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Auto ummelden bei Umzug: So geht es

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Auto ummel­den bei Umzug: So geht es

Auto ummelden bei Umzug ist Pflicht: Versäumst du es, riskierst du ein Bußgeld und weitere Nachteile. Die Ummeldung nimmst du bei der Zulassungsstelle an deinem neuen Wohnort vor. Um den Prozess zu starten, forderst du bei deiner Kfz-Versicherung eine neue eVB Nummer an. Diese legst du zusammen mit einigen Dokumenten bei der Zulassungsstelle vor oder nutzt die Online-Ummeldung. Die Gebühren für den Vorgang liegen bei höchstens gut 30 EUR. Neue Nummernschilder benötigst du in der Regel nicht.

Auto ummelden bei Umzug ist Pflicht

Du ziehst um? Dann zieht wahrscheinlich auch dein Auto um. Gut zu wissen: Du musst dein Auto bei Umzug ummelden. Wenn du bei deinem Umzug die Grenze eines Zulassungsbezirks überschreitest, musst du dein Kfz bei der Zulassungsstelle am neuen Wohnort rechtzeitig ummelden.

Damit du dein Fahrzeug nach einem Umzug überhaupt ummelden kannst, musst du zunächst die Ummeldung beim Einwohnermeldeamt vornehmen. Dein neuer Wohnort (gemeint ist der Hauptwohnsitz) muss sich aus der Meldebescheinigung bzw. dem Personalausweis ergeben. Mit der Ummeldung wird die Adresse im Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) geändert und ein neues Kennzeichen ausgestellt.

Etwas anders verhält es sich, wenn du innerhalb eines Zulassungsbezirks umziehst. Dann benötigst du kein neues Kennzeichen. Geändert wird lediglich die Adresse im Fahrzeugschein.

Kfz-Ummeldungen nach einem Umzug sind keine Seltenheit. Von den rund 8,2 Millionen Kfz-Ummeldungen in Deutschland im Jahr 2019 entfielen rund 1,0 Millionen auf Umzüge. Dann handelt es sich um eine Ummeldung ohne Halterwechsel.

Diese Kosten fallen an

Welche Kosten für eine Autoummeldung nach einem Umzug anfallen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ziehst du innerhalb eines Zulassungsbezirks um und ist lediglich eine Adressänderung in der Zulassungsbescheinigung Teil I erforderlich, fallen dafür Kosten von ca. 10-15 EUR an.

Ziehst du in einen anderen Zulassungsbezirk, fallen Gebühren in Höhe von 27 EUR an. Nimmst du die Kfz-Ummeldung online vor, beträgt die Gebühr 28,80 EUR. Falls du ein neues Kennzeichen beantragst, solltest du mit etwa 20-30 EUR zusätzlich rechnen. Mitunter kann eine neue Feinstaubplakette erforderlich sein. Dafür fallen weitere 5-10 EUR an.

Übrigens: Wenn du innerhalb Deutschlands umziehst, musst du nicht zwingend ein neues Kennzeichen beantragen. Seit 2015 kannst du das Kennzeichen behalten, wenn du das Fahrzeug nach dem Umzug ummelden lässt. Zusätzliche Kosten fallen dafür nicht an. Du sparst das Geld für ein neues Kennzeichen und gegebenenfalls für die neue Feinstaubplakette.

In einigen Fällen kannst du dein Kennzeichen jedoch nicht mitnehmen. Dies ist etwa der Fall, wenn du mit deinem Kfz schon einmal in einen anderen Zulassungsbezirk gezogen bist. Zwei „Grenzübertretungen“ akzeptieren die Behörden nicht. In diesem Fall musst du ein neues Kennzeichen beauftragen. Nicht mitnehmen kannst du dein Kennzeichen auch, wenn dein Auto zum Zeitpunkt des Umzugs gar nicht zugelassen war.

Fristen und Bußgelder bei Unterlassen der Ummeldung

Du bist rechtlich verpflichtet, dein Kfz nach einem Umzug umzumelden. Die Ummeldung muss unverzüglich erfolgen. Das bedeutet in der Regel: Innerhalb einer Woche. Überziehst du diesen Zeitraum, musst du mit einem Verwarngeld in Höhe von 15 EUR rechnen. In der Praxis wird diese Strafe erst nach mehr als vier Wochen fällig.

Auch hier gibt es jedoch eine Ausnahme: Ersuchst du bei der Zulassungsstelle um einen Termin und kann diese den Termin nicht innerhalb der Frist vergeben, entfällt das Verwarngeld.

