Auswandern ist ein riesiges Abenteuer. Zunächst glaubt man vielleicht, dass man sich viel zu viel vorgenommen hat. Lass dich davon aber nicht abschrecken! Wenn es um einen Umzug ins Ausland geht, braucht jeder etwas Starthilfe.

Diese Tipps helfen dabei, die große Herausforderung Auswanderung in kleine, überschaubare Aufgaben aufzuteilen. Erfahre, was du tun musst, um jede Einzelaufgabe zu bewältigen. Bist du bereit für das Abenteuer deines Lebens? Erfahre mit unserem Leitfaden, wie dir das Auswandern gelingt.

Auswandern: Die wichtigsten Unterlagen

Die wichtigsten Unterlagen

Stelle sicher, dass du Anspruch auf ein Visum hast
Dies sollte deine erste Aufgabe sein. Sofern du als EU-Bürger in ein Nicht-EU-Land ziehst, gilt: Wenn du keinen Anspruch auf ein Visum in dem Land hast, kannst du nicht dorthin auswandern!

Es gibt unterschiedliche Gründe, weshalb ein Visum erteilt wird. Wenn man beispielsweise beabsichtigt, im Ausland ein Studium aufzunehmen, kann man gegebenenfalls ein Studentenvisum erhalten. Wenn man ein Jobangebot bekommen hat, ist es möglich, ein Arbeitsvisum zu erhalten. Man kann ein Visum auch bekommen, wenn man mit einem Staatsbürger oder einer Staatsbürgerin des Bestimmungslandes verheiratet ist.

Informiere dich zuerst auf der Webseite der Regierung des Ziellandes über Visumsangelegenheiten. Dort findet man ausführliche Erläuterungen zu allen Visabestimmungen sowie Informationen zum Beantragungsprozess. Du solltest deinen Visumsantrag möglichst bereits vor dem Umzug stellen. Es ist schwieriger und riskanter, das Visum erst nach Ankunft im Bestimmungsland zu beantragen. Falls du Hilfe beim Antrag benötigst, wende dich an das Konsulat oder die Botschaft des Ziellandes.

Stelle sicher, dass dein Reisepass gültig ist

Dein Reisepass sollte mindestens noch sechs Monate nach dem Einreisedatum gültig sein. Zudem lohnt es sich, sowohl physische als auch digitale Kopien all deiner Papiere zu machen – man weiß ja nie, ob und wann man sie benötigt.

Die finanzielle Vorbereitung

Fange an zu sparen ­– jetzt sofort
Wenn du dachtest, der Umzug in eine andere Stadt sei teuer, wirst du schnell feststellen: Der Umzug in ein anderes Land ist nochmal eine ganz andere Hausnummer! Nachdem du geprüft hast, ob du Anspruch auf ein Visum hast, solltest du deshalb anfangen, möglichst viel zu sparen. Wenn du nicht vorhast, dein ganzes Hab und Gut mitzunehmen, solltest du dich jetzt um dessen Verkauf kümmern. Idealerweise hast du genug Geld zur Verfügung, um die Kosten des Umzugs sowie Lebenshaltungskosten für etwa sechs Monate nach dem Umzug zu decken. Wenn du in ein Land mit hohen Lebenshaltungskosten auswanderst, solltest du diese erhöhten Kosten berücksichtigen. Erstelle einen Überblick über alle potenziellen Ausgaben. So erhältst du eine Vorstellung davon, wie viel du sparen musst. Erstellst du dein Budget richtig, vermeidest du eine finanzielle Schieflage, die bei einer Auswanderung schnell eintreten kann.

Mach einen Banking-Plan
Wenn man im Ausland arbeiten will, braucht man im Zielland ein Bankkonto. Allerdings lohnt es sich, etwas Geld auf dem Konto im Heimatland zu lassen und einem Verwandten, Freund oder Anwalt im Notfall eine Kontovollmacht zu erteilen. Denke daran, bei deiner Bank nachzufragen, ob deine Bankkarten im Zielland funktionieren.

