Sie haben ein Auto erworben und möchten nun vom Kauf zurücktreten, weil Sie mit dem Fahrzeug nicht zufrieden sind? Ob dies möglich ist, hängt vom Grund Ihrer Unzufriedenheit und den Vereinbarungen im Kaufvertrag ab.

Rücktritt vom Autokauf nur bei erheblichen Mängeln

Ein generelles Rückgaberecht nach dem Autokauf gibt es nicht. Einzige Ausnahme: Kaufen Sie ein Fahrzeug im Internet, räumt Ihnen das Fernabsatzgesetz ein 14-tägiges Rückgaberecht ein, das Sie ohne Angabe von Gründen wahrnehmen können.

Wurde ein Fahrzeug bei einem stationären Händler erworben, ist eine Rückgabe nur bei erheblichen Mängeln möglich. Erheblich ist ein Mangel typischerweise, wenn seine Behebung mehr als ein Zwanzigstel des eigentlichen Kaufpreises betragen würde. Dies ist ein Richtwert aus der Rechtsprechung. Zudem darf der Mangel zum Zeitpunkt des Kaufs noch nicht bestanden haben.

Rücktritt vom Autokauf: Fristen setzen oder Preis nachträglich mindern

Stellen Sie einen Mangel fest, müssen Sie zunächst den Verkäufer darüber informieren. In den ersten sechs Monaten nach dem Kauf trägt dieser die Beweislast dafür, dass der Mangel nicht bereits bei der Auslieferung des Fahrzeugs bestand. Treten Sie nach mehr als sechs Monaten vom Autokauf zurück, tragen Sie die Beweislast.

Informieren Sie den Verkäufer schriftlich über den Mangel und setzen Sie eine Frist von z. B. 14 Tagen. Kann der Verkäufer den Mangel nach spätestens zwei Versuchen nicht beheben oder aber ein einwandfreies Fahrzeug liefern, können Sie unter Hinweis auf die Vereinbarungen vom Kaufvertrag zurücktreten. Der Händler ist dann verpflichtet, das Fahrzeug zurückzunehmen und den Kaufpreis zu erstatten.

Ein Tipp: Wenn es sich um einen überschaubaren Mangel handelt, kann eine Preisminderung eine Alternative zum Rücktritt vom Kaufvertrag sein. Sie erhalten dann z. B. ein technisch einwandfreies und lediglich optisch nicht ganz Ihren Vorstellungen entsprechendes Fahrzeug zu einem günstigeren Preis.

Autokauf von Privatpersonen nur mit Vertrag

Auch bei einem Autokauf von Privatpersonen können Sie unter bestimmten Umständen vom Vertrag zurücktreten. Voraussetzung ist jedoch immer, dass ein detaillierter Kaufvertrag mit eindeutigen Vereinbarungen über die Beschaffenheit des Fahrzeugs vorliegt. Ohne einen solchen Kaufvertrag liefern Sie sich der Redlichkeit des Verkäufers aus.

„Gekauft wie gesehen“ ist kein Freibrief für Täuschung

In vielen privaten Kaufverträgen findet sich die Klausel „Gekauft wie gesehen“. Hierbei handelt es sich nicht um einen vollständigen Ausschluss von Gewährleistungsansprüchen. Der Ausschluss betrifft lediglich offensichtliche Mängel. Dies sind nach gängiger Rechtsprechung Mängel, die ein durchschnittlicher Käufer ohne Hinzuziehung eines Sachverständigen bei einer gründlichen Begutachtung des Fahrzeugs hätte erkennen können. Ist dies nicht der Fall, liegt ein versteckter Mangel vor, für den der Käufer trotz der Klausel „Gekauft wie gesehen“ haften muss.

Private Verkäufer bestehen häufig auf einen generellen Gewährleistungsausschluss. Ist dieser rechtlich wirksam formuliert, ist der Verkäufer bei später auftretenden Mängeln nicht zur Nacherfüllung verpflichtet.

Auch ein genereller Gewährleistungsausschluss ist jedoch kein Freibrief für vorsätzliche Täuschungen. Das Fahrzeug muss so beschaffen sein, wie es vereinbart wurde – ansonsten kann der Käufer sein Geld zurückverlangen. Dies gilt z. B., wenn sich später herausstellt, dass es sich bei dem gekauften Fahrzeug entgegen der Darstellung des Verkäufers um einen Unfallwagen handelt oder dass der Kilometerstand manipuliert wurde.

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