Eine geliebte Person in einer Notsituation zu pflegen, ist eine lohnende, aber auch herausfordernde Erfahrung. Die Kunst besteht darin, eine gesunde Balance zwischen der Pflege und der eigenen Lebensgestaltung zu finden. Hier erfährst Du, wie Du einen älteren Angehörigen pflegen und Dich gleichzeitig um Dich selbst kümmern kannst.

Plan aufstellen

Mit einer Liste der zu erledigenden Dinge kannst Du den Überblick behalten und mit maximaler Effizienz arbeiten. Schreibe auf, welche Aufgaben Du täglich für Deinen Angehörigen übernimmst. So kannst Du direkt erkennen, was sich schnell erledigen lässt und wofür sich einfache Lösungen finden lassen. Beispiel: Wenn das Kochen ein Problem darstellt, kannst Du mehrere Mahlzeiten vorbereiten, einfrieren und bei Bedarf einfach aufwärmen.

Verantwortung teilen

Es ist wichtig, die eigenen Grenzen zu kennen und sich nicht zu übernehmen. Pflegende Angehörige leiden oftmals unter chronischer Erschöpfung, Schlafstörungen oder Depressionen. Nimm bei täglichen Hausarbeiten wie Wäschewaschen, Bügeln, Putzen und Gartenpflege gegebenenfalls Hilfe in Anspruch und lass Dir bei Bedarf von einem ambulanten Pflegedienst unter die Arme greifen. Wenn Du Geschwister, andere Familienmitglieder oder Freunde der Familie hast, die in der Nähe wohnen, kannst Du auch einen Teil der Verantwortung an sie abgeben. Sie können die Hausarbeiten zum Beispiel untereinander aufteilen beziehungsweise einen Zeitplan aufstellen, wer sich wann um was kümmert.

Darüber hinaus können nahe Angehörige im akuten Pflegefall dank des Pflegezeitgesetzes kurzfristig bis zu zehn Tage unbezahlt von der Arbeit fernbleiben. In dieser Zeit hast Du Anspruch auf ein Pflegeunterstützungsgeld, das bei der Pflegeversicherung des zu pflegenden Angehörigen beantragt werden kann. So bist Du finanziell abgesichert und kannst die Pflege des Angehörigen organisieren. Für den Anspruch auf das Pflegeunterstützungsgeld gelten bestimmte Voraussetzungen und Berechnungsgrundlagen.

Flexibel arbeiten

Das Arbeiten aus der Ferne ist dank digitaler Technologien heutzutage wesentlich leichter als noch vor einigen Jahren und viele Arbeitgeber passen sich der steigenden Nachfrage nach flexiblen Arbeitsformen an. Es kann sich also durchaus lohnen, mit Vorgesetzten zu sprechen, ob sich Deine Arbeitszeiten individuell aufteilen lassen oder ob Du auch im Homeoffice arbeiten kannst. So kannst Du Arbeit und Pflege besser unter einen Hut bringen. Studien haben übrigens nachgewiesen, dass die Produktivität im Homeoffice merklich steigt.

Auszeit nehmen

Auch wenn es schwerfällt: Plane genug Zeit für Dich selbst ein und lass diese Auszeiten Teil Deiner täglichen Routine werden. Du kannst zum Beispiel den Wecker etwas früher stellen und in einem Buch lesen, einen flotten Spaziergang machen oder zehn Minuten meditieren, um Körper und Geist zu entspannen.

Außerdem ist es wichtig, etwas zu planen, auf das Du Dich freust. Halte Dir alle paar Wochen ein Wochenende frei und erhole Dich zu Hause, unternimm etwas mit Freunden oder mach einen Kurztrip. Frage auch bei Deiner Krankenkasse nach speziellen Entlastungsangeboten für pflegende Angehörige. Heutzutage gibt es viele Vorsorge- und Rehabilitationsleistungen, mit denen Erkrankungen vorgebeugt beziehungsweise die Gesundheit von Pflegenden wiederhergestellt werden kann.

Gönne Dir regelmäßig eine Auszeit, damit Du – auch im Interesse Deines pflegebedürftigen Angehörigen – lange körperlich und seelisch gesund bleibst.

Schütze Deine Liebsten, indem Du darauf achtest, dass sie die nötigen Vitamine und Mineralstoffe zu sich nehmen.

Alle Magazin Artikel