Ob du sie als Mahlzeitenersatz oder unter einem anderen populären Begriff kennst: Nahrungsersatzmittel sind derzeit ein viel diskutiertes Thema auf der ganzen Welt. Sie werden als äußerst praktische, neue Möglichkeit für eine gesunde Ernährung angesehen. Manche Menschen behaupten, sie könnten die Art und Weise, wie wir uns in Zukunft ernähren, grundlegend verändern – zumal große Lebensmittelmarken in den letzten Jahren einen beeindruckenden Anstieg in der Beliebtheit dieser Surrogate verzeichnet haben.

Aber können wir wirklich ausschließlich von Nahrungsersatzmitteln leben? Wir erkunden, was hinter den faszinierenden Mahlzeitenersatzprodukten steckt, warum sie so beliebt sind und ob sie wirklich so gesund sind, wie die Werbung uns glauben lässt.

Was sind Nahrungsersatzmittel?

In der Regel werden Nahrungsersatzmittel als Getränk, Pulver oder Riegel konsumiert. Besonders bekannt sind Shakes, bei denen ein Nährstoff-Pulver in Wasser, Milch oder vegane Milchalternativen gerührt wird. Zweck aller Mahlzeitenersatzprodukte ist es, sämtliche Kalorien, Proteine, Vitamine und Nährstoffe, die der menschliche Körper benötigt, in einem einzigen, leicht zu konsumierenden Produkt zu liefern. Die Idee eines einzelnen Produktes als Mahlzeitenersatz gibt es schon seit den 1920er Jahren. Doch erst mit dem Anstieg der Popularität von Ernährungsgetränken in den 1990er Jahren setzte sich das Konzept durch. Mittlerweile gibt es zahlreiche Start-Up-Unternehmen, die einen neuen, modernen Ansatz für Nahrungsersatzmittel bieten.

Pro: Warum werden Nahrungsersatzmittel immer beliebter?

Es ist nicht zu leugnen, dass Nahrungsersatzmittel äußerst praktisch sind, insbesondere wenn man einen hektischen Lebensstil führt und zum Einkaufen und Zubereiten gesunder Mahlzeiten kaum Zeit findet. Selbst wenn man genug Zeit hat, kann es dennoch schwierig sein, jeden Tag alle notwendigen Vitamine, Proteine und Kalorien zu sich zu nehmen. Nahrungsersatzmittel machen dies unglaublich einfach und überzeugen zudem durch einen erschwinglichen Preis. Im Durchschnitt liegen die Kosten bei 1,50 bis 2,00 Euro pro Mahlzeit.

Viele Hersteller von Mahlzeitenersatzprodukten behaupten, dass ihre Erzeugnisse vegan, laktose- und sojafrei sind und dass die Rohstoffe aus nachhaltigen Quellen bezogen werden. Zudem geben sie an, zur Reduzierung von Lebensmittel- und Verpackungsabfällen beizutragen. Dies spricht Menschen an, die sich Gedanken darüber machen, wie sie ihre CO2-Bilanz reduzieren können. Darüber hinaus sind Nahrungsersatzmittel aufgrund ihrer ausgewogenen Nährstoffbilanz und des geringen Kaloriengehalts bereits erfolgreich als Mittel zur kontrollierten Gewichtsabnahme eingesetzt worden.

Kontra: Sind Nahrungsersatzmittel wirklich gesund?

Die Hersteller von Nahrungsersatzmitteln behaupten, dass ihre Produkte alle Makronährstoffe enthalten, die für eine gesunde Ernährung nötig sind. Doch dies wird von Wissenschaftlern noch immer in Frage gestellt. Einige Forscher halten eine Ernährung, die ausschließlich aus Mahlzeitenersatzprodukten besteht, für nicht nachhaltig. Sie argumentieren, dass einige Nahrungsersatzprodukte ungesunde Inhaltsstoffe enthalten, darunter zusätzlichen Zucker, einen hohen Natriumgehalt, Maissirup und chemische Konservierungsmittel. Maissirup, auch bekannt als Isoglucose, ist ein billiger Zuckerzusatzstoff, der eine andere Zusammensetzung hat als weißer Haushaltszucker. Maissirup löst kein richtiges Sättigungsgefühl aus und steht im Verdacht, dass er schneller dick und krank macht als Haushaltszucker.

Noch ist es zu früh, um zu wissen, welche langfristigen Auswirkungen der ausschließliche Konsum von Nahrungsersatzmitteln hat, da diese relativ neu auf dem Markt sind. Auch Aspekte der psychischen Gesundheit sind hier zu berücksichtigen. Denn das gemeinsame Kochen und Essen ist für viele Menschen ein soziales Erlebnis – eines, das für ihre Gesundheit und ihr Glück lebenswichtig ist.

Die Zukunft der Ernährung

Ob Nahrungsersatzmittel wirklich die Zukunft des Essens darstellen, steht in den Sternen. Doch sie bieten durchaus eine innovative, umweltfreundliche Alternative zur traditionellen Ernährung, die den Weg für weitere interessante Formen von Lebensmittelproduktion und -konsum ebnet. Vielleicht werden wir in einem Jahrzehnt sogar erleben, dass Mahlzeiten in Pillenform, wie man sie aus der Science-Fiction kennt, Realität werden!

Alle Journal-Artikel