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Lange Zeit hatten wir Menschen das Gefühl, die Natur immer besser im Griff zu haben. Der globalen Klimawandel hat uns jedoch anderes gelehrt. Eine Folge sind extreme Wetterphänomene. Sie verursachen beträchtliche Schäden, vor denen wir zukünftig auch in Deutschland weniger gut geschützt sind. In diesem Artikel erklären wir dir, welche dieser sogenannten Elementarschäden es gibt und wie du den richtigen Versicherungsschutz findest.

Was sind Elementarschäden?

Das Wort Elementarschäden geht auf die vier Elemente der Natur – Erde, Wasser, Feuer und Luft – zurück. Mit Elementarschäden bezeichnet die Versicherungssprache Schäden, die durch diese vier Elemente in Folge eines natürlichen Ereignisses verursacht werden.

Welche Naturgefahren verursachen Elementarschäden?

Elementarschäden, die direkt aufgrund von Hagel, Sturm oder Blitz entstehen, zählen zu den am häufigsten auftretenden Naturgefahren in Deutschland. Sie können an Wohngebäuden oder Fahrzeugen große Schäden verursachen.

Naturgefahren durch Überschwemmungen in Folge eines Hochwassers oder Starkregens sind in Deutschland ebenfalls sehr verbreitet. Ein weiterer Elementarschaden, der durch Wasser entsteht, ist Rückstau. Zu Rückstau kommt es, wenn das Wasser in deinen Abflussrohren nicht abfließen kann und daher dein Badezimmer oder die Toilette flutet. Rückstau ist zum Beispiel die Folge einer Überlastung der Kanalisation nach einem Starkregen.

In Bergregionen drohen besonders während der Winterzeit Naturgefahren, wie Lawinen oder Schneedruck. Lawinen werden durch Schnee-, Eis- oder Schlammmassen ausgelöst, die sich von einem Berghang gelöst haben. Schneedruck entsteht, wenn große Schneemassen an oder auf einem Gebäude liegen und durch ihr Gewicht dessen Statik bedrohen.

Elementarschäden können auch auf Erdsenkungen oder Erdrutsche zurückgehen. Bei einer Erdsenkung oder einem Erdrutsch kommt es zu einem Abgleiten größerer Erd- und Gesteinsmassen. Das lässt Wohngebäude einstürzen oder bedroht sie so stark in ihrer Statik, dass sie nicht mehr bewohnbar sind. Als Auslöser für diese Naturgefahren kommen ebenfalls Starkregen oder lang andauernde Niederschläge in Frage.

In Deutschland gehören Erdbeben und Vulkanausbrüche zu den eher selten auftretenden Naturgefahren. Das liegt daran, dass es bei uns keine aktiven Vulkane gibt und nur wenige Erdbebengebiete. Allerdings werden in deutschen Erdbebenregionen regelmäßig Erschütterungen gemessen und von den Menschen wahrgenommen.

Welche Schäden zählen nicht zu den Elementarschäden?

Nicht jeder Schaden, der auf den ersten Blick wie ein Elementarschaden aussieht, wird von deiner Versicherung auch so eingestuft. Bei einem Elementarschaden ist es wichtig, dass der Schaden auch wirklich auf eine Naturgefahr zurückgeführt werden kann.

So ist eine Erdsenkung, die auf den Bergbau zurückgeht, kein Elementarschaden. Das Gleiche gilt zum Beispiel für einen durch Bauarbeiten ausgelösten Erdrutsch.

Welche Versicherung springt bei Elementarschäden ein?

Welche Elementarschäden von einer Versicherung abgedeckt sind, hängt von der Art des Schadens ab:

  • Kommt zum Beispiel die Karosserie deines Pkws durch die unmittelbare Einwirkung von Hagel zu Schaden, ist das ein Fall für deine Kfz-Kaskoversicherung.
  • Wird als direkte Folge einer Überschwemmung dein Hausrat beschädigt, so fällt dieser Schadensfall unter deine Hausratversicherung.
  • Zerstört ein Hagelschauer das Dach deines Hauses, dann fällt dieser Schaden unter deine Wohngebäudeversicherung.

In den jeweiligen Versicherungsbedingungen findest du weitere Informationen darüber, welche Elementarschäden in welcher Höhe genau deine Versicherung beinhaltet.

Grundsätzlich gilt: Feuer, Sturm und Hagel gelten als "Grundgefahren", die in einer Hausrat bzw. Wohngebäudeversicherung normalerweise mitversichert sind. Darüber hinaus lassen sich Elementargefahren wie Überschwemmung, Rückstau, Erdbeben und Lawinen hinzuwählen.

Wer braucht einen Versicherungsschutz gegen Elementarschäden?

Für Besitzer von Wohngebäuden haben Elementarschäden oft dramatische finanzielle Folgen, daher ist ein Versicherungsschutz durchaus sinnvoll. So kann ein Feuer nach einem Blitzeinschlag oder eine Überschwemmung bei einer Flutkatastrophe dein Haus komplett zerstören. Versicherer zahlten in den letzten 10 Jahren jährlich zwischen ein und vier Milliarden Euro für Schäden, die in Deutschland allein durch Hagel und Sturm entstanden sind.

Viele Klimaexperten gehen davon aus, dass Extremwetterlagen künftig immer häufiger in Deutschland auftreten werden und damit auch extreme Schadenslagen. Besonders die jüngste Hochwasserkatastrophe in Deutschland (2021) macht dieses deutlich. Die Schadenssumme wird nach ersten vorläufigen Einschätzungen auf ungefähr fünf Milliarden Euro eingeschätzt.

Benötige ich eine Elementarschadenversicherung nur dann, wenn ich in einem Risikogebiet wohne?

Viele Hausbesitzer sagen sich, dass sie weder an einem Fluss noch in einem Erdbebengebiet wohnen und deshalb keine Versicherung gegen Elementarschäden benötigen. Aber schätzen sie ihr persönliches Risiko richtig ein? Diese Zahl sollte zumindest zu denken geben: Bei der Flutkatastrophe von 2013 entfielen 85 Prozent der versicherten Elementarschäden auf Häuser, die gar nicht an einem der großen Flüsse lagen, die über die Ufer getreten sind.

Außerdem solltest du einkalkulieren, dass es in Zukunft durch den Klimawandel mehr außergewöhnliche Wetterereignisse in Deutschland geben wird. So prognostizieren Meteorologen eine Zunahme von starken Stürmen, die in den nächsten Jahren immer wieder in ganz Deutschland große Schäden anrichten werden. In Bergregionen wird ein Anstieg der Schneefall- Menge vorausgesagt und die Lawinengefahr soll in Zukunft ebenfalls zunehmen.

Hilft mir der Staat bei einer Naturkatastrophe mit den entstandenen Elementarschäden?

Richtig ist, dass der Staat bei den letzten beiden Hochwassern 2002 und 2013 vielen Menschen dabei geholfen hat, die finanziellen Folgen zu tragen. Diese Leistungen wurden jedoch freiwillig gewährt. Es gibt keine Sicherheit, dass die Politik bei zukünftigen Katastrophen wieder so entscheidet. Viele Landesregierungen hatten die ausgezahlten Hilfsgelder zudem daran geknüpft, ob sich die Betroffenen zuvor zumindest um einen Versicherungsschutz bemüht hatten.

Zusammenfassung:

Mit Elementarschäden bezeichnen Versicherer Schäden, die eine unmittelbare Folge natürlicher Ereignisse sind. Durch den Klimawandel werden sie in Zukunft häufiger auftreten. Besonders Wohneigentum sollte deshalb gegen diese Risiken mit einer Police abgesichert werden.

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