Verbunde Versicherung, fallende Versicherungssumme, Bezugsberechtigte: Wer eine Lebensversicherung abschließen möchte, findet dazu im Netz zahlreiche Informationen. Dabei tauchen viele Wörter und Details auf, die auf den ersten Blick sehr verwirrend wirken können. Dabei ist es gerade bei einer Lebensversicherung sehr wichtig, über die Möglichkeiten Bescheid zu wissen, die man als Kunde beim Abschluss eines Vertrages hat. Denn Lebensversicherungen sind langfristige Verträge, mit denen du sehr genau für deine Zukunft vorsorgen kannst.

Wie eine Lebensversicherung funktioniert

Eine Lebensversicherung bietet Vorsoge für das Alter oder Schutz gegen unvorhersehbare Härten im Leben  und hilft so dabei, familiäre Angehörige oder andere Begünstigte im Todesfall finanziell abzusichern. Diesen Schutz erhältst du, wenn du ein Risikolebensversicherung abschließt: Verstirbt die versicherte Person, wird eine zuvor vertraglich festgelegte Versicherungssumme an die ebenfalls zuvor vertraglich festgeschriebenen Bezugsberechtigten ausgezahlt. Dabei ist es egal, ob die Lebensversicherung seit 10 Jahren oder 10 Monaten besteht. Die Versicherungssumme, die an die Hinterbliebenen ausgezahlt wird, bleibt dabei gleich oder kann fallen z.B. wenn Verpflichtungen für eine Baufinanzierung abgesichert werden. Der Schutz einer Risikolebensversicherung endet mit Ablauf des Vertrages. Der Versicherungsnehmer oder seine Begünstigten bekommen dann kein Geld auf die eingezahlten Beträge zurückerstattet.

Für wen sich eine Lebensversicherung lohnt

Eine Risikolebensversicherung bietet insbesondere Familien Sicherheit, um im Todesfall neben dem Schmerz des Verlustes eines geliebten Familienmitglieds nicht auch noch in eine finanzielle Schieflage zu geraten. Das gilt genauso für verheiratete Paare mit Kindern wie für Patchwork-Familien, kinderlose Paare oder Alleinerziehende. Dabei sind Familien mit einem sehr geringen finanziellen Spielraum und einem Hauptverdiener im Fall der Fälle besonders auf eine Lebensversicherung angewiesen.  

Was viele Kunden darüber hinaus nicht wissen: auch wenn der Versicherungsfall nicht eintritt, kann eine Lebensversicherung auf dem Lebensweg enorm wichtig werden. Denn sie hilft Paaren und Familien, die über keine großen Vermögenswerte verfügen, Kredite abzuschließen und kann ggf. bei der Finanzierung einer Immobilie oft als zusätzliche Sicherheit verlangt werden. Darüber hinaus verschafft eine Lebensversicherung auch Existenzgründern, Selbständigen und anderen Unternehmern mehr Sicherheit bei der Vorsorge für ihr Unternehmen.

Wie eine Lebensversicherung gestaltet kalkuliert werden sollte

Jede Lebensversicherung muss auf die individuelle Situation des Versicherungsnehmers und seiner Familie zugeschnitten werden. Dabei gilt es abzuwägen zwischen der Höhe der Versicherungssumme, also dem Betrag, der im Todesfall ausgezahlt wird, und der Höhe der Beiträge, die der Versicherungsnehmer laufend für die Versicherung bezahlt: Die Versicherungssumme darf nicht zu niedrig sein, damit die Hinterbliebenen hinreichend versorgt werden, während die Beiträge nicht zu hoch sein sollten, um kein zu großes Loch in die Haushaltskasse zu reißen.

Für die Abschätzung der Versicherungssumme ist in erster Linie die familiäre und wirtschaftliche Situation entscheidend. Die versicherte Person sollte sich die Frage stellen: Wen will ich mit der Versicherung absichern und wie stark werden diese Bezugsberechtigte auf den finanziellen Schutz der Versicherung angewiesen sein. So wird eine Familie mit zwei Kleinkindern einen höheren Versicherungsschutz benötigen als ein Paar mit zwei erwachsenen Teenagern. Denn die Kleinkinder werden in ihrem Leben noch länger auf finanzielle Unterstützung angewiesen sein.  

