Kindersitz für den Nachwuchs? Ja klar – aber bis wann eigentlich?

 

Bei Kindern merken wir, wie schnell die Zeit vergeht. Waren sie gestern noch ein Baby, besuchen sie heute schon die Schule. Und als Schulkind möchte dieses nicht mehr im Kindersitz mitfahren.

Ist ein Kindersitz im Fahrzeug Pflicht?

Für ein Kind, das keine zwölf Jahre alt ist oder die vorgeschriebene Größe von 1,50 m noch nicht erreicht hat, ist eine Sitzerhöhung im Auto der Eltern Pflicht. Denn bei einem Kind, das kleiner als 1,50 m ist, kann der Sicherheitsgurt nicht perfekt über der Schulter und im Beckenbereich sitzen. Darüber hinaus rutschen oft Kinder bei einem Unfall durch den Gurt. Mithilfe einer Sitzerhöhung lassen sich Unfälle während der Fahrt zur Schule verhindern.

Eltern sind deshalb gut beraten, ihr Kind freiwillig bis zur Erreichung der vorgeschriebenen Körpergröße in einem Autositz der Gruppe II/III zu transportieren. Dies gilt auch dann, wenn das Kind bereits ein Alter von zwölf Jahren erreicht hat. Derartige Sitze haben eine Zulassung bis zu einem Körpergewicht von 36 kg, dürfen aber auch weiterhin als Sitzerhöhung dienen.

Wichtige Regelungen zum Kindersitz

Gemäß § 21 der Straßenverkehrsordnung, kurz StVO, ist ein Mitnehmen von Kindern im eigenen PKW ausschließlich dann zulässig, wenn sich in diesem zugelassene Rückhalteeinrichtungen befinden.

Zwar ist es möglich, Kinder ab drei Jahren nur per Sicherheitsgurt anzuschnallen. Allerdings nur, wenn aufgrund bereits im Fahrzeug vorhandener anderer Kindersitze keine zusätzliche Sitzerhöhung möglich ist.

Befindet sich vorn im Auto ein Kindersitz, darf das Kind auch vorn sitzen – unabhängig vom Alter.

Worauf ist beim Kauf eines Kindersitzes zu achten?

Ein guter Autositz fürs Kind muss ausreichend Platz bieten, um ein Einklemmen zu vermeiden. Zugleich sollte dieser genügend Halt geben. Zahlreiche Anbieter untergliedern Kindersitze in Normgruppen. Nachfolgender Übersicht lässt sich entnehmen, welche Kindersitze für das jeweilige Alter und Gewicht die richtigen sind:

Normgruppe

Alter in Jahren

Größe in cm

i (1)

ab Geburt bis 4

40 - 105

i (2)

von 4 - 12

100 - 150

0

ab Geburt bis 1

- 75

I

von 1 - 4

75 - 100

II

von 3,5 - 7

bis 125

III

von 7 - 12

bis 150

0+

Baby bis 1,5

bis 90

0+/I

Baby bis 4

bis 100

I/II

von 1 - 7

72 - 125

I/II/III

von 1 - 12

75 - 150

II/III

von 3,5 - 12

95 - 150

Weil sich ein Kind jedoch im Wachstum selten nach einer Norm richtet, empfiehlt es sich, vor dem Kauf den Autokindersitz auszuprobieren.

So lassen sich Fehler bei der Nutzung von einem Kindersitz vermeiden

Um Strafen zu vermeiden, sollten Fahrzeugführer ihr Kind stets fest angurten – die Gurte also nicht zu locker durch die Öffnungen am Kindersitz oder der Babyschale führen. Zwischen Gurt und Kind dürfen nur zwei Finger Platz haben. Dabei darf der Schultergurt weder hinter dem Rücken noch unterhalb der Arme verlaufen.

Babyschalen müssen zunächst mit mithilfe der Autogurte fixiert werden. Dabei befindet sich der Kindersitz zum Teil in vorgeklappter Stellung. Außerdem ist ein Einbau der Babyschale stets gegen die Fahrtrichtung erforderlich.

Kinder richtig anschnallen und Strafen vermeiden

Wer die Regelung missachtet, riskiert ein Verwarngeld von 30 EUR (ein Kind) bzw. 35 EUR) mehr als ein Kind). Ist der Fahrer selbst für die Sicherung der Kinder verantwortlich, fallen 60 EUR bzw. 70 EUR (mehrere Kinder) und ein Punkt in Flensburg an. Achtung: Säuglinge dürfen nicht in nach hinten gerichteten Rückhalteeinrichtungen auf dem Beifahrersitz transportiert werden, wenn der Airbag betriebsbereit ist. Wer dagegen verstößt, muss mit 95 EUR Verwarngeld rechnen.

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