Setze dich mit deiner steuerlichen Situation auseinander
Bevor man abreist, muss man wissen, welche Steuern weiterhin im Heimatland fällig sind und wie man diese zahlen kann. Das kann ziemlich kompliziert sein. Daher empfehlen wir, die Unterstützung eines Buchhalters oder eines Steuerfachwirts mit internationalen Kenntnissen in Anspruch zu nehmen. Dies kostet zwar Geld, lohnt sich allerdings durchaus. Ein Experte hilft dir dabei, rechtlich auf der sicheren Seite zu stehen. Zudem weist er dich auf sämtliche Abzüge und Gutschriften hin, auf die du möglicherweise Anspruch hast.

Lass dich ausreichend versichern
Wenn du in deinem Heimatland bereits eine Krankenversicherung hast, informiere dich darüber, ob sie dir auch im Ausland Schutz bietet. Wenn nicht, brauchst du eventuell eine neue Krankenversicherung. Das gilt selbst dann, wenn das Zielland eine allgemeine Gesundheitsversorgung hat – einige Länder gewähren Immigranten keinen Zugang dazu. Wie auch immer deine neue Gesundheitsversorgung aussieht: es lohnt sich, Kopien deiner Rezepte mitzubringen, um leichter an Medikamente zu kommen, die du benötigst. Zudem solltest du natürlich alle empfohlenen Impfungen für das Bestimmungsland haben.

Wenn du eine Familie hast, aber keine Lebensversicherung, solltest du dich spätestens jetzt darum kümmern. Sobald du versichert bist, weißt du, dass deine Angehörigen immer versorgt sein werden – selbst wenn dir mal etwas zustoßen sollte. Das ist besonders beruhigend, wenn man sich in einem fremden Land befindet.

Wenn du vorhast, hochwertige Gegenstände in deinem Heimatland zurückzulassen, lohnt es sich ebenfalls, diese versichern zu lassen. Zu guter Letzt: Denke daran, eine einfache Reiseversicherung abzuschließen, bevor du fliegst. Diese ist einer normalen Reiseversicherung ähnlich, versichert jedoch nur eine einfache Strecke und nicht Hin- und Rückreise.

Auswandern: Finde eine Wohnung
 
Finde eine Wohnung

Plane im Voraus oder sei flexibel
Wenn du bereits vor der Auswanderung ein neues Zuhause finden willst, lohnt es sich, vorab das Zielland zu besuchen, um geeignete Viertel zu erkunden und Häuser und Wohnungen persönlich zu besichtigen. Du kannst auch die Dienste eines Auswanderungsagenten in Anspruch nehmen. Ein guter Agent kann seine Ortskenntnisse nutzen, um dir dabei zu helfen, eine Wohnung in einer geeigneten Gegend zu finden.

Man kann aber auch eine Kurzzeitmiete für etwa sechs Monate in einer Gegend in Betracht ziehen, die den eigenen Vorstellungen entspricht. So hat man ausreichend Zeit, um ein Gefühl für die neuen Räume zu bekommen und andere Stadtteile zu erkunden. Später hat man immer noch die Möglichkeit, eine längerfristige Entscheidung zu treffen.

Was es zu beachten gilt
Am besten geeignet ist eine Gegend, die praktische Belange mit dem gewünschten „Vibe“ in Einklang bringt. Zu den Faktoren, die zu berücksichtigen sind, gehören Verkehrsverbindungen, lokale Vorzüge, Demografie, Sicherheit und Lärmpegel. Denke daran, dass du wahrscheinlich keinen Ort finden wirst, der in allen Punkten voll überzeugt. Um den Entscheidungsprozess also ein wenig einfacher zu gestalten, unterscheide zwischen deinen Bedürfnissen und deinen Wünschen, bevor du mit der Suche loslegst.

Sich überall abmelden
Du solltest sämtliche Finanzinstitute, Ämter (zum Beispiel Einwohnermeldeamt, Finanzamt, Versorgungsamt), Stadtwerke und Netzanbieter über deine Auswanderung informieren. Da man fast immer vergisst, allen Bescheid zu geben, lohnt es sich ebenfalls, einem Freund oder Verwandten die Vollmacht zur Annahme deiner Post zu erteilen, damit du nichts Wichtiges verpasst.

Auswandern: Was man mitnehmen sollte
 
Was man mitnehmen sollte

Wenn man mit einem One-Way-Ticket reist, kann es vorkommen, dass man am Flughafen etwas genauer überprüft wird als sonst. Sei also bereit, Antworten zu deiner Reise und zum Zweck deines Aufenthalts im Zielland zu beantworten.

