Zum Glück kann man sich Freunde aussuchen. Leider kann man das bei Nachbarn nicht. Und wenn dann noch lautes Getrampel im Treppenhaus ist, der Hund laut bellt oder der Streit sich bemerkbar macht, dann kommt es nicht selten zu einer Lärmbelästigung. Grundsätzlich wird die Belästigung einer anderen Person durch Lärm als Ruhestörung bezeichnet. Einheitsregelungen, die auf gesetzlicher Natur basieren, gibt es aber kaum. Die Bestimmungen unterscheiden sich von Fall zu Fall. Fühlt man sich massiv gestört und die Ruhezeiten werden ganz offensichtlich nicht eingehalten, dann muss natürlich gehandelt werden. Doch ist den meisten betroffenen Personen gar nicht klar, wie sie vorgehen sollen.

Lauter Nachbar: Wie Sie bei Lärmbelästigung vorgehen sollen

Sollte man das Gefühl haben, dass der Nachbar zu laut ist, ist es am besten ein kurzes persönliches Gespräch zu haben. Oftmals weiß der Nachbar gar nicht, dass er zu laut ist und hat dies auch gar nicht beabsichtigen wollen.

Meistens ist die Lärmbelästigung auch nur von kurzer Dauer. Sind die Lärmbelästigungen aber öfters, dann muss der Vermieter oder Eigentümer helfen. Mieter sind im Falle einer dauerhaften Beeinträchtigung durch Lärm befähigt die Miete zu senken. Es ist also in Ihrem Interesse die Wogen zu glätten.

Wichtig ist auch die Frage, ob die Lärmbelästigung während der Ruhezeiten auftrat. Der Gesetzgeber hat ganz klar geregelt, zu welchen Uhrzeiten im Haus Ruhe herrschen muss.
Sollte es aber trotzdem während der Ruhezeiten laut bleiben, kann zum Zeitpunkt der Lärmbelästigung die Polizei gerufen werden. Sie erinnert zunächst mit Nachdruck an die Einhaltung der Zimmerlautstärke, später können sogar Bußgeldbescheide erfolgen. Wer sich für diese Fälle wappnen will, sollte über den Abschluss einer Rechtsschutzversicherung nachdenken.

Ein guter Richtwert ist die Zimmerlautstärke

Sollte der Vermieter es nicht geschafft haben innerhalb einer bestimmten Frist die Belästigung durch Nachbarschaftsgeräusche behoben zu haben, so kann der Mieter das Recht ausüben die Miete zu mindern. Sollte eine ständige Ruhestörung aufkommen, so kann die Miete um 10 bis 20 Prozent reduziert werden. Damit das Recht auf die Mietminderung ordnungsgemäß ausgeübt werden kann, muss die Gebrauchstauglichkeit einer Wohnung auch beeinträchtigt sein. Daher reichen bloße Behauptungen gegenüber dem Vermieter auch nicht aus. Am besten ist es daher ein Lärmprotokoll zu führen. Als Richtwert können Sie sich an der sogenannten Zimmerlautstärke von tagsüber 40 Dezibel (dB) und nachts 30 dB orientieren. Sind die Geräusche lauter, kann ein Mangel wegen Lärms vorliegen. Hilfestellung bieten beispielsweise auch der Deutsche Mieterbund oder der örtliche Mieterschutzverein.

Sollte keine Maßnahmen zu einem Erfolg führen, bleibt der Rechtsweg oft die letzte Lösung. Für ein gerichtliches Verfahren gegen den Störer ist es von Vorteil, die Ereignisse belegen zu können. Dafür eignet sich ein Lärmprotokoll, welches über einen Zeitraum von mindestens vier Wochen Datum, Dauer und Häufigkeit der Lärmbelästigung dokumentiert. Sinnvoll ist es, Zeugen zu suchen, die die Störung mit ihrer Unterschrift in dem Protokoll bezeugen können.