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Wir müssen unsere Familie versorgen, unsere Wohnung bezahlen, unsere Versicherungen decken und vielleicht haben wir noch Kredite, die abbezahlt werden müssen. Ein plötzlicher Jobverlust und damit einhergehende finanzielle Einbußen haben ganz individuelle Folgen. In den meisten Fällen haben Arbeitnehmer bei Jobverlust Anspruch auf Arbeitslosengeld ─ doch nicht immer. Es gibt Situationen, in denen die Agentur für Arbeit auf einmal das Arbeitslosengeld für eine bestimmte Zeit nicht mehr überweist und sogenannte Sperrzeiten verhängt.

In diesem Beitrag erfahrt ihr mehr rund um das Thema Sperrzeiten beim Arbeitslosengeld und welche Möglichkeiten es gibt, wie wir diesen Zustand vermeiden oder aber im Ernstfall überbrücken können.

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Was bedeutet eine Sperrzeit beim Arbeitsamt?

Das Rechtssystem in Deutschland bestimmt, dass jeder Mensch in unserem Land durch staatliche Hilfen versorgt wird. Es schützt sich aber auch durch Paragraphen davor, dass dieses System ausgenutzt wird. Eine dieser Schutzschilder stellt dabei die Sperrzeit beim Arbeitsamt dar. Unter verschiedenen Umständen bleibt Arbeitslosen das Arbeitslosengeld bis zu einem Zeitraum von zwölf Wochen verwehrt. Das bedeutet, dass der Arbeitslose dann keine finanziellen Mittel aus der Arbeitslosenversicherung erhält und die Bezugsdauer zeitgleich gekürzt wird.

Sperrzeit beim Arbeitslosengeld: Wann bekommt man eine Sperre beim Arbeitsamt?

Die Regelungen darüber, in welchen Fällen die Arbeitsagentur einen Arbeitslosen für die Zuschüsse sperren kann, sind im Sozialgesetzbuch III festgehalten. Als Gründe für eine Sperrzeit gelten zum Beispiel:

  • Arbeitsaufgabe beispielsweise durch Eigenkündigung
  • Arbeitsablehnung
  • Unzureichende Eigenbemühungen
  • Ablehnung oder Abbruch einer beruflichen Eingliederungsmaßnahme
  • Meldeversäumnis
  • verspätete Arbeitsuchendmeldung

Der häufigste Grund für die Sperrzeit ist dabei, wenn aus eigenen Stücken gekündigt wird oder ein gemeinschaftlicher Aufhebungsvertrag vorliegt.

Wer zahlt die Krankenversicherung während der Sperrzeit?

Die Frage, wie man während der Sperrzeit krankenversichert ist, lässt sich nicht so leicht klären. Im Allgemeinen aber besteht eine Krankenversicherungspflicht in Deutschland. Diese gilt auch für die Sperrzeit. Wenn während der Berufstätigkeit eine Pflichtversicherung bestand, übernimmt die Agentur für Arbeit auch während der Sperrzeit die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung – auch dann, wenn am Anfang der Arbeitslosigkeit kein Arbeitslosengeld aufgrund der Sperrzeit ausgezahlt wird. Anders verhält es sich allerdings bei einem Auflösungsvertrag mit einer Abfindungszahlung. All diejenigen, die vom letzten Arbeitgeber eine Entlassungsentschädigung erhalten haben, müssen die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge selbst bezahlen.

Wer während der Berufstätigkeit freiwillig gesetzlich krankenversichert war, muss ebenfalls damit rechnen, dass er zumindest für den ersten Monat der Sperrzeit noch
Beiträge für die freiwillige Krankenversicherung abführen muss.
 
Sperrzeit umgehen: Wie verhindere ich eine Sperrzeit durch die Agentur für Arbeit?

Die Sperrzeit zu umgehen, ist für die meisten Arbeitnehmer sinnvoll. Insbesondere dann, wenn der Grund für eine Sperrzeit die Eigenkündigung oder Selbstverschulden ist. Grundsätzlich hilft die Arbeitsagentur bei bevorstehendem Jobverlust. Deshalb ist es immer gut, frühestmöglich mit dieser Kontakt aufzunehmen und sich individuell beraten zu lassen.

Persönliche Gründe wie zum Beispiel gesundheitliche Probleme, Mobbing am Arbeitsplatz oder Probleme in der Familie können dabei als Gründe gewertet werden, die eine Eigenkündigung notwendig werden lassen und die Sperrzeit verhindern. In einigen Fällen sind Arbeitnehmer sogar selbst zur Kündigung berechtigt. Zum Beispiel, wenn der Arbeitgeber wiederholt zu wenig oder zu spät bezahlt hat. Immer ist es deswegen sinnvoll, so früh wie möglich mit einem Experten bei der regionalen Agentur für Arbeit zu sprechen.

Außerdem wichtig ist die Einhaltung von Fristen beim Amt. Auch für Schulabgänger und Studenten können diese Fristen von Bedeutung sein. Denn wer sich nicht an Fristen hält, wird womöglich mit einer Sperrzeit bestraft.

Wie kann ich die Sperrzeit möglichst kurz halten?

Sollte es trotz allen Bemühungen doch zur Sperrzeit beim Arbeitslosengeld gekommen sein, kann unter bestimmten Voraussetzungen die Sperrzeit verkürzt werden.

  • Wenn das Arbeitsverhältnis innerhalb der nächsten sechs Wochen auch ohne die Sperrzeit geendet hätte, verkürzt sich die Sperrzeit auf drei Wochen.
  • Wenn das Arbeitsverhältnis innerhalb von zwölf Wochen geendet hätte, sogar auf nur sechs Wochen.
  • Ebenfalls nur sechs Wochen Sperrzeit erhält derjenige, für den die Sperrzeit eine besondere Härte bedeuten würde. Ob ein besonderer Härtefall vorliegt, entscheidet die Agentur für Arbeit individuell.

Wie kann ich die Sperrzeit überbrücken?

Liegen triftige Gründe vor und möchtest du gegen die Sperrzeit des Arbeitslosengeldes vorgehen, kannst du innerhalb eines Monats nach dem Bescheid Widerspruch einlegen. Neben dem Widerspruch kann auch eine Verkürzung der Sperrzeit beantragt werden, die es einfacher macht, die Wochen ohne Arbeitslosengeld zu überbrücken.
Grundsätzlich gilt aber: Vorsorgen! Eigenständig informieren, das Gespräch zur Arbeitsagentur und dem Arbeitgeber suchen – all das hilft, dass im Idealfall die Sperrfrist umgangen werden kann oder eine Sperrzeit nicht zur Existenzbedrohung wird. Auch die Generali bietet gerade im Bereich Vorsorge Hilfestellungen an.

Fazit

Eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld hat viele Gründe. Häufig wird aufgrund von Eigenkündigung oder bei Versäumnis, die Agentur für Arbeit über den Jobverlust zu informieren, eine Sperrzeit verhängt. In einigen Fällen aber kann die Sperrzeit verkürzt werden. Bei bevorstehendem Jobverlust solltest du immer mit der Agentur für Arbeit in Kontakt treten, um eine Sperrzeit zu umgehen.

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