Selbstverständlich sind der Reisepass und das Visum die wichtigsten Dokumente, die man braucht. Zudem benötigt man einen Nachweis zum Zweck des beabsichtigten Aufenthalts. Wenn du beispielsweise einen Job bekommen hast, benötigst du einen Nachweis über das Angebot und/oder eine Kopie deines Arbeitsvertrags. Hast du ein Studentenvisum, bringe deine Immatrikulationsbescheinigung mit. Wenn du mit einem Staatsbürger oder einer Staatsbürgerin des Ziellandes verheiratet bist, brauchst du eine Kopie der Eheurkunde.

Man sollte zudem Unterlagen zu dem beabsichtigten Aufenthaltsort samt Adresse mitbringen, zusammen mit Kontoauszügen, die nachweisen, dass man zahlungsfähig ist. Generell solltest du dich darauf gefasst machen, ausführliche Fragen zu deinen Plänen für die nächsten Monate zu beantworten. Stelle sicher, dass du dich vor deiner Ausreise bei der Botschaft deines Heimatlandes anmeldest – möglicherweise kann dir die Botschaft Hilfe leisten, falls du in Schwierigkeiten geraten solltest.

Wissenswertes
Bisher haben wir uns vor allem mit den Formalia beschäftigt, die mit einer Auswanderung verbunden sind. Werfen wir nun einen Blick auf zusätzliche nützliche Tipps, um das Ankommen im neuen Land einfacher und angenehmer zu gestalten.

Zögere nicht, die Sprache zu lernen
Je schneller man anfängt, desto leichter fällt die Kommunikation nach der Ankunft. Eine mobile Sprachlern-App bietet einen leichten Einstieg. Sobald du dich eingelebt hast, melde dich für einen Sprachkurs an und schließe Freundschaften mit Einheimischen – die beste Art eine Fremdsprache zu lernen, ist es sich mit Muttersprachlern zu unterhalten.

Packe minimalistisch
Packe vor dem Umzug nur das Wesentliche, wichtige Unterlagen und ein paar Gegenstände mit sentimentalem Wert. Bevor du dich entscheidest, dein restliches Hab und Gut später versenden zu lassen, verkaufe lieber alles, was du nicht brauchst. Dies ist eine gute Gelegenheit zum Ausmisten. Außerdem bringt es dir ein wenig zusätzliches Startkapital und du sparst Versandkosten. Vermeide es, deinen Besitz in einer Lagerbox aufzubewahren. Die Kosten summieren sich im Laufe der Zeit und wenn du die Gegenstände vorübergehend nicht benötigst, benötigst du sie wahrscheinlich auch dauerhaft nicht mehr. Wenn du Wertsachen besitzt, die du nicht mitnehmen willst, bitte einen Freund oder einen Verwandten darum, diese bei sich aufzubewahren.

Überlege dir, wie du mobil sein willst
Informiere dich darüber, wie du am besten und am kostengünstigsten mobil sein kannst – mit einem Jahresabonnement für den öffentlichen Personennahverkehr kann man eventuell Geld sparen. Falls du ein Auto brauchst, solltest du die Vor- und Nachteile eines lokalen Autokaufs gegen das Versenden deines Autos aus der Heimat abwägen. Lerne zudem die Straßenverkehrsregeln und lokale Gepflogenheiten kennen, bevor du mit dem Auto startest. Stelle sicher, dass dein Führerschein in dem Bestimmungsland anerkannt wird. Wenn nicht, musst du einen internationalen Führerschein beantragen.

Tauche in die Kultur ein
Der Anschluss in einer Expats-Gemeinschaft hilft dir beim Ankommen. Doch widerstehe der Versuchung, nur in der eigenen Blase zu leben. Denn das Beste am Auswandern ist doch die Gelegenheit, eine neue Kultur von Grund auf kennenzulernen. Freunde dich deshalb mit Einheimischen an. Sie können dich in die lokale Lebensart einführen und dir Orte zeigen, die Touristen nicht kennen.

Genieße jeden Moment
Auswandern ist hart. Aber es ist auch eine einmalige Reise, auf die man später voller Stolz zurückblickt. Also gib jedem Moment die Wertschätzung, die er verdient. Sei dankbar für die harten Zeiten – sie lassen dich wachsen. Und genieße die guten Zeiten – sie machen die ganze Sache so wertvoll!

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