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Jeden Abend vor dem Einschlafen eine Geschichte: Vorlesen fördert die Entwicklung deiner Kinder und festigt eure Beziehung. Du erfährst in diesem Artikel, warum das so ist und bekommst praktische Tipps, worauf du beim Vorlesen achtgeben musst.

Warum in vielen Familien noch immer zu wenig vorgelesen wird

Gehörst du zu den Eltern, die ihren Kindern regelmäßig vorlesen? Nur die Hälfte aller Eltern sagt, dass ihnen das Vorlesen vor den Kindern Spaß bereitet. Das hat die Vorlesestudie 2020 der Stiftung Lesen herausgefunden. Ein Drittel aller Eltern in Deutschland gibt sogar an: „Wir lesen unseren Kindern selten oder nie etwas vor.“ Was du als Elternteil jedoch wissen musst: Wenn das Vorlesen in der Familie zu kurz kommt, kann das negative Auswirkungen auf die Entwicklung deiner Kinder haben.

Das gilt gerade in der heutigen Welt, in der technische Geräte wie Tablets oder Smartphones das Aufwachsen unserer Kinder immer stärker beeinflussen. Regelmäßiges Vorlesen hilft gegen die ständige Berieselung mit Informationen: Es schafft eine Insel der Ruhe in einer Welt der Reizüberflutung und damit einen wertvollen Entwicklungsraum. Nimmst du dir regelmäßig die Zeit und liest deinen Kindern etwas vor, bereitet sie das optimal auf die Schule vor und verbessert ihre Bildungschancen.

Wie hilft Vorlesen von Geschichten meinen Kindern im Einzelnen?

Viele Eltern, die ihren Kindern niemals oder nur selten eine Geschichte vorlesen, fragen: Warum genau sollte das so wichtig sein? Die Antwort darauf lautet: Vorlesen fördert eine Vielzahl an grundlegenden Fähigkeiten, von denen deine Kinder für den Rest ihres Lebens profitieren. Die wichtigsten dieser Fähigkeiten sind:

  • Deine Kinder bekommen einen größeren Wortschatz und lernen sich besser auszudrücken.
  • Ihr Vorstellungsvermögen wird erweitert.
  • Die Kreativität deiner Kinder wird gestärkt.
  • Das Vorlesen vermittelt deinen Kindern neues Wissen, das ihnen dabei hilft, die Welt besser zu verstehen.
  • Deine Kinder erleben beim Vorlesen die Welt durch die Figuren der Geschichten und gewinnen so an Einfühlungsvermögen.
  • Insgesamt verbessern sich ihre sozialen und emotionalen Fähigkeiten.
  • Wenn du deinen Kindern viel vorliest, erlernen sie später leichter selbst das Lesen.
  • Deine Kinder lernen sich besser zu konzentrieren.

Warum ist es so wichtig, dass ich meinen Kindern selbst vorlese?

Ein oft vorgetragener Grund, warum Eltern ihren Kindern keine Geschichten vorlesen, lautet: „Meinen Kindern wird im Lauf der Woche schon genug vorgelesen – zum Beispiel, wenn sie in der Kita sind.“ Diese Aussage unterstützt nach Ergebnissen der Vorlesestudie 2020 der Stiftung Lesen fast die Hälfte aller Eltern in Deutschland. Erziehungsforscher wissen jedoch aus der Praxis, warum es besonders wichtig ist, dass Eltern ihren Kindern selbst vorlesen.

Erstens haben Eltern für Kinder eine wichtige Vorbildfunktion: Wenn die Eltern lesen, ist es viel wahrscheinlicher, dass die Kinder ebenfalls eine Lust am Lesen entwickeln. Denn Kinder orientieren ihr Verhalten an den Eltern. Gehört das Vorlesen in der eigenen Familie nicht zum Alltag, färbt das auf die Einstellung der Kinder zum Lesen ab. Darum ist es nicht nur wichtig, dass du deinen Kindern selbst aus einem Buch vorliest, sondern deine Kinder sollten dich auch sonst möglichst häufig beim Lesen erleben.

Zweitens kannst du Kinder besonders gut abends für das Vorlesen begeistern. Und dieser Zeitpunkt im Tagesablauf findet in der Familie statt. Sorge also dafür, dass das abendliche Vorlesen für deine Kinder zu einem festen und geliebten Ritual wird.

Drittens schaffst du mit dem regelmäßigen Vorlesen einen Raum, in dem eine besondere Bindung zwischen dir und deinem Kind erzeugt wird: Es wird die Quality Time vor dem Einschlafen sein Leben lang in positiver Erinnerung behalten und diese schöne Tradition später einmal sehr gerne an seine eigenen Kinder weitergeben wollen.

Ab wann soll ich damit beginnen, meinen Kindern vorzulesen?

Die wichtigste Vorlesephase liegt im Alter zwischen 2 und 8 Jahren. Grundsätzlich gilt jedoch: Je früher du deine Kinder für Bücher und das Lesen begeistern kannst, desto besser. Aus diesem Grund ist es gut, wenn dein Nachwuchs schon im Kleinkindalter beginnt, in Bilderbüchern zu blättern. Wie lange das tägliche Vorlesen idealerweise dauern sollte, unterscheidet sich von Kind zu Kind. Einige Kinder lassen sich zudem schon von klein auf mit Vergnügen große Textmengen vorlesen, während andere länger beim Betrachten von Geschichten in Bilderbüchern bleiben wollen.

Praktische Tipps für zuhause: Worauf du beim Vorlesen achten solltest

Die wichtigste Voraussetzung, damit das Vorlesen ein Erfolg wird, haben wir bereits genannt: Richte es so ein, dass der Griff zum Buch ein alltägliches Ritual wird. Am besten nach dem Mittag oder vor dem Einschlafen. Schaffe dazu die passende Atmosphäre: Nimm dir genügend Zeit und Ruhe, damit für dich und dein Kind eine entspannte Leseatmosphäre entsteht.

Bei der Auswahl der Bücher solltest du auch auf die Wünsche deiner Kinder eingehen: Sobald sie dazu in der Lage sind, sollten sie das vorzulesende Buch selbst aussuchen dürfen. Wundere dich nicht darüber, wenn sie die immer gleiche Geschichte wieder und wieder vorgelesen bekommen wollen. Das ist in einem bestimmten Alter nicht ungewöhnlich. Dadurch wird das Vorlesen für deine Kinder zum sicheren Ritual, bei dem sie verlässlich in ihre derzeitige Lieblingsgeschichte eintauchen können.

Gehe beim Lesen aktiv auf deine Kinder ein. Wenn sie Fragen haben, unterbreche die Geschichte und rede über alle aufkommenden Themen. Zum Beispiel, indem du den Verlauf der Geschichte oder das Verhalten der Figuren erklärst. Außerdem ist es hilfreich, wenn du deinen Kindern die Geschichte lebhaft vorträgst: Versetze dich in die Figuren hinein und spiele mit deiner Stimme. Dabei musst du keine Angst haben, wenn du meinst, dass du nicht besonders gut vorlesen kannst. Deine Kinder werden schnell deine größten Fans sein.

Zusammenfassung:

Das Vorlesen ist eine wichtige Grundlage für die Entwicklung und die Bildung deines Kindes. Damit das Vorlesen ein Erfolg wird, sollte es zu einem täglichen Ritual werden, für das du dir als Elternteil viel Zeit und Ruhe nehmen solltest. Deine Kinder werden es dir ihr Leben lang danken.

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