Zu schnelles Fahren kann teuer werden – in Deutschland, aber auch in anderen europäischen Ländern. Viele Autofahrer wissen jedoch gar nicht genau, welche Höchstgeschwindigkeiten und Tempolimits gelten. Unser Beitrag klärt über alle wichtigen Regelungen auf, damit du stets sicher unterwegs bist und eine unbewusste Geschwindigkeitsüberschreitung vermeidest.

„Theorieprüfung“: Höchstgeschwindigkeit, Tempolimit und Richtgeschwindigkeit

Im Zusammenhang mit Geschwindigkeitsvorschriften gibt es einige gebräuchliche Begriffe.

1. Höchstgeschwindigkeiten innerhalb und außerhalb geschlossener Ortschaften

§ 3 Abs. 3 StVO legt die zulässige Höchstgeschwindigkeit in Deutschland fest. Dabei handelt es sich um eine verbindliche Obergrenze für die Geschwindigkeit von Fahrzeugen. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit kann einerseits durch Verkehrszeichen angezeigt werden. Jedoch gibt es zulässige Höchstgeschwindigkeiten, die auch ohne Verkehrszeichen gelten.

Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt in Deutschland:

  • 50 km/h innerhalb geschlossener Ortschaften
  • 100 km/h außerhalb geschlossener Ortschaften

Hinweis: Durch Verkehrszeichen kann die zulässige Höchstgeschwindigkeit heraufgesetzt werden, beispielsweise auf Schnellstraßen.

2. Kein Tempolimit in Deutschland

Auf deutschen Bundesautobahnen gibt es bislang keine maximale zulässige Höchstgeschwindigkeit. Das bedeutet, wo Verkehrszeichen keine oder eine abschnittsweise Geschwindigkeitsobergrenze festlegen, können Verkehrsteilnehmer grundsätzlich das Tempo selbst bestimmen. Eine Begrenzung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen ist auf politischer Ebene umstritten. Die Einführung eines generellen Tempolimits auf Autobahnen wird l in Deutschland viel diskutiert. Im Gespräch sind je nach Sichtweise 90-130 km/h. Befürworter argumentieren, ein Tempolimit verringere die Zahl der schweren Verkehrsunfälle und reduziere durch einen geringeren Treibstoffverbrauch zudem den Ausstoß von CO2.

3. Richtgeschwindigkeit von 130 km/h auf Autobahnen

Die Richtgeschwindigkeit unterscheidet sich von der zulässigen Höchstgeschwindigkeit. Auf deutschen Autobahnen gilt eine Richtgeschwindigkeit von 130 km/h. Wie der Name schon andeutet, handelt es sich um eine Empfehlung für eine Geschwindigkeit. Das Unter- oder Überschreiten der Richtgeschwindigkeit ist kein Regelverstoß.

Hinweis: Ein deutliches Überschreiten bei einem Unfall kann jedoch eine Mitschuld begründen.

Höchstgeschwindigkeit in Deutschland: So schnell darfst du fahren

Die oben genannten Höchstgeschwindigkeiten (50 km/h innerorts, 100 km/h außerorts und 130 km/h „unverbindliche“ Richtgeschwindigkeit auf Autobahnen) gelten für Motorräder, Pkw und andere Fahrzeuge mit maximal 3,5 t zulässigem Gesamtgewicht.

Für Lkw, Busse und Fahrzeuge mit Anhänger gelten außerhalb geschlossener Ortschaften und auf Bundesautobahnen andere Regelungen. So gilt für Lkw ab 3,5 t auf Autobahnen eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h. Motorräder mit Anhänger dürfen außerorts und auf Autobahnen maximal 60 km/h fahren.

Außerorts gilt für Lkw mit einem Gewicht von 3,5-7,5 t eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 km/h, für schwere Lkw auf 60 km/h. Dieselben Regeln gelten auch für Wohnmobile. Busse unterliegen auf Autobahnen einer maximalen Geschwindigkeit von 100 km/h, außerorts von 80 km/h.

Für Gespanne – zum Beispiel Pkw mit Wohnwagen oder Wohnmobile bis maximal 3,5 t mit Motorradanhänger – gilt außerorts und auf Autobahnen eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h. Erfüllt das Gespann die Bedingungen der „Tempo 100 Regelung“, sind bis zu 100 km/h möglich. Ob diese Bedingungen erfüllt sind, verrät ein Blick auf den Fahrzeugschein sowie ein Aufkleber am Fahrzeug.