Um die Versicherungssumme genauer zu bestimmen, sollte in einem zweiten Schritt die Höhe der Versorgungslücke abgeschätzt werden, die für die Hinterbliebenen im Todesfall auftreten würde. Dabei muss auch beachtet werden, dass durch die Inflation eine Geldsumme im Lauf der Jahre an Kaufkraft verliert. Das heißt zum Beispiel: 200.000 Euro werden in zehn Jahren einen wesentlich geringeren Gegenwert als heute haben. Schließlich muss noch die Laufzeit der Lebensversicherung bestimmt werden. Sie sollte davon abhängig gemacht werden, wie lange Hinterbliebene voraussichtlich von ihren Versorgern finanziell abhängig sein werden. Bei Kindern könnte das zum Beispiel der voraussichtliche Abschluss ihrer Ausbildung sein.

Wie Verträge noch individueller angepasst werden können

Wird eine Lebensversicherung hauptsächlich dafür gebraucht, eine Immobilienfinanzierung abzusichern, ist ein Vertrag mit einer fallenden Versicherungssumme die beste Lösung. Der Vorteil: Da das Darlehen im Laufe der Zeit durch die Tilgung des Immobilienkredites immer weiter sinkt, sinken auch die monatlichen Beiträge mit der Laufzeit der Lebensversicherung immer weiter ab. Die beste Wahl sind Verträge, die nicht einfach eine linear fallende Versicherungssumme haben, sondern recht passgenau an die Restschuld des Darlehens für die Immobilie angelehnt sind.

Kinderlose Paare und Geschäftspartner können darüber hinaus eine weitere

Vertragsmöglichkeit in Betracht ziehen, um den Schutz einer Lebensversicherung besser an ihre individuelle Lebenssituation anzupassen: die verbundene Lebensversicherung. Bei dieser Police können zwei Personen mit einem einzigen Vertrag abgesichert werden. Das ist günstiger als zwei einzelne Verträge, da die Versicherungssumme im Todesfall nur einmal ausgezahlt wird. Diese Option bietet sich immer dann an, wenn es neben den beiden versicherten Personen keine weiteren Menschen gibt, die durch die Lebensversicherung als Bezugsberechtigte abgesichert werden sollen.
 
Wie sich die Beiträge einer Lebensversicherung bemessen

Für die Höhe der Beiträge einer Lebensversicherung ist neben der Laufzeit und der Höhe der Versicherungssumme die individuelle Lebenssituation des Vertragsnehmers entscheidend. Dazu zählen neben der Frage des Alters, Faktoren wie der Gesundheitszustand und die Lebensführung – also zum Beispiel ob die versicherte Person Raucher ist oder ein gefährliches Hobby ausübt. Vor dem Abschluss einer Lebensversicherung muss der Versicherungsnehmer deshalb seinem Versicherer einige Fragen beantworten und einen Gesundheitscheck durchführen lassen. Aus rechtlichen Gründen ist es wichtig, dass hier keine falschen Angaben gemacht werden, weil sonst später der Versicherungsschutz entfallen kann.

Wie sich der Schutz erweitern lässt

Früher haben sich viele Menschen für eine kapitalgedeckte Lebensversicherung entschieden, die den Hinterbliebenenschutz mit einer Kapitalbildung für die Rente kombinierte.  Diese Form der Lebensversicherung wird kaum noch angeboten. Sie wird nicht mehr steuerlich gefördert und wurde auch auf Grund des seit Jahren sinkenden Garantiezinses zum Landehüter.  Nach dem Ausfall der kapitalgedeckten Lebensversicherung gibt es mittlerweile modernere und flexiblere Produkte, die passgenau mit einer Risikolebensversicherung ergänzt werden können. Dabei kannst du dich zum einen gegen weitere Risiken absichern – zum Beispiel mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung oder für den Fall schwerer Krankheiten wie Krebs, Herzinfarkt oder Schlaganfall – und zum anderen auf deine Lebenssituation abgestimmt ein finanzielles Polster für die Rente aufbauen – zum Beispiel über individuell steuerbare Fondsanlagen.

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