Wie ärgerlich, schon kurz nach dem Kauf Ihres neuen Gebrauchtwagens fällt Ihnen auf, dass ein Defekt sich in das Auto eingeschlichen hat. Lassen Sie sich jedoch nicht verrückt machen. Überprüfen Sie die Gewährleistung Ihres Gebrauchtwagens, welche Sie beim Kauf Ihres Fahrzeugs bekommen haben. Es kann gut sein, dass sich das Problem von ganz alleine auflöst.

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat im Urteil VIII ZR 80/14 erst kürzlich entschieden, dass Käufer eines Gebrauchtwagens von Ihrem Kauf fristlos zurücktreten können, wenn er trotz TÜV nicht verkehrssicher ist. Grundlage für den Rechtsspruch ist ein Fall, bei dem die Käuferin schon kurz nach dem Erwerb seltsame Motorgeräusche wahrgenommen hat. Denn obwohl der TÜV am Morgen des Kauftages vergeben wurde, hatte das Fahrzeug erhebliche Schäden.

Die Gebrauchtwagen-Gewährleistung gründlich lesen

Bevor Sie einen Gebrauchtwagen beim Händler kaufen, sollten Sie die Gewährleistung richtig lesen und genau überprüfen. Schließlich wollen Sie sich durch den kauf eines Gebrauchtwagens beim Händler absichern. Die Gebrauchtwagen-Gewährleistung ist gegenüber der Gewährleistung für Neufahrzeuge nur auf ein Jahr ausgelegt. Andreas Lubitz, Rechtsanwalt für Vertragsrecht von der Kanzlei Bernzen Sonntag erklärt, dass in dieser Zeit die Händler dazu verpflichtet sind das Auto zu reparieren, falls bei der Übergabe des Fahrzeugs Sachschäden vorliegen. Die Kosten für diese Reparatur werden vom Verkäufer übernommen. Wenn die Mängel aber schwerwiegend sind, dann kann der Kauf rückgängig gemacht werden. Nach Urteil der Richter war selbst eine Nachbesserung nicht mehr zumutbar. Das Vertrauen der Käuferin in die Kompetenz des Händlers wurde grundlegend zerstört.

Allerdings sagt Lubitz auch, dass nicht jeder Mangel unter eine Gebrauchtwagen-Gewährleistung fällt. Sofern der Wagen als Unfallfahrzeug gekennzeichnet worden ist oder ein normaler Verschleiß sichtbar ist, dann hat die Gewährleistung keine Gültigkeit. Grundsätzlich geht man davon aus, dass Sachmängel, wie Motorschaden oder Defekte in der Blinkanlage, bereits zum Zeitpunkt des Kaufes vorlagen. Vorausgesetzt sie treten innerhalb der ersten sechs Monate nach dem Erwerb des Wagens auf. Erst dann muss der Käufer auch vorweisen können, dass der Mangel bereits bei der Übergabe vorlag und nicht danach entstanden ist.

Ärger aus dem Weg gehen

Grundsätzlich gilt die gesetzliche Gewährleistungsfrist für zwei Jahre. Diese wird aber in den Geschäftsbedingungen der Händler bei Gebrauchtwagen auf ein Jahr verkürzt (BGB §439 und §476). Dies bedeutet, dass Händler in diesen 12 Monaten verpflichtet sind, mangelhafte Ware zu reparieren, wenn der Schaden schon zum Zeitpunkt des Kaufes bestand. Dabei ist die Gewährleistung, auch Mängelhaftung genannt, nicht mit einer Garantie zu verwechseln. Eine Garantie ist nämlich eine zusätzliche Leistung des Herstellers, die auf freiwilliger Basis erfolgt. Die Garantie gibt an, welche Schäden abgedeckt werden und welche nicht.
Was bedeutet dieses Urteil nun jetzt für Sie? Wenn Sie einen Gebrauchtwagen kaufen wollen, dann sollten Sie zuvor immer erst die Gewährleistung des Verkäufers überprüfen. Dazu empfiehlt es sich einen Bekannten mitzunehmen, der sich mit Fahrzeugen auch auskennt und die technischen Details kennt. Diese Person sollte sich den Wagen gründlich ansehen und auch den Händler fragen, wie lange der letzte TÜV her ist. Vereinbaren Sie mit dem Fahrzeug auch eine Probefahrt. So steht Ihrem Glück auf vier Rädern nichts mehr im Wege.

Weitere Artikel

Geblitzt in der Probezeit

Geblitzt in der Probezeit

Geblitzt in der Probezeit! War es das nun mit dem kürzlich erworbenen Führerschein?

eBay Betrug

eBay Betrug

Leider kommt es immer wieder vor, dass ein eBay-Käufer einfach nicht zahlen will.