Wer zur Miete wohnt, möchte ab und zu für frischen Wind in seinen vier Wänden sorgen. Die beliebtesten Renovierungsarbeiten sind Türen und Wände der Wohnung streichen, den Balkon auf Vordermann bringen, die Außenwand verschönern oder Fliesen anbohren, um zum Beispiel einen neuen Spiegel oder ein Schränkchen anzubringen. Wer ein solches Vorhaben plant, sollte zunächst den Vermieter informieren und sein Einverständnis einholen. Als zweiter Schritt lohnt sich ein Blick in das Mietrecht.

Das sagt das Mietrecht

Das Mietrecht formuliert, dass die Mietwohnung in dem Zustand dem Vermieter zurückgegeben werden muss, in dem sie an den Mieter übergeben wurde. Mit einkalkuliert sind Abnutzungen im normalen Bereich, die durch die Nutzung auftreten. Was aber, wenn der Bewohner bauliche Veränderungen durchführen will? Bauliche Änderungen wie Wände oder Boden fliesen, Wände einziehen oder durchbrechen usw. müssen immer vom Vermieter genehmigt werden. Wer größere Renovierungsarbeiten plant, muss außerdem die Uhrzeit beachten und dafür sorgen, dass sein Vorhaben nicht zur Lärmbelästigung der Nachbarn wird.

Gibt der Vermieter sein Okay, darf der Mieter Umbauten während der Dauer der Wohnungsnutzung vornehmen. Nach Beendigung des Mietverhältnisses kann der Eigentümer allerdings verlangen, dass alle Veränderungen zurückgebaut werden. Wer ohne Einverständnis Umbauten vornimmt, der riskiert eine außerordentliche Kündigung durch den Vermieter.

Löcher in Wände und Fliesen bohren und Streicharbeiten

Bilder, Lampen, Spiegel, Regale usw. haben eines gemeinsam: Du musst ein Loch bohren, um diese sicher zu montieren. Spätestens beim Auszug kann das zum Konflikt mit dem Vermieter führen, dem Bohrlöcher in Fliesen, Bad, Küche oder Wohnzimmer meist ein Dorn im Auge sind. Generell sind Löcher für Nägel und Dübel nicht rechtswidrig. Sie gehören zur normalen Nutzung, sofern sie in üblicher Anzahl vorhanden sind. Vorsicht ist jedoch bei Fliesen geboten. Löcher können nicht einfach zugekittet werden wie in der Wand. Es ist daher ratsam, möglichst in die Fugen zu bohren und sich vorab eine Genehmigung des Vermieters einzuholen.

Willst du Dübel in der Wand anbringen, achte auf die Uhrzeit, bevor du mit dem Bohren startest. Ruhezeiten, die in der Hausordnung geregelt sind, sind einzuhalten, um nicht zur Lärmbelästigung für andere Mieter zu werden.

Kleinere Schönheitsarbeiten wie Streichen sind in der Regel erlaubt, auch ohne den Vermieter zu fragen. Innenwände und -türen dürfen während der Nutzungsdauer nach eigenem Geschmack gestrichen werden. Allerdings kann der Vermieter beim Auszug verlangen, dass beide in einer neutralen Farbe zurückgegeben werden müssen. Wer einen Balkon hat, muss aufpassen. Dieser darf nicht gestrichen werden. Dafür ist der Vermieter zuständig.

Ausnahmen der Rückbaupflicht

Die Wohnung muss beim Auszug in neutralen Farben und im ursprünglichen Zustand zurückgegeben werden. Mit ein paar Ausnahmen:

  • Erst durch die baulichen Arbeiten erhält die Wohnung den Zustand, der vom Vermieter zugesagt ist.
  • Der Vermieter hat bei Genehmigung der Renovierungsarbeiten nicht erklärt, dass bei Auszug der Originalzustand der Wohnung wiederhergestellt werden muss.
  • Die Veränderung ist eine dauerhafte Maßnahme zur Wertverbesserung, von der auch nachfolgende Mieter profitieren. Der Rückbau wäre nur unter hohen Kosten möglich und würde den Zustand der Wohnung deutlich verschlechtern.

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