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Kälte, Nässe und Dunkelheit – das Schmuddelwetter kann uns ordentlich auf die Stimmung drücken. Denn die Sonne hat großen Einfluss auf das Wohlbefinden. Auch die Photovoltaikanlage auf dem Dach ist auf das Sonnenlicht angewiesen. Während im Sommer die Energieproduktion auf Hochtouren läuft, liefert eine Photovoltaikanlage in der Winterzeit über den Daumen gepeilt etwa nur ein Drittel des gesamten Jahresertrags. Wir geben dir Tipps, wie du trotz Einbußen das meiste aus der Energiequelle Photovoltaik herausholen kannst.

Sonnenlicht für die Solaranlage auch im Winter

Weniger Sonne, weniger Solarstrom: Der Sonnenstand wie auch das Wetter haben großen Einfluss auf die Energieausbeute. Die Anzahl der Sonnenstunden nimmt ab Mitte Oktober deutlich ab. Die Tage werden kürzer und die Nächte länger. Eine Solaranlage liefert im Winter daher weniger Strom als im Sommer. Der Ertrag wird in Kilowattstunden (kWh) gemessen. Die Lichtmenge bestimmt, wie hoch dieser ausfällt.

Die Stromproduktion ist allerdings auch dann möglich, wenn der Winter weniger Tageslicht bereithält. Denn selbst bewölkter Himmel lässt Licht hindurch. Auch wenn uns das bei einer grauen Wolkendecke anders erscheint. Hinzu kommt ein weiterer Faktor – Fachleute sprechen von Globalstrahlung. Im Prinzip handelt es sich um eintreffendes Licht, das von Staubpartikeln, Wasser und Wolken reflektiert und gestreut wird. Diese Strahlung verstärkt den Effekt auf Photovoltaik, sie spielt aber eine eher untergeordnete Rolle. Trotzdem gilt: Je intensiver Sonneneinstrahlung und Tageslicht ausfallen, umso mehr Solarstrom steht letztendlich zur Verfügung.

Auch der geografische Standort spiegelt sich in der Lichtintensität wider. Freiburg in Süddeutschland liegt ein bisschen näher am Äquator als Flensburg in Schleswig-Holstein. Die Tag- und Nachtzeiten weichen voneinander ab. Das macht sich für uns im Alltag kaum bemerkbar, doch bei einem direkten Vergleich der Stromausbeute wird man einen Unterschied erkennen können.

Solaranlage und Stromspeicher – ein starkes Team

Mit einer Photovoltaikanlage erzeugst du preisgünstigen Strom, zudem leistest du einen Beitrag zur Energiewende. Module auf dem Dach wandeln auch im Winter Sonnenenergie in Gleichstrom um. Dieser läuft über einen Wechselrichter, damit sich die Energie als Wechselstrom im Haushalt nutzen lässt.

Mit einem zusätzlichen Stromspeicher kannst du die Energie optimal nutzen. Wie der Begriff vermuten lässt, speichert er die tagsüber produzierte Sonnenenergie – und gibt sie später bei Bedarf wieder ab. Das macht vor allem dann Sinn, wenn du den gewonnenen Strom abends nutzen möchtest. Für Menschen, die tagsüber selten zu Hause sind, stellen Stromspeicher eine clevere Option dar. Sie lassen sich zudem mit einer Elektroheizung koppeln. Steht ein Gerät bei dir zu Hause, hast du auch während der Abend- und Nachtstunden preiswertes Warmwasser zum Heizen, Baden und Duschen.

Ist kein Stromspeicher vorhanden, steht nur dann Solarstrom zur Verfügung, wenn Sonnenlicht auf die Photovoltaik-Platten scheint. In diesem Fall ist es sinnvoll, den Energieverbrauch an die helle Tageszeit anzupassen. Schalte zum Beispiel Waschmaschine, Trockner und Backofen möglichst tagsüber ein. Je höher der Eigenverbrauch an Solarstrom ausfällt, umso profitabler ist die PV-Anlage für dich. Überschüssige Energie fließt nämlich automatisch ins öffentliche Netz, wofür du aber nur vergleichsweise wenig Einspeisevergütung erhältst. Besser ist es, wenn du durch stromsparende Geräte und den Gebrauch bei Tageslicht versuchst, deinen selbst erzeugten Strom zu nutzen.

