Wer kein Haus mit Garten besitzt, der freut sich im Frühjahr und Sommer, wenn er auf dem Balkon die frische Luft genießen kann. Auch dieser Bereich eignet sich wunderbar als gemütlicher Rückzugsort. Besonders schön wird dieser, wenn man sich die Natur in die Erweiterung des Wohnzimmers holt. Blumen, Kräuter, Gräser oder kleine Bäume gedeihen auch auf dem Balkon prächtig. Doch der Bepflanzung sind Grenzen gesetzt. Bevor Du ans Werk gehst und dem grünen Daumen freie Hand lässt, solltest du dich informieren, was rechtlich erlaubt ist. Denn nicht nur bauliche Veränderungen sowie Rauchen & Grillen sind auf dem Balkon geregelt, sondern auch die Balkonbepflanzung.

Blütenmeer im grünen Wohnzimmer

Die Eisheiligen sind vorbei, frostige Nächte sind frühestens wieder im Oktober zu erwarten. Jetzt können alle Pflanzen ins Freie, selbst kälteempfindliche Blumen. Wer vom leuchtenden, farbenfrohen Blütenmeer träumt, der nutzt am besten Blumenkästen, die man am Balkongeländer einhaken kann. Dies ist erlaubt und eine vielverbreitete Methode der Balkonbepflanzung. Bleibt die Frage, ob die Kästen auf der Innenseite angebracht werden müssen oder auch auf der Außenseite ihren Platz finden dürfen:

  • Innenseite: Dagegen ist prinzipiell nichts einzuwenden. Die Innenseite gehört zum Sondereigentum bzw. zur Mietsache und darf nach persönlichem Geschmack gestaltet werden, solange die Optik der Fassade nicht nachhaltig verändert wird und die Kästen gut gesichert angebracht sind.
  • Außenseite: Hier gestaltet sich die rechtliche Frage komplizierter. Ja, sie ist nicht einmal eindeutig geregelt. Bei Eigentümern entscheidet der Mehrheitsbeschluss der Eigentümerversammlung. Für Mieter kann die Anbringung der Blumenkästen außen am Balkongeländer möglich sein. Allerdings darf die Verkehrssicherungspflicht nicht vernachlässigt werden. Das heißt, die Kästen müssen sicher verankert werden, sodass sie auch bei Sturm keine Gefahr für andere Menschen werden und parkende Autos nicht beschädigen können. Ein anderer kritischer Aspekt ist heruntertropfendes Gießwasser. Nachbarn der unteren Etage müssen es nicht akzeptieren, wenn Mobiliar oder Balkon durch das Tropfwasser verunreinigt werden. In diesem Falle ist man schadensersatzpflichtig.

Naturoase auf dem Balkon

Innerhalb des Balkons dürfen Pflanzen nach persönlichem Geschmack gezogen und gehalten werden. Einzige Voraussetzung: Sie sind so zu sichern, dass sie auch Sturmböen standhalten. Diese Regelung sollten Balkonbesitzer strikt beherzigen. Stellt ein Mieter eine Pflanze ungesichert in sein grünes Freiluft-Wohnzimmer, kann dies zur Abmahnung und bei weiterer Nichtbeachtung zu einer fristlosen Kündigung führen. Große Bäume dürfen übrigens nicht gepflanzt werden, wie zum Beispiel Ahornbäume. Eine Ausnahme können kleinere Bäume darstellen oder spezielle Zwergbäume. Diese dürfen allerdings den Nachbarn nicht stören und sollten besser vom Vermieter genehmigt werden. Dass Pflanzen wie Cannabis auf dem Balkon nichts zu suchen haben, versteht sich von selbst. Wer Rauschgift anbaut, muss mit einer fristlosen Kündigung rechnen.

Wie verhält es sich mit Kletterpflanzen?

Auch hier ist Vorsicht angezeigt. Wer Mieter ist, muss vorab auf jeden Fall die Zustimmung des Vermieters einholen. Dieser muss den Anbau von Kletterpflanzen nicht dulden, da diese die Fassade beschädigen können. Ist dies der Fall, muss der Mieter Schadensersatz leisten. Wer die Genehmigung des Vermieters hat und Kletterpflanzen auf seinem Balkon kultivieren darf, der sollte auf einen regelmäßigen Rückschnitt achten, damit sie die Triebe nicht auf den Nachbarsbalkon ausbreiten.

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