Nach einem Todesunfall ist es für die Hinterbliebenen sehr schwierig ihren Alltag fortzusetzen. Eine sehr gute Frage, ob diese Menschen einen rechtlichen Anspruch auf Sonderurlaub haben. Sicherlich ist der Wunsch nach ein paar freien Tagen nach dem Tod einer geliebten Person sehr groß.

Während diese Menschen die freien Tage nutzen sich vom Tod zu erholen, müssen sie die Beerdigung und wichtige Formalitäten für die Erbschaft organisieren. Sofern der Arbeitgeber hier Sonderurlaub gibt, würde dies eine große Belastung für die Trauernden darstellen.

Die gesetzliche Regelung

Sonderurlaub ermöglicht es Arbeitnehmern sich bei einem schwerwiegenden Ereignis beurlauben zu lassen. Sonderurlaub ist für die betroffenen Personen sehr vorteilhaft, weil sie Anrecht auf Lohnfortzahlungen haben. Dabei bestimmt das Bundesurlaubsgesetz, wie viele Urlaubstage der Arbeitnehmer bekommen kann.

Das Bundesgesetz stützt sich hierbei auf den § 3 Abs. 1 BurlG. Dieses Gesetz besagt, dass ein Arbeitnehmer mindestens 24 Werktage im Jahr Urlaub hat. Weiterhin ergibt sich aus dem § 616 BGB ein gesetzlicher Anspruch auf Sonderurlaub, wenn besondere Fälle wie ein Todesunfall vorliegen.

In diesem Fall ist der Arbeitnehmer auch gar nicht in der Lage seine Arbeit ganz normal fortzusetzen. Es handelt sich dann hier um einen gerechtfertigten Grund wie er im BGB vermerkt ist, der Voraussetzung ist um den Sonderurlaub geltend zu machen. Weiterhin findet der Arbeitnehmer auch im Arbeitsvertrag oftmals Bestimmungen zum Sonderurlaub.

Sonderurlaub bei Todesfall: So lange gibt der Arbeitgeber frei

Wie lange der Sonderurlaub gewährt wird, hängt von einigen Faktoren ab: Verwandtschaftsgrade, Länge der Betriebszugehörigkeit und Kulanz des Arbeitgebers. 

Für den Sonderurlaub bei Todesfall gelten meist folgende Richtwerte:

  • 3 Tage bei Tod des Ehegatten/Lebensgefährten
  • 2 Tage bei Tod naher Angehöriger wie Eltern, Kinder, Schwiegereltern, Stiefkinder, Pflegekinder, sofern diese im eigenen Haushalt leben
  • 1 Tag für die Teilnahme an einer Beerdigung der oben genannten Angehörigen, welche nicht im eigenen Haushalt leben
  • 1 Tag bei Tod der Großeltern

Beim Tod einer Person kann der Umfang der freien Arbeitstage also bis zu drei Tage Sonderurlaub betragen. Wie lange der Sonderurlaub dauern kann, hängt von der Beziehung des Verstorbenen zum Beschäftigten ab und ob die verstorbene Person im gleichen Haushalt lebte. Das heißt, dass selbst beim Tod der eigenen Großeltern kein Sonderurlaub gewährt werden muss. Im öffentlichen Dienst kann nach § 29 TVöD bis zu zwei Tage Arbeitsbefreiung bei Todesfällen im engsten Familienkreis gewährleistet werden.

Was tun, wenn der Sonderurlaub nicht gewährt wird?

Sollte eine bezahlte Freistellung unmöglich sein, haben Sie immer noch Gelegenheit Hilfe bei einem Rechtsexperten oder bei einem Anwalt zu finden. Weiterhin können Sie regulären Urlaub nehmen oder sich für die notwendigen Tage unbezahlt freistellen lassen. Allerdings ist auch hier die Genehmigung vom Arbeitgeber Voraussetzung. In der Regel sollte man einfach bei der Personalabteilung nachfragen und sein Anliegen erläutern.