Bei einem Auszug aus einer Wohnung ist es oft gar nicht so einfach zu bestimmen was nun hinterlassen werden darf und kann, und wie die Wohnung nach dem Auszug auszusehen hat. In der Regel wird dann auch eine Generalpflege erforderlich, damit der Vermieter auch rundum zufrieden mit der hinterlassenen Wohnung ist.

Die Frage ist natürlich, was der Vermieter fordern darf und zu welchen Renovierungsarbeiten der Mieter verpflichtet ist. Die Rechtsprechung zeigt, dass viele Klauseln in einem Mietvertrag überhaupt keine Geltung besitzen.

Darf der Vermieter eine Renovierung bei Auszug fordern?

Viele Mietverträge enthalten Klauseln, die den Mieter dazu verpflichten die Wohnung bei Auszug zu renovieren. Allerdings sind nicht alle diese Klausen wirksam. Mieter dürfen nicht von Anfang an des Mietverhältnisses zu einer Renovierung verpflichtet werden, sofern sie ausziehen wollen. Es muss immer nach Einzelfall unterschieden werden. Sofern der Mieter die Einrichtung stark abgenutzt hat, kann der Vermieter auf jeden Fall eine Renovierung beim Auszug fordern. Vage Klauseln in einem Mietvertrag sind nicht aussagekräftig und zwingen den Mieter zu nichts. Gleichermaßen darf der Vermieter auch nicht vorschreiben, dass bei einem Auszug sämtliche Räume neu tapeziert werden müssen oder die Balkone und Kellerräume instandgesetzt werden müssen.

Wände streichen: Das darf der Vermieter vorschreiben

Während der Mietzeit dürfen Sie als Mieter Ihre Wände so gestalten wie Sie möchten. Der Vermieter darf Ihnen nicht vorschreiben, welche Farben Sie auf die Wand draufmachen dürfen. Entsprechende Klauseln im Mietvertrag haben keine Wirkung. Jedoch ist der Vermieter laut einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) im Recht, wenn der Auszug fordert, dass die Wände in einem neutralen Ton gestrichen werden müssen. Denn nur dann kann die Wohnung auch problemlos weitervermietet werden (AZ VIII ZR 416/12).
Wenn Sie als Mieter die Wohnung in unrenoviertem Zustand übernommen haben, müssen Sie bei Auszug keine Schönheitsreparaturen leisten. So hat es der BGH entschieden (u. a. AZ VIII ZR 185/14). Die Kosten für entsprechend geleistete Arbeiten an den Mieter vom Vermieter zurückfordern.

Absprache mit Nachmieter empfehlenswert

Gibt es bereits einen Nachmieter für die Wohnung, so kann eine kurze Absprache viel Zeit und Ärger sparen. Insbesondere, wenn es nur um Kleinigkeiten und Schönheitsreparaturen geht, dann hilft ein kleines Gespräch schon sehr viel weiter. In manchen Fällen entscheidet sich der Vermieter auch dazu diese Kleinigkeiten zu übernehmen. Das hängt natürlich immer davon ab wie die Beziehung zwischen Vermieter und Mieter war und wie sich der Mieter verhalten hat.