Solaranlage im Winter: cool bleiben trotz Schnee und Eis

Eine schneebedeckte Landschaft ist reizvoll – aber eine dicke Schickt direkt auf der Photovoltaikanlage ist ungünstig. Denn durch Schnee und Eis kommt kaum Licht an die Module. Sie laufen dann auf Sparflamme und können nur bis zu drei Prozent ihrer maximalen Stromausbeute erzeugen. Sofern du nicht in den Bergen wohnst, hält sich der Schneefall in Deutschland jedoch in Grenzen. Eine Zusatzheizung für die Platten rentiert sich meistens nicht, denn diese verbraucht natürlich selbst Energie. Besser ist es, milderes Wetter abzuwarten, sodass die Module von allein abtauen.

Im Herbst kann Laub auf den Dächern zu Abstrichen führen, aber die Minderung fällt kaum ins Gewicht. Oft sind die Blätter bei kräftigem Wind oder nach einem Regenschauer wieder verschwunden. Staub sorgt ebenso für Abzüge bei den Erträgen. Mit der Zeit lässt er sich vor allem in Städten und Ballungszentren auf den PV-Paneelen nieder – nicht nur im Winter. Sind die Ablagerungen ausgeprägt, lohnt es sich, die Glasflächen zu reinigen.

Während sich Module auf Flachdächern einfach säubern oder von Schnee und Eis befreien lassen, sieht die Sache bei schrägen Dächern anders aus. Lange Leitern oder Gerüste sind erforderlich, um an die Solaranlage zu gelangen – auch der Ausstieg aus einem Dachfenster kann erforderlich sein. Ist es notwendig, die Module zu reinigen, solltest du diesen Job allerdings einem Fachbetrieb überlassen. Besonders im Winter ist das Unfallrisiko nicht zu unterschätzen. Ungesichert auf das Dach zu klettern ist leichtsinnig. Es besteht die Gefahr, auf den glatten Flächen auszurutschen und herunterzufallen.

Einen Sonnenplatz, bitte: Schatten vermeiden

Schatten ist der Gegenspieler jeder PV-Anlage, weil das Licht in verminderter Stärke auf die Module trifft. Das macht sich vor allem in den Morgen- und Abendstunden bemerkbar, nicht nur im Winter. Da die Sonne tiefer steht, während sie auf- oder untergeht, erzeugt sie längere Schatten. Gegen andere Gebäude kannst du nichts unternehmen, befinden sich jedoch hohe Bäume neben deiner Anlage, solltest du sie nach Möglichkeit stutzen. Stehen diese auf angrenzenden Grundstücken, müssen deine Nachbarn zustimmen. Doch Vorsicht: Bei Verstößen gegen die Baumschutzsatzung, die sich regional unterscheidet, drohen mitunter hohe Bußgelder. Erkundige dich deshalb vorher bei deiner Gemeinde oder der Stadt.

Leistung der Solaranlage im Blick behalten

Die Erträge solltest du nicht nur in der Winterzeit kontrollieren. Wenn du das ganze Jahr über die Leistung der Photovoltaikanlage dokumentierst, bist du stets auf dem Laufenden. Welche Einbußen normal sind und an welchen Stellschrauben sich drehen lässt, ist für Laien nicht immer nachvollziehbar. Wende dich an einen Fachbetrieb, der das System unter die Lupe nimmt. Auch die gelegentliche Pflege ist wichtig.

Gegen Schlechtwetter ist hingegen kein Kraut gewachsen. Starkregen und Hagelschlag können den Paneelen arg zusetzen. Hinzu kommen durch Blitzschlag verursachte Überspannungsschäden. Bist du versichert, siehst du anstehenden Reparatur- und Ausbesserungsarbeiten gelassen entgegen.

Die Photovoltaik-Versicherung von Generali deckt Beschädigungen an einer Solaranlage zumindest in finanzieller Hinsicht ab – auch die entgangene Einspeisevergütung wird bei Ausfall ersetzt.

Versichern Sie die Photovoltaikanlage auf Ihrem Einfamilienhaus hinsichtlich Beschädigung, Ertragsausfall und Haftpflicht

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