Wusstest du, dass du dich zur Pflege von Angehörigen zu Hause von der Arbeit freistellen lassen kannst? Wenn du für andere Familienmitglieder die Verantwortung trägst, ist es gut, wenn du deine Rechte als Arbeitnehmer oder Arbeitnehmerin kennst. Ob es sich nun um einen Notfall oder eine langfristige Erkrankung handelt. Es kommt nicht selten vor, dass sich Menschen von der Arbeit freinehmen müssen, um sich um ein Familienmitglied zu kümmern.

In Deutschland gibt es den Anspruch auf Freistellung zur Pflege von Angehörigen, auch „Pflegezeit“ genannt. Wenn du vorhast, dir für die Pflege eines Familienmitglieds oder einer abhängigen Person freizunehmen, musst du wissen, was mit diesen Begriffen gemeint ist. Auch von Arbeitgeberseite müssen diese Fragen geklärt sein.

Was bedeutet Freistellung zur Pflege von Angehörigen?

In Deutschland haben Arbeitnehmer und Auszubildende laut Pflegezeitgesetz das Recht, sich zur kurzfristigen Pflege Angehöriger und der Organisation weiterer Maßnahmen bis zu 10 Tage freizunehmen.

Zum Beispiel dann, wenn einer angehörigen Person unerwartet etwas passiert. Etwa ein Unfall geschieht oder eine plötzliche schwere Erkrankung eintritt. Dann kannst du diese Zeit nutzen, um dich kurzfristig um die Person zu kümmern, wichtige Anträge in diesem Zusammenhang zu erledigen und die weitere Pflege zu planen.

Wenn dein Angehöriger deine Pflege längerfristig braucht, kannst du klären, ob vielleicht die Familienpflegezeit oder eine Begleitung in der letzten Lebensphase in Frage kommt.

Wie meldest du dem Arbeitgeber die Freistellung zur Pflege von Angehörigen?

Wenn sich deine persönlichen Umstände derart ändern, dass du deinen Pflichten im Beruf nicht ausreichend nachkommen kannst, solltest du möglichst bald mit deinem Arbeitgeber oder der Personalabteilung klären, wie die Einzelheiten der Freistellung zur Pflege von Angehörigen geregelt sind.

Du musst die Freistellung nicht schriftlich beantragen, denn du hast grundsätzlich ein Recht darauf. Aber du musst deinem Arbeitgeber mitteilen, dass und wie lange du voraussichtlich abwesend bist. Dein Arbeitgeber kann seinerseits ein ärztliches Attest über die Pflegebedürftigkeit deines Angehörigen verlangen.

Wie ist die Bezahlung während der Freistellung zur Pflege von Angehörigen geregelt?

Ob du während der Freistellung bezahlt wirst, hängt von deinem Arbeits- oder Tarifvertrag ab. Ein einzelner Tag gilt laut § 616 BGB meist als „verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit“ und ist abgedeckt. Mehrere Fehltage können diese jedoch überschreiten. Falls du keine vertraglichen Grundlagen hast, liegt die Frage nach der Bezahlung im Ermessen deines Arbeitgebers.

Steht definitiv fest, dass du während der Freistellung nicht bezahlt wirst, hast du vielleicht einen Anspruch auf Pflegeunterstützungsgeld gemäß § 44a Elftes Sozialgesetzbuch. Voraussetzung ist auch hier, dass du einen nahen Angehörigen pflegst und die Pflegebedürftigkeit nachgewiesen ist. Du beantragst das Pflegeunterstützungsgeld bei der privaten Pflegeversicherung bzw. Pflegekasse der betreuten Person.

Was passiert, wenn du nach der Freistellung zur Pflege von Angehörigen wieder zur Arbeit gehst?

Wenn du dir Zeit nimmst, die Pflege von Angehörigen zu Hause zu übernehmen, ist es wichtig, dass du deinen Arbeitgeber weiterhin auf dem Laufenden hältst. Kläre, wie oft du dich melden sollst und ob dies in Form einer E-Mail, eines Anrufs oder eines persönlichen Treffens passieren soll.

Vor der Rückkehr informierst du dich am besten rechtzeitig, ob es Updates oder Änderungen gibt, bevor du wieder in die Arbeit einsteigst.

Alle Journal-Artikel