Spirulina stellen eine Bakterienart dar, die vorwiegend in den subtropischen und tropischen Salzgewässern Afrikas, Australiens und Südostasiens beheimatet ist. In diesen Breitengraden finden sie seit Jahrhunderten Anwendung als Nahrungsmittel. Schon 1974 erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Mikroalgen als „Bestes Nahrungsmittel der Zukunft“, um weltweit Unterernährung und Hunger zu bekämpfen.

Die Gründe hierfür sind die vergleichsweise einfache Kultivierung von Spirulina sowie deren ausgezeichnetes Nährstoffprofil: So punkten diese Mikroalgen mit einer Zusammensetzung von etwa 60 Prozent Proteinen (wobei sämtliche essenziellen Aminosäuren enthalten sind), 20 Prozent Kohlenhydraten, nur 4 Prozent Fett, dafür aber über 5 Prozent Mineralstoffen. Weitere interessante Aspekte sind die hohe Konzentration an Beta-Karotin (einer Vorstufe von Vitamin A), Vitaminen des B-Komplexes, Vitamin E, Eisen, Kalzium, Magnesium und vor allem Vitamin B12.  Vitamin B12 ist dabei hauptsächlich für Veganer und Vegetarier wichtig, da dieses in rein pflanzlichen Lebensmitteln nur in Spuren enthalten ist. Als Folge einer veganen Ernährungsweise kann es deswegen auf Dauer zu gravierenden Mangelerscheinungen kommen, so dass zum Beispiel strenge Veganer zu Nahrungsergänzungsmitteln aus Spirulina greifen. 

Spirulina sind dabei nicht mit Chlorella zu verwechseln, obwohl beide zu den Algen gehören und in letzter Zeit vermehrt als Nahrungsergänzungsmittel angeboten werden. Während Spirulina zu den Blaualgen gehören, werden Chlorella den Grünalgen zugerechnet. Zudem unterscheiden sie sich in der Nährstoffzusammensetzung: Spirulina weisen deutlich mehr Beta-Carotin und Eisen als Chlorella auf, während Chlorella bezüglich ihres Gehalts an vom Körper verwertbarem Vitamin B12 interessanter sind. Zudem gedeihen Chlorella im Gegensatz zu Spirulina nur in Süßgewässern.

Spirulina – Nährstoffe für den ganzen Körper

Die in Spirulina enthaltenen Nährstoffe weisen vielfältige Vorteile für den gesamten Körper auf.

Von dem darin enthaltenen Beta-Carotin, das im Körper zu Vitamin A umgewandelt wird, profitieren vor allem unsere Augen, unser Immunsystem und die Haut. Die Mikroalgen enthalten sogar mehr Beta-Carotin als Karotten und gehören diesbezüglich zu den Spitzenreitern unter den Nahrungsmitteln.

Eisen wiederum ist vor allem für die Blutbildung wichtig, da es dem Organismus ermöglicht, in den roten Blutkörperchen Sauerstoff zu binden und zu den Zellen zu transportieren. Dieser Vorgang ist lebenswichtig. Des Weiteren liefert der hohe Gehalt an Vitamin E in dem Körper ein wichtiges Antioxidans, das zum Beispiel die Herzkraft stärkt und freie Radikale (aggressive Sauerstoffverbindungen) neutralisiert.

Besonders interessant ist ein weiteres Element, das in den Mikroalgen enthalten ist: Phycocyanin heißt der Stoff, der Spirulina ihre blaugrüne Farbe und somit auch Seen und anderen Gewässern ihre charakteristische Färbung verleiht. Phycocyanin wird von manchen auch als „Wundermolekül“ bezeichnet, da es als hochwirksames Antioxidans vielfältige positive Wirkungen hat: Es unterstützt die Funktion von Leber, Nieren und Immunsystem, stärkt die Hirnleistung, fördert die Entgiftung des Körpers (beispielsweise von Umweltgiften) und schützt vor Hautalterung.

Während auch Chlorella hohe Konzentrationen an essenziellen Aminosäuren, Vitaminen, Spurenelementen und Chlorophyll (der Stoff, der Chlorella ihre tiefgrüne Farbe verleiht) enthalten, kann unser Körper diese Nährstoffe besser verwerten, wenn er sie durch Spirulina erhält. Der Grund hierfür ist, dass letztere dünnere Zellwände als Chlorella aufweisen, die der Körper leichter durchbrechen und spalten kann.

