Schwimmen ist gesund und macht Spaß! Vor allem in den heißen Sommermonaten sehnen sich viele Menschen nach einer Abkühlung in Badeseen oder im Freibad. Allerdings vergeht kaum ein Sommertag ohne Schlagzeilen über Badeunfälle – über 400 davon endeten 2019 in Deutschland tödlich. Viele Kinder und Erwachsene unterschätzen die Gefahr in Gewässern – oder überschätzen ihre Schwimmfähigkeiten. Eine gute Schwimmtechnik ist die Basis für sicheres Schwimmen.

Das beste Alter, um schwimmen zu lernen

Je früher wir mit dem Schwimmen anfangen, desto einfacher ist. Im Idealfall lernen Kinder ab vier Jahren schwimmen – parallel zum Radfahren. In rund zehn Zeitstunden sind die meisten fit fürs Seepferdchen. Bereits vorher können sie sich in Kursen für Kleinkinder spielerisch ans Wasser gewöhnen.

Du bist erwachsen und kannst (noch) nicht schwimmen? Kein Problem! Auch du kannst das nasse Element für dich erobern. Und wie lange braucht man, um Schwimmen zu lernen? Wie schnell du Schwimmen lernst, hängt ganz von deinem Einsatz ab. Am schnellsten gelingt das Üben der Techniken in einem Schwimmkurs.

Sich selbst das Schwimmen beibringen – eine gute Idee?

Du möchtest schnell schwimmen lernen und am liebsten sofort loslegen? Sich selbst das Schwimmen beizubringen, ist möglich, aber nicht sinnvoll. Erwachsene lernen am besten bei einem zertifizierten Schwimmlehrer. So vermeiden sie Fehlhaltungen. Denn wer sich einen falschen Stil angewöhnt, ist weniger sicher und langsamer unterwegs. Außerdem kann es zu Nacken- oder Knieschmerzen kommen, da eine falsche Schwimmtechnik angewendet wird. Wenn du einen erfahrenen Schwimmer im Bekanntenkreis hast, kannst du mit ihm im flachen Wasser zusätzlich üben.

Kindern Schwimmen beibringen

Du möchtest deinem Kind eigenständig das Schwimmen beibringen? Dann besucht am besten ein Schwimmbad mit Schwimmlernbecken. Denn dort ist es am sichersten das Schwimmen zu erlernen. Nimm dazu dein Kind im Wasser in die Arme. Sein Kopf bleibt dabei über der Oberfläche. Nun heißt es: mit den Beinen strampeln! Wenn das Kind den Auftrieb über das Strampeln kennt, geht es an den nächsten Schritt: unter Wasser ausatmen. Lass das Kind mit dem Mund, später mit der Nase, Blasen im Wasser machen. Im letzten Schritt kommen die Arme hinzu. Sehr kleine Kinder paddeln zuerst am besten, wie ein Hund, wenn sie wenig Kraft in den Armen haben.

Mit ein bisschen Schwimmtraining gewöhnen sich Kinder sehr schnell ans Wasser. Ein Schwimmkurs für Kinder eignet sich optimal, um deinem Nachwuchs professionell das Schwimmen beizubringen.

Was passiert im Schwimmkurs?

Ob Kind oder Erwachsener, Nichtschwimmer oder Schwimmanfänger: In einem Schwimmkurs lernst du das Schwimmen unter professioneller Anleitung. Frage am besten in einem nahegelegenen Hallen- oder Freibad nach Möglichkeiten, um Schwimmen in einem Kurs zu lernen.

Im mindestens zehnstündigen Kurs geht es dann um:

  • Atmung, beispielsweise das Ausatmen unter Wasser
  • Gleiten und Schweben im Wasser, um das Gleichgewicht zu halten
  • Erste Schwimm- und Tauchübungen
  • Bei Bedarf: Wassergewöhnung und Angstabbau

Anschließend stehen die korrekten Techniken für Armzug und Beinschlag auf dem Programm. Meist starten Schwimmkurse in Deutschland mit Techniken zum Brustschwimmen. Anfänger, die sich das Schwimmen selber beibringen, machen hierbei gerne folgende Fehler: Sie lassen beispielsweise den Kopf über Wasser oder machen sogenannte Froschbeine.

Im Schwimmkurs lernst du auch korrektes Timing, zum Beispiel das Einatmen mit Abtauchen des Kopfes bei gleichzeitigem Armzug oder den korrekten Beinschlag. Beim Beinschlag sind die Beine parallel zueinander und von oben betrachtet leicht herzförmig. Die Bewegung kommt aus den Unterschenkeln. Sie bildet den Hauptantrieb beim Brustschwimmen.