Wenn du dir sehr viel Zeit lässt, wird es teurer. Bei mehr als sechs Monaten Verzug erwartet dich ein Bußgeld in Höhe von bis zu 100 EUR. Es kann noch deutlich teurer werden. Ist dein Fahrzeug in eine Verkehrswidrigkeit verwickelt und lässt sich der Halter aufgrund der unterlassenen Ummeldung nur mit erhöhtem Aufwand ermitteln, fällt dies dir zu Last.

Auto ummelden: Ablauf und Dokumente

Den Termin bei der Zulassungsstelle kannst du in vielen Fällen online vereinbaren. Voraussetzung für die Ummeldung ist, dass du an deinem neuen Hauptwohnsitz bereits gemeldet bist. Der Onlinetermin spart dir im Trubel des Umzugs wertvolle Zeit.

Neben einem amtlichen Ausweisdokument benötigst du ein SEPA-Mandat des Fahrzeughalters bzw. Kontoinhabers für den Einzug der Kfz-Steuer. Außerdem musst du die elektronische Versicherungsbestätigung (eVB Nummer) vorlegen. Diese dient als Nachweis über die Existenz einer Kfz-Haftpflichtversicherung.

Wichtig: Die eVB Nummer erhältst du bei deiner Versicherung. Kümmere dich schon vor dem ersten Kontakt zur Zulassungsstelle um diese Nummer. Du benötigst die Nummer für die Ummeldung.

Bringe zudem Zulassungsbescheinigung Teil I + II mit. Findet sich im Fahrzeugschein kein Eintrag über eine gültige Hauptuntersuchung, musst du zusätzlich einen Prüfbericht mitbringen.

Möchtest du ein neues Kennzeichen, kannst du ein Wunschkennzeichen reservieren. Bei einem Kennzeichenwechsel musst du zudem die alten Nummernschilder mitbringen.

Auto online ummelden

Seit 2019 kannst du dein Auto nach einem Umzug auch online ummelden. Möglich ist dies über das Onlineportal der zuständigen Zulassungsstelle. Du benötigst einen neuen Personalausweis mit aktivierter Online-Ausweisfunktionen und PIN. Dazu benötigst du ein Kartenlesegerät oder eine spezielle Ausweis App.

Voraussetzung ist zudem, dass Fahrzeugschein- und Brief über verdeckte Sicherheitscodes verfügen. Dies ist bei Zulassungsbescheinigung Teil I seit 2015 regelmäßig der Fall, bei Zulassungsbescheinigung Teil II erst seit 2018. Die Sicherheitscodes müssen freigerubbelt werden.

Die Online-Ummeldung wird mittels Kreditkarte oder Lastschrift bezahlt und lässt sich so vollständig am Bildschirm abwickeln. Allerdings bieten nicht alle Zulassungsstellen den sogenannten i-Kfz-Service an. Bei rund einem Drittel der Zulassungsstellen steht die nur der klassische Weg zur Verfügung.

Kfz ummelden und die Versicherung: Das musst du beachten

Wenn du dein Auto aufgrund eines Umzugs ummelden möchtest, musst du die Kfz-Versicherung informieren. Diese teilt dir die neue eVB Nummer mit, die du für den Gang zur Zulassungsbehörde benötigst. Teile deiner Versicherung umgehend deine neue Anschrift mit. Dies ist eine vertraglich vereinbarte Obliegenheit des Versicherungsnehmers.

Durch einen Umzug kann sich der Beitrag zu deiner Kfz-Versicherung verändern. Der Beitrag kann steigen oder sinken. Wirst du durch den Umzug in eine höhere Regionalklasse eingestuft, steigt der Beitrag. Verfügst du anders als bisher an deinem neuen Wohnort über eine Garage, kann dies einen Rabatt nach sich ziehen. Ändern kann sich der Beitrag auch durch deine Schätzung bezüglich der zu fahrenden jährlichen Kilometer. Verkürzt sich dein Arbeitsweg zum Beispiel deutlich, kannst du dies der Kfz-Versicherung mitteilen. Der Beitrag kann dadurch sinken. In manchen Tarifen gibt es auch Rabatte für Wohneigentümer oder Inhaber eines ÖPNV Tickets.

Zusammenfassung und Fazit

Bei einem Umzug bist du dazu verpflichtet, dein Auto umzumelden. Dies ist häufig online und unter Beibehaltung des bisherigen Kennzeichens möglich. Ohne neue Kennzeichen und Feinstaubplakette liegen die Kosten zumeist bei knapp 30 EUR. Günstiger wird es, wenn du innerhalb eines Zulassungsbezirks umziehst. Durch den Umzug kann sich etwas an deiner Kfz-Versicherung ändern. Die Beiträge können durch eine Veränderung der Regionalklassen und andere Details steigen oder sinken.

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