Krank im Ausland? Was du schon vorher wissen solltest

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Für deine Gesund­heit auf Rei­sen

Es soll die schönste Zeit des Jahres werden. Bis ein Sturz, ein Fieber oder heftige Bauchschmerzen den Urlaub abrupt stoppen. Wer krank im Ausland ist, steht schnell vor drängenden Fragen: Welche Kosten übernimmt meine gesetzliche Krankenversicherung? Was ist die EHIC und wie hilft sie mir? Habe ich eigentlich eine Auslandskrankenversicherung? Dieser Artikel gibt dir klare Antworten, damit du im Notfall weißt, was zu tun ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die GKV gilt in der EU, dem EWR und einigen weiteren Ländern, aber nicht weltweit.
  • Die EHIC steckt auf der Rückseite deiner elektronischen Gesundheitskarte, kein Extra-Antrag nötig.
  • Rücktransport und Privatarztrechnungen zahlt die GKV nicht.
  • Eine Auslandskrankenversicherung schließt diese Lücken, oft schon für unter 15 Euro pro Jahr.
  • Im Notfall: Versicherung sofort kontaktieren, alle Belege lückenlos aufheben.

Was die gesetz­li­che Kran­ken­ver­si­che­rung im Aus­land zahlt – und was nicht

Du bist gesetzlich versichert und machst Urlaub im EU-Ausland? Dann kannst du zunächst einmal beruhigt sein: Deine Krankenkasse übernimmt medizinisch notwendige Behandlungen innerhalb aller 27 EU-Staaten sowie in Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz, Mazedonien, Montenegro, Serbien und im Vereinigten Königreich. Eine zusätzliche Versichertenkarte musst du für deine Reise in diese Länder nicht beantragen: Die EHIC (European Health Insurance Card) findest du auf der Rückseite deiner elektronischen Gesundheitskarte (eGK). 

Wichtig zu wissen:

  • Du erhältst Leistungen zu den Konditionen des Gastlandes, nicht nach deutschen Standards.
  • Zuzahlungen, Verwaltungsgebühren, Privatarztbesuche und der Rücktransport nach Deutschland sind in der Regel nicht abgedeckt.
  • Nur wer aufgrund von Alter oder Vorerkrankung keine private Auslandskrankenversicherung abschließen kann, hat unter Umständen Anspruch auf erweiterte Kassenleistungen im Ausland – kläre das jedoch unbedingt vorab mit deiner Krankenkasse und lass dir eine schriftliche Zusage geben.
  • In den meisten außereuropäischen Ländern greift die gesetzliche Krankenversicherung nicht.

Wann eine Aus­lands­kran­ken­ver­si­che­rung sinn­voll ist

Mit einer Auslandskrankenversicherung bist du auch im EU-Ausland auf der sicheren Seite. Sie schließt die Lücke zwischen den Leistungen der Krankenkassen und deinen privaten Zuzahlungen. Unbedingt notwendig wird der zusätzliche Schutz für Reisen außerhalb des EHIC-Geltungsbereichs, beispielsweise in die USA, nach Kanada, Australien oder in weite Teile Asiens. Ein Krankenhausaufenthalt im Ausland kann schnell in den fünf- oder sechsstelligen Bereich gehen; selbst ein einfacher Arztbesuch im Ausland ohne Versicherung kostet je nach Land mehrere hundert Euro.

Eine Auslandskrankenversicherung deckt in der Regel ab:

  • Ambulante und stationäre Behandlungen
  • Medikamente und Rettungsfahrten
  • Rücktransport nach Deutschland – wenn medizinisch notwendig

Das Gute: Eine Jahrespolice für Einzelpersonen kostet oft weniger als 15 Euro. Gemessen am möglichen Risiko ist das eine der sinnvollsten Absicherungen, die du vor einer Reise abschließen kannst. Sie gilt bis zu 90 Tage im Jahr. Bist du länger unterwegs oder möchtest in ein anderes Land auswandern, gelten noch einmal andere Regeln.

Gut vor­be­rei­tet – das soll­test du vor der Abreise erle­di­gen

Wer sich kurz vor dem Urlaub ein paar Minuten Zeit nimmt, spart im Ernstfall eine Menge Stress. Das solltest du auf dem Zettel haben:

  • eGK auf Gültigkeit prüfen: Läuft sie noch vor der Rückkehr ab?
  • Bei Vorerkrankungen: Vor der Abreise mit der Krankenkasse klären, welche Leistungen am Reiseziel abgedeckt sind, und wichtige medizinische Unterlagen mitnehmen.
  • Auslandskrankenversicherung abschließen: besonders wichtig bei Reisen außerhalb der EU.
  • Nächstes Krankenhaus am Zielort vorab recherchieren: das spart im Notfall wertvolle Zeit.
  • Ins Gepäck gehören: Versicherungsnachweis, Impfpass, Medikamentenliste und Notrufnummer der Versicherung.

Krank im Aus­land – was jetzt zu tun ist

Trotz aller Vorbereitung kannst du im Ausland krank werden oder einen Unfall haben. Dann gilt: Ruhe bewahren und Schritt für Schritt vorgehen.

  • Versicherung sofort informieren: Ruf die Notrufnummer deiner Versicherung an – am besten noch bevor du eine Klinik aufsuchst oder teure Maßnahmen einleitest. Die Hotline hilft dir, die richtige Einrichtung zu treffen, und klärt, welche Kosten übernommen werden.
  • Sprachbarriere überwinden: Mitreisende, ein Dolmetscher, eine Übersetzungs-App oder im äußersten Fall die deutsche Botschaft vor Ort können helfen, Symptome zu beschreiben und mit dem medizinischen Personal zu kommunizieren.
  • Kosten vorstrecken und Belege sichern: Manchmal musst du Behandlungskosten zunächst selbst bezahlen. Hebe alle Rechnungen, Quittungen und Arztberichte sorgfältig auf – sie sind Voraussetzung für die spätere Erstattung.
  • Arbeitgeber und Krankenkasse informieren: Bist du länger als einen Tag im Urlaub krank, gib so früh wie möglich Bescheid – ein ärztliches Attest aus dem Ausland ist dafür hilfreich.
  • Arztbericht mitnehmen: Lass dir alle Befunde und Berichte aushändigen, dein Hausarzt in Deutschland braucht sie für die Weiterbehandlung.

Fazit: Bestens abgesichert ins Ausland

Zu einer guten Urlaubsvorbereitung gehört auch, sich mit Situationen, die hoffentlich nicht eintreten werden, zu beschäftigen. So behältst du auch bei Unfall oder Krankheit im Ausland einen kühlen Kopf. Eine Auslandskrankenversicherung ist die ideale Ergänzung zur gesetzlichen Krankenversicherung. Denn sie deckt genau das ab, was die GKV nicht leistet: von der ambulanten Behandlung bis zum Rücktransport nach Hause.

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