Personalerin führt Vorstellungsgespräch mit Bewerberin durch.

So bereitest du dich auf ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch vor

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So berei­test du dich auf ein erfolg­rei­ches Vor­stel­lungs­ge­spräch vor

Das Vorstellungsgespräch ist eine der Hürden auf dem Weg zum erfolgreichen Arbeitgeberwechsel. Wer Karriere machen will, seinen Fokus im Job wechseln oder das Einkommen sichern will, wagt den Sprung in ein anderes Unternehmen. Ohne gute Vorbereitung kann der Traum allerdings schnell ausgeträumt sein. Du überzeugst nur, wenn du deinem Gesprächspartner im Vorstellungsgespräch bewusst machst, weshalb du dich bewirbst, welche Stärken und Schwächen du hast und womit du deine Mitbewerber hinter dir lassen kannst.

Vorstellungstermin und Telefoninterview — trainiere für den Ernstfall

Was machst du, wenn du an einem sportlichen Wettbewerb teilnehmen willst? Klar, du trainierst. Wer einen Job sucht und sich im Vorstellungsgespräch optimal präsentieren will, geht dagegen häufig weitgehend unvorbereitet in die Situation. Dabei ist es wichtig, möglichst ruhig und offen für Neues aufzutreten. Die ungewohnte Situation und die Wichtigkeit des Termins lassen jedoch auch beim selbstbewusstesten Bewerber schon mal die Nerven flattern. Statt flüssiger Antworten kommt nur ein unsicheres „äh“ oder „ja, also…“ heraus.

Situationen wie diese lassen sich aber üben. So bist du nicht mehr überwiegend mit deiner Aufregung beschäftigst, sondern gehst interessiert in das Gespräch. In den vielfach angebotenen Bewerbertrainings, die online, von Volkshochschulen, Universitäten und Bewerbercoachs angeboten werden, kannst du dich frühzeitig mit ungewohnten Fragen und der stressigen Interviewposition auseinandersetzen.

Noch wichtiger als die Übungssituation sind Live-Kontakte mit Unternehmen, die in dem maßgeblichen Bereich tätig sind. Auf Ausbildungs- und Karrieremessen findest du solche Unternehmen. Kommst du an deren Messestand mit den Mitarbeitern ins Gespräch, erfährst du nebenbei, wie das Unternehmen tickt und worauf es bei seinen Bewerbern Wert legt.

Gleichzeitig übst du deine kommunikativen Fähigkeiten und erfährst, wie sich dein Stresslevel in dieser neuen Situation auswirkt. Leidest du unter Herzklopfen, Stottern, Schweißausbrüchen und Blackout? Vielleicht aber auch unter gar nichts davon? Du lebst im Gespräch erst so richtig auf und fühlst dich einfach wohl in deiner Haut? Teste es aus.

Tipps fürs Vorstellungsgespräche — strukturiert vorbereiten

Du hast dich bei einem oder mehreren Wunscharbeitgebern beworben und ein Termin für ein persönliches Gespräch erhalten? Bereite den ca. 0,5- bis 1,5-stündigen Termin wie dein Projekt vor und beantworte die Fragen: Was? Wer? Wann? Wie?

Was?

Rufe dir nochmals in Erinnerung, auf welche Stelle du dich beworben hast:

  • Was war deine Motivation, um dich gerade auf diese Position in diesem Unternehmen zu bewerben?
  • Mit welcher Ausbildung, welchen Stärken und Erfahrungen kannst du punkten?
  • Was versprichst du dir von einer Mitarbeit?
  • Wie wünschst du dir die Einarbeitung/Ausbildung?
  • Was wäre für dich ein No-Go in der Zusammenarbeit und den Rahmenbedingungen?
  • Was stellst du dir hinsichtlich Vergütung, Urlaub, Zusatzleistungen und den Arbeitsplatz vor?

Wer?

