Nicht bei allen Arbeitnehmern ruht die Arbeit an gesetzlichen Feiertagen. Wer an Ostern, am 1. Mai oder am 3. Oktober arbeiten darf und welchen Ausgleich Arbeitgeber dafür leisten müssen, gibt das Arbeitsrecht vor.

Beschäftigungsverbot an gesetzlichen Feiertagen

Das deutsche Arbeitsrecht sieht ein Beschäftigungsverbot für Arbeitnehmer an Sonntagen und an gesetzlichen Feiertagen vor. Dieses Beschäftigungsverbot gilt von 0-24 Uhr. Bekanntlich sieht dieses Verbot einige Ausnahmen vor: Der öffentliche Nahverkehr, Krankenhäuser aber auch Gastronomiebetriebe und Unternehmen aus weiteren Branchen ruhen nicht.

Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) sieht deshalb Ausnahmen vor, bei denen Arbeiten an gesetzlichen Feiertagen dennoch erlaubt ist. So gilt das Arbeitsverbot nicht für Tätigkeiten, die zwingend eine tägliche Verrichtung erfordern. Dazu gehört zum Beispiel die Arbeit in Pflegeheimen oder Notfallambulanzen. Auch Angestellte der Branchen Hotel, Gastronomie, Sport und Freizeit sowie Sicherheitsdienste dürfen an gesetzlichen Feiertagen arbeiten.

Die Liste der gesetzlichen Feiertage ist bundesweit nicht ganz einheitlich. In einigen Bundesländern werden zum Beispiel Reformationstag, Allerheiligen oder Maria Himmelfahrt begangen, die in anderen Bundesländern kein Feiertag sind.

Im Schichtbetrieb kann Beschäftigungsverbot verlegt werden

Der Gesetzgeber möchte einerseits die Feiertagsruhe gewährleisten, andererseits aber so geringfügig wie möglich in betriebliche Abläufe eingreifen. Wird in einem Unternehmen regelmäßig Schichtarbeit geleistet, können der Beginn und das Ende der arbeitsfreien Zeit um 6 Stunden verlegt werden. Der Gesetzgeber verlangt allerdings zwingend, dass der Betrieb für mindestens 24 Stunden unterbrochen wird.

So könnte zum Beispiel bis 6:00 Uhr morgens an einem Feiertag gearbeitet werden, wenn die darauffolgende Schicht erst um 6:00 Uhr morgens des Folgetages beginnt. Berufskraftfahrern können die Sonn- und Feiertagsruhe ebenfalls vorverlegen. Dies ist in der Praxis besonders relevant, da viele Kraftfahrer ihre Schicht am Sonntag um 22:00 Uhr zum Ende des Sonntagsfahrverbots beginnen.

Weitere Ausnahmen vom Beschäftigungsverbot an gesetzlichen Feiertagen bedürfen in der Regel einer Genehmigung durch das zuständige Gewerbeaufsichtsamt. Relevant sind solche Ausnahmen insbesondere in außergewöhnlichen Situationen.

Arbeit trotz Feiertag: Das steht Arbeitnehmern zu

Müssen Arbeitnehmer an einem gesetzlichen Feiertag arbeiten, besteht laut Gesetz Anspruch auf einen Ersatzruhetag. Fällt ein gesetzlicher Feiertag auf einen Wochentag, müssen Angestellte innerhalb von acht Wochen nach dem betreffenden Tag einen Ausgleichstag wählen. Müssen Arbeitnehmer an einem Sonntag arbeiten, muss der Arbeitgeber den Ersatzruhetag innerhalb von zwei Wochen nach dem Sonntag einräumen.

Arbeitgeber können ihre Angestellten nicht immer zur Arbeit an Sonn- und Feiertagen verpflichten. Ein Blick in den Arbeitsvertrag hilft weiter. Ist im Vertrag festgehalten, dass die Beschäftigung von montags bis freitags erfolgt, stehen die Chancen gut, am Wochenende nicht arbeiten zu müssen.

Anspruch auf Gehaltszuschläge bei Sonn- und Feiertagsarbeit können sich allein aus dem Arbeitsvertrag ergeben. Eine gesetzliche Regelung dazu existiert nicht.