Betrügerische Anrufer gaukeln Versicherten vor, dass ihnen noch Leistungen aus der Pflegeversicherung zustünden. Damit versuchen sie, an persönliche Daten der Pflegebedürftigen zu gelangen. Der Verband der Privaten Krankenversicherung rät zu erhöhter Wachsamkeit: Versicherte sollten Unbekannten keine detaillierte Auskunft geben und sich im Zweifel an ihr PKV-Unternehmen wenden.

Mehrere pflegebedürftige Privatversicherte oder ihre Angehörigen erhielten in den vergangenen Wochen dubiose Telefonanrufe: Unbekannte gaben an, im Auftrag des Versicherungsunternehmens anzurufen oder sie stellten sich als Mitarbeiter der „Deutschen Pflege" oder eines „deutschen Pflegeservices" vor. Vermeintlicher Anlass der Kontaktaufnahme: Den Pflegebedürftigen stünden noch Ansprüche aus der Versicherung zu. So seien zum Beispiel der sogenannte Entlastungsbetrag oder die Pauschale für Inkontinenz-Hilfsmittel noch nicht ausgeschöpft.

Um an diese Leistungen zu gelangen, sollten die Angerufenen Daten wie ihre Versicherungsnummer mitteilen oder über eine App weitergeben, die zuvor heruntergeladen werden müsse. In anderen Fällen wurde den Versicherten die Zusendung eines Vordrucks angekündigt, der unterschrieben zurückgeschickt werden müsse. Zu befürchten steht, dass die derart erhaltenen Daten von den Betrügern unrechtmäßig verwendet werden. Menschen, die bei gesetzlichen Pflegekassen abgesichert sind, gehen die Ganoven übrigens genauso an.

Wachsam bleiben – und im Zweifel den Versicherer kontaktieren

Der PKV-Verband rät Privatversicherten zu erhöhter Wachsamkeit, wenn sie von Unbekannten aufgefordert werden, persönliche Daten weiterzugeben, Leistungen zu beantragen oder Unterschriften abzugeben. Keinesfalls sollten Apps genutzt werden, über die man nicht auch schon zuvor mit dem Versicherer kommuniziert hat. In Zweifelsfällen gilt: Keine Angaben machen, sondern Rücksprache mit dem Versicherungsunternehmen halten.

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