Hier stehen das Unternehmen und die angekündigten Gesprächspartner im Mittelpunkt:

  • Warum hast du dich gerade auf diese Stellenanzeige beworben?
  • Wie ist das Unternehmen aufgebaut (Gründung, Inhaber, Expansionspläne, Struktur, Stärken und Schwächen?)
  • Welche Erfahrungen über das Unternehmen werden kommuniziert (soziale Medien, Presse, Internetforen etc.)
  • Wer sind deine Gesprächspartner (Personalverantwortliche, Führungskraft, Geschäftsführer)?

Wann?

  • Du hast die lang ersehnte Einladung zu einem Vorstellungsgespräch erhalten. Der Termin steht. Was ist jetzt noch zu bedenken?
  • Wann musst du die Anreise antreten, um ca. 10 Minuten vor dem Vorstellungstermin ohne Hetze am Ziel zu sein?
  • Wie kommst du am schnellsten und sichersten zum Ziel?
  • Wo befinden sich Eingang, Parkplätze und der öffentliche Nahverkehr?
  • Gibt es in der Nähe ein Cafe zum Warten oder ein Hotel zum Übernachten?

Wie?

Mindestens so wichtig wie Anreise, Termin und Informationen rund um das Unternehmen bzw. die Branche, ist die Art des Bewerbungsgesprächs. Handelt es sich um ein Vorstellungsgespräch mit einem oder zwei Gesprächspartnern aus der Personalabteilung? Ist die künftige Führungskraft auch anwesend? Wirst du durch ein Assessmentcenter geschleust oder gibt es einen Probearbeitstag?

In jedem Fall solltest du alle relevanten Informationen des Unternehmens parat haben und Fragen flüssig und sicher beantworten können. Auch provokante Fragen dürfen dich nicht aus dem Konzept bringen. Vielmehr solltest du aktiv deine Fähigkeiten anbieten und deutlich machen, wie du das Unternehmen mit Know-how und Ideen, Routine und Flexibilität unterstützen kannst.

Professionelle Selbstdarstellung ist gefragt

Elevator Pitch überzeugt

Übe eine kurze und knackige Darstellung deiner Person und Fähigkeiten ein:

  • Wer bist du?
  • Was kannst du?
  • Was willst du?

Von Selbstständigen kennt man den Elevator Pitch, um potenzielle Kunden von sich zu überzeugen. Diese ca. 30 Sekunden starke Selbstpräsentation sollte alles beinhalten, was es über dich als Bewerber und möglichen Mitarbeiter Interessantes zu wissen gibt. Erarbeite dir eine Selbstdarstellung und übe sie vor dem Spiegel ein. Freunde helfen mit der Stoppuhr und Feedback.

Kleidung zeigt Wirkung

In kaum einem Vorstellungsgespräch muss man heute noch mit Schlips und Anzug oder Kostüm antreten. Vielmehr solltest du dir klar machen, für welche Branche und in welcher Position du dich bewirbst. Deine Kleidung sollte dazu und zu dir passen. Verkleide dich nicht. Das wirkt gekünstelt und unsympathisch. Verwechsle dennoch nicht das Bewerbungsgespräch mit einer Shoppingtour unter Freunden.

Es geht um etwas und das solltest du mit angemessener Kleidung und dezentem Auftreten honorieren. Mach dir daher Gedanken, ob das Nasenpiercing, die grüne Haarsträhne oder gekonnt eingefügte Löcher in der Designerjeans deinen Gesprächspartner überzeugen können.

Aktiv Fragen stellen

Um sicherer über eine künftige Mitarbeit entscheiden zu können und den möglichen Arbeitgeber besser kennenzulernen, solltest du Fragen stellen. Als Themen bieten sich an:

  • Expansions- oder Fusionspläne (Vorsicht: gut vorbereiten und neutral fragen!)
  • Ausbildung bzw. Einarbeitung (Vorsicht: Rückfragen an den Bewerber sind beliebt)
  • Fragen zu Abteilungsstruktur, Teams, Führungskräfte (Vorsicht: Nicht erfragen, was im Netz ohnehin nachzulesen ist)
  • Gehaltsentwicklung und Leistungen über das Gehalt hinaus (Vorsicht: Realistisch bleiben)
  • Qualitätsstandards und Leitbild des Unternehmens (Vorsicht: besser keine eigene Meinung einbringen)

Musst du Stärken und Schwächen nennen?

