Jedem Vermieter wird ein berechtigtes Interesse zugebilligt, wem er seine Immobilie zur Nutzung überlässt. Für viele Vermieter gehört die Mieterselbstauskunft vor dem Abschluss eines Mietvertrages zum üblichen Verfahren. Damit lässt sich weitgehend ausschließen, dass er an einen zahlungsunwilligen Mieter oder Mietnomaden gerät. Künftige Mieter müssen nicht alle Fragen beantworten. Unter Umständen dürfen sie bei den Antworten sogar schummeln. Wir informieren Sie, auf welche Fragen der Vermieter eine wahrheitsgemäße Antwort erwarten darf.

Was ist eine Mieterselbstauskunft

Mit einer Selbstauskunft  Mieter bzw. Mieterselbstauskunft gibt ein Mieterinteressent seinem künftigen Vermieter relevante Angaben zu seiner Person und seinen wirtschaftlichen Verhältnissen preis. Aus der Selbstauskunft gehen die privaten Lebensumstände des Mieters hervor. Sie liefert die Antwort darüber, wie viele Personen in das Mietobjekt einziehen werden. Es handelt sich bei dieser Auskunft um freiwillige Angaben in schriftlicher Form. Sie wird dem Vermieter oder Makler im Zuge der Besichtigung der Mietwohnung und bei Interesse seitens des Wohnungssuchenden überlassen.

Mieterselbstauskunft: Was rechtlich erlaubt ist

Ein Vermieter darf alle Fragen ansprechen, die im Zusammenhang mit der Entscheidung zum Abschluss eines Mietvertrages stehen.

  • Von grundsätzlicher Bedeutung sind Fragen zum Einkommen (durchschnittlichen Nettoeinkommen) und zum Arbeitgeber (Dauer der Beschäftigung).
  • Der Vermieter hat das Recht, die Anzahl der Bewohner in der Mietwohnung zu wissen.
  • Er darf Fragen bezüglich einer privaten Insolvenz oder dem Antrag auf Restschuldbefreiung stellen.
  • Die Frage nach Haustieren ist gestattet. Sollen Hunde, Katzen oder giftige Tiere miteinziehen, muss der Vermieter seine Zustimmung geben.
  • Beantwortet werden sollten Fragen zum Familienstand und ob der neue Vermieter in der Vergangenheit schon einmal ein Partner war.

Wichtig: Das berechtigte Interesse des Vermieters darf nicht bewusst missachtet werden. Bei wichtigen Fragen (Einkommensverhältnissen) müssen wahre Angaben gemacht werden. Der Vermieter darf anderenfalls fristlos kündigen.

Was ist nicht erlaubt

Vermieter wollen so viele Angaben wie möglich über ihre künftigen Mieter einholen. Der Fragekatalog in der Selbstauskunft fällt häufig sehr umfangreich aus. Wahrheitsgemäß beantwortet werden müssen nur solche Fragen, die sich unmittelbar auf das Mietverhältnis beziehen.

Das heißt nicht, dass Mietinteressenten grundsätzlich dem Vermieter die persönliche finanzielle Situation darlegen müssen.

Folgenden Themen gehen dem Vermieter nichts an und hier dürfen Sie schummeln:

  • Fragen zu laufenden Ermittlungsverfahren oder Vorstrafen 
  • Fragen zu Mitgliedschaften (Mieterverein, Gewerkschaft) und Parteizugehörigkeit
  • Fragen zum Privatleben und persönliche Interessen (Schwangerschaft, Kinderwunsch)
  • Fragen zum Musik hören, kochen oder zu Hobbys

Wenn der Vermieter eine unzulässige Frage stellt, befindet sich der Mietinteressent in der Zwickmühle. Keine Antwort bedeutet meist Verweigerung der Zusage. Besser ist, der Bewerber erzählt dem Vermieter, was der hören möchte. Juristisch ist das ohne Belang. Nur bei unzulässigen Fragen darf geschummelt werden. Sonst droht die Kündigung.