Mehr Rente im Alter – dazu wird wohl niemand Nein sagen. Wer sich noch fit genug fühlt, kann zum Beispiel nach dem Renteneintritt weiterarbeiten und in die Rentenversicherung einzahlen. Das seit Anfang 2017 geltende Flexi-Renten-Gesetz schafft Anreize, länger zu arbeiten und gleichzeitig früher einen Teil der Rente zu beziehen. Wir fassen die wesentlichen Neuerungen zusammen.

Sonderzahlungen sind bereits ab einem Alter von 50 Jahren möglich

Sowohl für Bezieher einer vorgezogenen Altersrente als auch für ältere Menschen mit einem Anspruch auf Rente, die weiter arbeiten möchten ergeben sich dank der Flexirente mehr Freiheiten als zuvor. Wer nun früher in Rente gehen will, muss beachten, dass der Anspruch auf die Rente für jeden Monat, den man früher in Rente geht, um 0,3 Prozent gekürzt wird. Durch die spezielle Flexirente hat man die Möglichkeit, eine besondere Ausgleichszahlung bereits ab einem Alter von 50 Jahren vorzunehmen. Auf diese Weise hat man mehr Zeit, um Geld einzuzahlen. Wer wissen möchten wie hoch die Einzahlungen sein müssen hat die Chance eine spezielle Anfrage bei der deutschen Rentenversicherung zu stellen.

Vorgezogene Altersrente mit Nebenjob aufbessern

Wer früher als gesetzlich vorgesehen in Rente geht, kann sich auf flexiblere Hinzuverdienstregelungen freuen. Seit Anfang 2017 fällt das bisherige starre Stufenmodell weg. Je nach Höhe des Zuverdienstes erhielten Senioren zuvor zwei Drittel, die Hälfte oder ein Drittel ihrer Vollrente. Durch die Neuerung ergeben sich zwei Möglichkeiten: Die Teilrente kann frei gewählt werden. Dann wird auf Basis der Rente der mögliche Hinzuverdienst errechnet.

Bei allen anderen Fällen ergibt sich die Höhe der Teilrente aus dem, was man sich hinzuverdient. Im Jahr hat man die Möglichkeit, sich bis zu 6.300 Euro dazuzuverdienen. Dabei wird die Rente nicht gekürzt. Wenn ein über diesem Betrag liegender Verdienst vorliegt, wird er zu 40 % auf die Rente angerechnet. Trotzdem muss man aufpassen: Wenn die Summe aus gekürzter Rente und dem Hinzuverdienst über dem Betrag des bisherigen Einkommens liegt (es wird das höchste Einkommen der letzten 15 Kalenderjahre betrachtet), wird der Betrag den man hinzuverdient hat zu 100 % auf die verbleibende Teilrente angerechnet.

Nach Renteneintritt weiter einzahlen

Soziale Kontakte pflegen, sich geistig und körperlich fit halten oder mehr Geld zur Verfügung haben: Alles Gründe, warum sich immer mehr Menschen nach dem regulären Rentenbeginn mit einer Nebentätigkeit etwas dazuverdienen. Dank der Flexi-Rente haben Rentner in einem solchen Fall nicht nur die Möglichkeit, ihre Rente und ihr Gehalt zu beziehen, sie können jetzt auch nach Erreichen der Regelaltersgrenze weiter in die Rentenversicherung einzahlen. Bisher war damit bei Rentenbeginn Schluss. Das Einkommen hatte bisher keinen Einfluss auf die Rentenhöhe, weil keine Rentenversicherungsbeiträge gezahlt werden mussten. Durch die Neuerung, dass weiterhin Einzahlungen in die Rentenversicherung getätigt werden können, kann die Rente in einem solchen Fall zusätzlich erhöht werden. Wer weiter in die Rentenversicherung einzahlen möchte, muss dies seinem Arbeitgeber allerdings schriftlich mitteilen.

So kann man später in Rente gehen

Es gibt noch eine andere Option: Wer den Eintritt in seine Rente nach hinten verschieben möchte und weiter von seinem Verdienst lebt, hat die Möglichkeit die Rente Jahr für Jahr zu erhöhen. In jedem Monat gibt es dann einen Rentenzuschlag von 0,5 Prozent.

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