Hinweis zur Winterausrüstungspflicht: Wurde ein Fahrzeug mit Schneeketten ausgerüstet, ist die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 50 km/h begrenzt.

Bei schlechtem Wetter: Angepasste Fahrweise ist Pflicht!

Die genannten Geschwindigkeiten sind jeweils zulässige Höchstgeschwindigkeiten. § 3 StVO legt fest, dass die Geschwindigkeit stets so zu begrenzen ist, „dass das Fahrzeug ständig beherrscht wird“. Fahrer müssen insbesondere die Geschwindigkeit „den Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen sowie den persönlichen Fähigkeiten und den Eigenschaften von Fahrzeug und Ladung“ anpassen. Bei Nebel, engen Straßen, starkem Regen oder winterlichen Straßenverhältnissen heißt es deshalb: Fuß vom Gas! Wer hier unangemessen schnell fährt, muss zwar nicht mit Bußgeldern wegen Geschwindigkeitsüberschreitung rechnen. Kommt es zu einem Unfall, wird bei unangepasster Fahrweise jedoch häufig eine Mitschuld angenommen.

Zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten: Diese Strafen drohen

Wer gegen eine zulässige Höchstgeschwindigkeit oder ein Tempolimit verstößt, muss mit Bußgeldern oder Strafen rechnen. Wie hoch diese Strafen ausfallen, richtet sich nach dem Ausmaß der Überschreitung. Der neue Bußgeldkatalog, dessen Bußgelder bisher aufgrund von Formfehlern keine Anwendung finden, sieht Strafen von 20 EUR bis hin zu einer Kombination aus 600 EUR, zwei Punkten und drei Monaten Fahrverbot für Geschwindigkeitsüberschreitungen außerhalb geschlossener Ortschaften vor. Der alte Bußgeldkatalog startet mit Bußgeldern von 10 EUR außerorts. Innerorts reichen die Bußgelder beim neuen Bußgeldkatalog von 30 EUR bis hin zu einer Kombination aus 680 EUR Strafe, zwei Punkten in Flensburg und drei Monaten Fahrverbot. Im alten Bußgeldkatalog starten die Bußgelder mit 15 EUR innerorts. Die genannten Werte gelten nur für Pkw bis 3,5 t ohne Anhänger.

Informiere dich hier über die alten und neuen Bußgelder für Geschwindigkeitsüberschreitungen.

Tempolimit in Europa: Das gilt im europäischen Ausland

Im europäischen Ausland gelten häufig andere Regelungen. So sind in den meisten Ländern für Pkw bis 3,5 t ohne Anhänger außerorts maximal 80-90 km/h erlaubt (Ausnahme: 100 km/h in Österreich). In vielen Ländern gibt es zudem Tempolimits auf Autobahnen. In Belgien beträgt die Höchstgeschwindigkeit zum Beispiel 120 km/h, in Dänemark 130 km/h. In Frankreich gelten 130 km/h regulär und 110 km/h bei Nässe. Auch Italien und Kroatien (jeweils 130 km/h) und Großbritannien (112 km/h) verhängen Tempolimits auf Autobahnen. Hier findest du eine Übersicht zu Tempolimits für PKW in Europa.

Achtung! In vielen Ländern gelten abweichende Regeln für Fahranfänger

In vielen europäischen Ländern gelten für Fahranfänger abweichende Geschwindigkeitsobergrenzen. So sind auf italienischen Schnellstraßen generell 110 km/h erlaubt – aber maximal 90 km/h für Fahrer, die ihren Führerschein seit weniger als drei Jahren besitzen. Auf Autobahnen gilt ein Tempolimit von 100 statt 130 km/h. Auch in Frankreich müssen Fahranfänger in den ersten drei Jahren nach Erwerb ihrer Fahrerlaubnis langsamer fahren als andere Verkehrsteilnehmer. Außerorts gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h, auf Autobahnen 110 km/h.

Nicht nur sicher fahren, sondern auch gut versichert

Die Einhaltung der Geschwindigkeitsregelungen ist wesentlich für die allgemeine Verkehrssicherheit und die persönliche Sicherheit der Verkehrsteilnehmer. Wer sich stets regelkonform verhält, reduziert das Risiko von Unfällen und Schäden.

Falls doch einmal ein Unfall passiert, hilft eine gute Versicherung – zum Beispiel die Generali Kfz-Versicherung mit vielen wertvollen Extra Leistungen.

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