Eine der größten Herausforderungen sind Fragen nach deinen Stärken und Schwächen. Was sollst du darauf antworten? Grundsätzlich gilt: Ganz nah bei der Wahrheit bleiben. Spätestens mit dem Zeugnis und einem Probearbeitstag kommt manche Beschönigung blitzschnell ans Licht. Stattdessen die Stärken kurz und praxisorientiert schildern.

Gemeint sind hier solche Stärken, die im Zusammenhang mit dem Arbeitgeber und dem anvisierten Job stehen. Dabei nicht übertreiben, aber mit deinem Know-how auch nicht geizen. Dasselbe gilt für Schwächen. Auch hier solltest du die eine oder andere Schwäche im beruflichen Rahmen realistisch nennen können, sie aber nicht übertrieben herausstellen.

Tipp: Wer bei der Frage nach seinen Schwächen plötzlich alle kommunikativen Fähigkeiten verliert, während er vorher bei den Stärken kaum zu bremsen war, macht sich unglaubwürdig.

Je nach Ablauf des Bewerbungsverfahrens werden Stärken und Schwächen bereits im Telefoninterview abgefragt. Was für den einen einfacher ist, weil er sein Gegenüber nicht sieht, ist für den anderen deutlich aufregender. Umso wichtiger ist es, auf diese Form des Erstkontakts besonders gut vorbereitet zu sein. Was du dazu wissen solltest, erfährst du hier.

Gehaltsverhandlung bereits vor dem Jobantritt

Im Vorstellungsgespräch Fragen parieren und Antworten empfängergerecht formulieren, ist schon anspruchsvoll genug. Über das künftige Gehalt zu verhandeln, wenn man weder das Unternehmen noch seinen Gesprächspartner kennt, hebt das Niveau des Vorstellungsgesprächs noch mal an. Denn in diesem Moment befindest du dich bereits auf der Zielgeraden. Personalverantwortliche fragen erst dann nach den Gehaltsvorstellungen, wenn du bereits in der engeren Wahl bist.

Fair verhandeln und argumentieren

Meist wird zuerst nach dem bisherigen Einkommen gefragt. Auch hier gilt, nah am tatsächlichen Gehalt zu bleiben. Es ist absolut in Ordnung, wenn du mit dem Jobwechsel auch einen (realistischen) Einkommensanstieg anstrebst. Diesen kannst du kurz begründen, musst es aber nicht.

Falls der Gesprächspartner die Einkommensvorstellungen des Unternehmens nicht nennt, solltest du ihn direkt danach fragen. So kannst du sofort darauf reagieren und das offene Gespräch konkreter fassen. Dazu gehören auch alternative Gehaltsbestandteile, wie beispielsweise ein Jobticket, Kindergartenzuschuss, Unfallversicherung durch den Arbeitgeber etc.

In der Regel folgt ein zweites Gespräch, in dem die vertraglichen Bedingungen besprochen werden. Daher solltest du im Erstkontakt keine Zu- oder Absage erwarten.

Fazit: Nach der Bewerbung ist vor dem Gespräch — Vorbereitung ist Pflicht

Die Fragen nach Kleidung und Anreiseweg stehen bei den meisten Bewerbern ganz oben auf der To-do-Liste. Tatsächlich sollten inhaltliche Punkte viel stärker im Fokus stehen. Warum sollte der Arbeitgeber dich einstellen und nicht den Mitbewerber? Was bringst du an Stärken mit, was das Unternehmen voranbringt? Wie erklärst du deine Schwächen und wie stellst du dich trotzdem überzeugend dar? Zu einem erfolgreichen Vorstellungsgespräch gehört zudem oft ein vorangehendes Telefoninterview. Viel Arbeit, die sich jedoch bei einem interessanten Job in der Zukunft mit einem attraktiven Einkommen bezahlt macht.

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