Anwendungsgebiete von Spirulina

Durch ihre einzigartige Zusammensetzung aus verschiedenen Nährstoffen weisen Spirulina vielfältige Anwendungsgebiete auf.

Viele Nutzer schwören auf einen wirksamen Anti-Aging-Effekt durch Spirulina, der zum Beispiel die Hautalterung aufhalten helfen soll. Hierbei spielt vor allem die hohe Konzentration an Antioxidantien in Spirulina eine Rolle.

Andere nutzen die Blaualgen als Vorbeugung oder zur Behandlung von Arteriosklerose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Spirulina sollen die Eigenschaft haben, Gefäßablagerungen wie Fette und Kalk zu lösen. Somit bessern sich auch ein zu hoher Blutdruck und die gefürchtete Arteriosklerose. Beides wird aber ursächlich für Schlaganfälle und Herzinfarkte angesehen.

Auch für Menschen mit Übergewicht, erhöhten Blutfett- und/oder Blutzuckerwerten sind die Blaualgen interessant: So sollen Spirulina effektiv die Cholesterinwerte senken, den Blutzucker regulieren und Diätmaßnahmen unterstützen. Beispielsweise hat der hohe Eiweißgehalt eine sättigende Wirkung und wirkt appetitzügelnd, zudem dienen die vielen Vitamine und Mineralien einer guten Nährstoffversorgung des Körpers während einer Diät. Von einer Gewichtsabnahme wiederum profitiert der Organismus in vielfältiger Weise.

Durch ihren hohen Nährstoffgehalt stärken Spirulina auch das Immunsystem und helfen somit alle Erkrankungen zu verhindern oder zu lindern, die mit einem schwachen Abwehrsystem in Verbindung stehen. Andere Befürworter der Blaualgen führen an, dass diese auch bei verschiedenen Allergien eine Hilfe sein können.

Wer Spirulina einnimmt, um seinen Vitamin B 12-Spiegel im Körper zu verbessern (beispielsweise Veganer), sollte beachten, dass nur 20 Prozent des in den Blaualgen vorhandenen Vitamins für den menschlichen Körper verwertbar sind. Chlorella sind diesbezüglich eine bessere Alternative.

Einige verwenden Spirulina auch als Mittel, um Gifte wie Schwermetalle oder sogar radioaktive Belastung aus dem Körper zu leiten und um den Körper von anderen Umweltgiften zu entlasten.

Einnahme von Spirulina

Viele Menschen, die die Blaualgen regelmäßig in Form von Nahrungsergänzungsmitteln konsumieren, betonen: Spirulina wirkt und hat zahlreiche positive Effekte auf den Körper. Auf dem Markt sind Spirulina in verschiedenen Darreichungsformen vor allem in Reformhäusern und Bioläden erhältlich: als Presslinge, als Kapseln, als Kau- oder Lutschtabletten und als Spirulina-Pulver, das beispielsweise unter die Mahlzeiten gemengt werden kann. Seltener gibt es Spirulina als Creme.

Grundsätzlich wird empfohlen, drei bis sechs Gramm Spirulina pro Tag einzunehmen, um eine vorbeugende Wirkung zu erhalten, wobei Überdosierungen bislang nicht bekannt sind. Manche Nutzer verwenden 20 bis 30 Gramm der Blaualgen, um zu entgiften. Dabei sollte man mit 500 Milligramm pro Tag anfangen und die Dosis dann langsam steigern. Nach der Entgiftungsphase wird die Einnahme dann schrittweise wieder reduziert.

Empfehlenswert ist es, beim Kauf von Spirulina-Produkten auf eine gute Qualität zu achten. Sollten die Blaualgen selbst aus verunreinigten oder mit Schwermetallen belasteten Gewässern stammen, kann man nicht erwarten, dass Spirulina wirkt. Achten Sie hierbei auch auf mögliche Füll- und Zusatzstoffe.

Auch sollten Sie berücksichtigen, das Spirulina nicht für Menschen geeignet sind, die beispielsweise eine Allergie gegen Meeresfrüchte haben oder auf diese empfindlich reagieren: Allergische Reaktionen durch Spirulina wurden bereits beobachtet und wenn Sie diese bei sich feststellen sollten, sollten Sie die Blaualgen sofort absetzen. Ansonsten verspricht das Nährstoffprofil dieser Blaualgen interessante Ergebnisse und ein Versuch lohnt sich allemal.

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