbeitgeber die Daten zur Anwesenheit eines bestimmten Mitarbeiters nur überprüfen, wenn es dazu auch einen richtigen Anlass gibt. Daher erlaubt das Arbeitsrecht die Überwachung von Mitarbeitern auch nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen.

Weiterhin muss der Arbeitgeber auch sicherstellen, dass in diese Daten nur Mitarbeiter mit einer entsprechenden Befugnis einsehen dürfen. Die Daten dürfen nur zum Zweck der Personalzeiterfassung erhoben werden. Aus diesem Grund sind diese Daten auch nicht länger als erforderlich zu speichern. Der Betriebsrat hat das Recht und die Pflicht darüber zu wachen, dass der Umgang mit den Daten aus der Zeiterfassung in einem angemessenen Rahmen erfolgt.

Warum die Zeit eigentlich überhaupt erfassen?

Mit einem System für die Zeiterfassung kann sich der Betrieb die Arbeit bei der Personalplanung erheblich vereinfachen. Mitarbeiter haben aber oftmals die Befürchtung, dass der Vorgesetzte mit einem solchen System die Anwesenheit überwachen will. Auf der anderen Seite kann ein Zeiterfassungssystem die Beschäftigten schützen. So ist diesen Daten auch zu entnehmen, ob die Höchstarbeitszeit überschritten worden ist, ob die vorgeschriebenen Pausen eingehalten worden sind und ob Ähnliches befolgt wurde. Wenn man hier nicht weiterweiß oder die Befürchtung hat, dass hier der Rechtsschutz nicht gilt, dann sollte man sich einen Berufs-Rechtsschutz zunutze machen.

Die Zahlen frisieren – was passiert

Mit einem Zeiterfassungssystem sollten Sie stets vorsichtig vorgehen. Wenn Ihr Arbeitgeber nämlich merkt, dass Sie keine wahrheitsgemäßen Angaben machen, hat das für Sie verheerende Konsequenzen. Nicht nur müssen Sie mit einer Strafanzeige wegen Urkundenfälschung rechnen. Es kann Ihnen auch die fristlose Kündigung drohen.