In unseren eigenen vier Wänden sind wir oft schon „Grün“ organisiert: Der Müll wird getrennt, auf Plastik größtenteils verzichtet und unseren Kindern erklären wir, wie sie nachhaltig mit ihrem Spielzeug oder ihrem Lieblingsbuch umgehen sollen. Sobald wir aber ins Büro kommen, beginnt für viele von uns die Grauzone. In unserem Arbeitsumfeld werfen wir oft alle unsere guten Vorsätze über Board. Dabei kann es ganz einfach sein, Nachhaltigkeit im Arbeitsalltag umzusetzen: Mit sechs Schritten zum Green Office – wir erklären, wie Nachhaltigkeit im Büro ohne viele Umstände gelebt werden kann.

Schritt 1: Durch die Ausstattung das Büro ökologisch gestalten

Die Ausstattung des Büros hat einen großen Anteil daran, wie Nachhaltigkeit im Unternehmen gelebt werden kann. Das beginnt beim Einrichten des Arbeitsplatzes: Darfst du selbst dein Büro einrichten, dann achte darauf, dass du beim Kauf des Schreibtisches oder des Bürostuhls auf einen Hersteller vertraust, der fair produziert, nachhaltige Materialien verwendet und der für eine lange Haltbarkeit der Möbel bekannt ist. Auch reparaturfähig sollten die Möbel sein. Das erkennst du zum Beispiel daran, ob es unkompliziert Ersatzteile zu kaufen gibt. Gilt das Motto „Hauptsache günstig“ ist die Qualität der Möbel oft nicht gut und sie müssen schon nach wenigen Jahren ausgetauscht werden. Und wo landen dann die alten, gebrauchten Teile? Häufig im Sperrmüll!

Schritt 2: Plastik vermeiden im Büro

Zur Ausstattung des Arbeitsplatzes gehören auch technische Geräte wie Drucker, Kopierer oder Kaffeemaschine. Um Umweltschutz im Büro umzusetzen, bieten viele Hersteller inzwischen Geräte an, die sparsam im Verbrauch sind und deren Ressourcen sich einfach nachfüllen lassen. Die Druckerpatrone beispielsweise muss nicht weggeschmissen werden, wenn sie leer ist, sondern sie kann unter Umständen auch manuell gefüllt und wiederverwendet werden.

Auch Kaffeemaschinen mit Kapseln oder Pads sind nicht mehr ganz am Puls der Zeit. Heutzutage gibt es zwar häufig biologisch abbaubare Kaffeepads und viele Kaffeekapseln aus recycelbaren Aluminium, beim Gebrauch entsteht dennoch viel mehr Müll. Eine Kaffeekapsel reicht beispielweise nur für eine Kaffeetasse und sie ist jeweils einzeln verpackt. Im Vergleich produziert ein Vollautomat oder auch die gute alte Filtermaschine also weniger Müll ─ beides eignet sich gut im Büro. Beim Kauf der Kaffeebohnen solltest du stets auf eine faire Herstellung achten.

Schritt 3: Klimaneutraler Versand und Papierverbrauch

Nicht jede Seite muss ausgedruckt werden. Und wenn du es doch machst, dann kannst du wenigstens recyceltes Papier benutzen oder aber auch alte Unterlagen selbst recyceln: Die Rückseiten von abgelaufenen Formularen bieten beispielsweise einen idealen Schmierzettelersatz. Auch im Versand vertrauen bereits viele klimafreundliche Unternehmen auf klimaneutralen Versand. Dabei wird darauf geachtet, dass beim Transport von Päckchen oder Paketen keine unnötigen Umweltkosten entstehen, zum Beispiel werden Verpackungen mehrmals genutzt. Ziel ist es, die CO2-Emissionen nicht zu belasten und auf lange Sicht damit als Unternehmen den Alltag ökologischer zu gestalten. Klimaneutralen Versand bieten heute z.B. fast alle großen Versandunternehmen an.

Schritt 4: Mit Stromsparen zur Nachhaltigkeit im Unternehmen

LEDs statt alter Glühbirnen und Steckerleisten mit An- und Aus-Schalter – Strom sparen ist einfach. Und nur, weil du nicht selbst die Stromrechnung deines Arbeitgebers bezahlen musst, bedeutet das ja nicht, dass du hier die Kilowatt ungesteuert durch die Leitung schießen lassen musst. Strom sparen ist ein einfacher Schritt in Richtung Green Office. Viele junge Unternehmen vertrauen beim Stromanbieter auch auf Ökostrom, Vergleichsportale geben hier einen guten Einblick über die Anbieter.

Schritt 5: Umweltbewusst auf Geschäftsreisen gehen

50 Inlandsflüge im Jahr oder 40.000 Kilometer auf dem Dienstwagen-Tacho – wer viele Geschäftsreisen macht, sollte besonders auf seinen grünen Fußabdruck achten. Wenn möglich, macht es im Rahmen des Green Office immer Sinn, auf die Bahn oder den öffentlichen Nahverkehr umzusteigen. Auch beim Autofahren kann man durch einen vorrausschauenden Fahrstil ganz einfach CO2 einsparen. Musst du wirklich fliegen, solltest du eine klimafreundliche Airline wählen, die moderne Flugzeuge und sparsamere Maschinen hat, um die Auswirkung auf das Klima so gering wie möglich zu halten.

Schritt 6: Das grüne Büro

Zugegeben, dieser Tipp hat nur bedingt Auswirkungen auf die Umweltfreundlichkeit deines Unternehmens. Aber: Topfpflanzen im Büro zu platzieren, hilft nicht nur, das Raumklima zu verbessern, sondern erinnert dich auch daran, wofür du eigentlich versuchst, nachhaltig zu handeln. Wie kommt man unkompliziert an Topfpflanzen? Einfach die Kollegen fragen, es gibt in der Regel immer einen Mitarbeiter, der einen grünen Daumen hat und Zuhause etliche Stecklinge sammelt.

Wie kann der Chef oder der Mitarbeiter von einem nachhaltigen Büro überzeugt werden?

Ob Green Building in Form von nachhaltiger Gestaltung des Gebäudes, Green Interior als nachhaltige Einrichtung von Büros, Green IT mit nachhaltiger Informationstechnik oder Green Behaviour als Zeichen für nachhaltiges Handeln und Verhalten im Büro – Grüne Büros sind in! Und das können Mitarbeiter auch dem Chef vermitteln. Mit einem Green Office übernimmt dein Unternehmen aktiv Verantwortung für die Umwelt und für den Klimaschutz. Wer Werte als nachhaltige Firma zeigt, kommt auch bei Kunden immer gut an.

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