Der Schwimmlehrer korrigiert außerdem deine Körperhaltung. So lernst du nicht nur Zug um Zug schwimmen, sondern vermeidest Schmerzen durch die falsche Technik. Das lässt deinen Körper optimal von der Sportart profitieren.

Welche Schwimmhilfen gibt es?

Von klassischen Schwimmflügeln über Schwimmnudeln bis hin zum Poolpony – es gibt viele Schwimmhilfen für das Wasser. Sie sind aufblasbar oder bestehen aus Schaumstoff. Sie geben dir oder deinem Kind Auftrieb. Schwimmbretter eignen sich beispielsweise zum Gewöhnen ans Wasser oder um bestimmte Techniken wie den Beinschlag beim Kraulen einzuüben. Allerdings sind Schwimmhilfen kein Freischwimmschein. Sie schützen nicht 100 Prozent vor dem Ertrinken. Kinder mit Schwimmhilfe sollten deshalb immer unter Aufsicht sein. Ebenso sollten Erwachsene sich nicht auf ihre Schwimmhilfe verlassen, wenn sie in tiefem Wasser unterwegs sind.

Schwimmfähigkeiten ausbauen: Schwimmabzeichen

Sicher schwimmen – was bedeutet das eigentlich? Hierüber können Schwimmabzeichen Auskunft geben. Das Seepferdchen belohnt Kinder als Frühschwimmer für ihre ersten Schwimmzüge. Das deutsche Schwimmabzeichen in Bronze gilt als erster Nachweis für sicheres Schwimmen. Was musst du hierfür tun?

  • Mindestens 200 Meter in einer Viertelstunde zurücklegen. Davon mindestens 50 m in einer zweiten Schwimmart (zum Beispiel erst Brustschwimmen und dann zum Rückenschwimmen wechseln).
  • Zwei Meter tief tauchen und einen Gegenstand, beispielsweise einen Ring, aus dem Wasser heraufholen.
  • Aus einem Meter Höhe oder von dem Startblock ins Wasser springen
  • Die Baderegeln kennen.

Fortgeschrittene Schwimmer können sich an die Deutschen Schwimmabzeichen in Silber und Gold wagen. Hierbei werden die Herausforderungen größer. Beim Goldenen Schwimmabzeichen kommen beispielsweise Transportschwimmen über 50 m oder Kraulen sowie 50 m Brustschwimmen in maximal 1:15 min hinzu. Vorbereitende Schwimmkurse bieten beispielsweise Ortsgruppen der DLRG (Deutsche-Lebensrettungs-Gesellschaft) an. Die Schwimmabzeichen können im Schwimmverein oder in öffentlichen Schwimmbädern mit Bademeister gemacht werden.
 
Baderegeln und -verhalten

Wer schwimmen kann, sollte dennoch nicht unbedacht ins kühle Nass springen. Baderegeln helfen, Schwimmunfälle zu vermeiden. Hierzu zählen:

  • Springe nicht in unbekannte Gewässer – Felsen oder flaches Wasser können zu schweren Unfällen führen.
  • Schwimm weder hungrig noch mit vollem Magen. Ohne Nahrung fehlt dir die Energie zum Schwimmen, nach dem Essen ist der Körper mit der Verdauung beschäftigt. Du fühlst dich träge und bist schneller unkonzentriert. Die Folge: die Schwimmleistung sinkt, das Unfallrisiko im Wasser steigt.
  • Unsichere Schwimmer sollten nur bis zur Brust ins Wasser gehen.
  • In Seen oder am Meer kann der Boden lange flach sein und plötzlich steil abfallen. Starke Temperaturunterschiede können ebenfalls gefährlich werden.
  • Nicht in Flüssen baden – die Strömung kann Kinder und Erwachsene mitreißen. Durch den Schiffsverkehr können Strudel entstehen.
  • Beachte Flaggensignale am Meer. Bei roter Flagge besteht Badeverbot. Bei gelber Flagge sollten nur routinierte Schwimmer ins Wasser gehen.
  • Kinder nie ohne Aufsicht ins Wasser lassen – Kleinkinder können bereits in 10 cm flachem Wasser ertrinken.

Beachte diese Tipps und vermeide einen Badeunfall. Wir wünschen gutes Gelingen beim Schwimmen lernen!

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