Investitionsstau abauen – privates Kapital mobilisieren

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Cappuc­cino @ Gene­rali am 25.06.2026

Wie gelingt es, Deutschlands Infrastruktur schneller zu modernisieren und gleichzeitig mehr privates Kapital für den Abbau des Investitionsrückstandes zu mobilisieren? 

Hintergrund & Einordnung

Die Generali Deutschland hat zu diesem Thema ein Positionspapier verfasst. Darin bündeln wir unsere zentralen Empfehlungen sowie unseren potenziellen Beitrag:

Infra­struk­tur moder­ni­sie­ren – pri­va­tes Kapi­tal mobi­li­sie­ren

Mit dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaschutz in Höhe von 500 Milliarden Euro hat die Bundesregierung eine umfassende Investitionsoffensive zur Modernisierung der Infrastruktur angestoßen. Nach einhelliger Einschätzung führender Ökonomen wird diese Summe jedoch den bestehenden Investitionsstau nur teilweise lösen. 

Welche Rahmenbedingungen erforderlich sind, damit privates Kapital gezielt zur Auflösung dieses Investitionsstaus beitragen kann, war Thema unserer Veranstaltung im Hauptstadtbüro der Generali Deutschland mit Prof. Harald Christ, Vorsitzender des Investitions- und Innovationsbeirates beim BMF, und Ulrich Ostholt, Chief Investment Officer der Generali Deutschland AG

Ohne privates Kapital geht es nicht.

Prof. Harald Christ

Vorsitzender des Investitions- und Innovationsbeirates beim BMF

Die Tatsache ist, dass 500 Milliarden Euro, auf 12 Jahre für Infrastruktur, Klimaschutz und Länder / Kommunen, weniger ist, als es zunächst scheint. Das notwendige finanzielle  Volumen für die Zukunftsinvestitionen lässt sich daher nur aufbringen, wenn der Staat privates Kapital hebelt. Institutionelle Investoren stehen bereit, ihr Engagement weiter auszubauen und damit ihren Beitrag für die Modernisierung der Infrastruktur zu leisten, wenn hierfür geeignete Voraussetzungen geschaffen werden. 

Woran es bisher vor allem fehlt, ist eine übergreifende, langfristige Infrastrukturstrategie und eine verlässliche Projektpipeline, die diese Hebelung systematisch ermöglicht. 

Zu den zentralen Elementen einer Infrastrukturstrategie gehören aus Sicht der Generali Investitionsprioritäten und Planungssicherheit. Ebenso braucht es eine Verständigung über die Rollenverteilung von Kommunen, Ländern, Bund und institutionellen Investoren, um darauf aufbauend privates Kapital in die Infrastrukturfinanzierung einbeziehen. 

Weitere zentrale Maßnahmen sind die Etablierung eines „One-Stop“ Zugangs, bspw. unter Einbindung der KfW nach dem Vorbild der „National Infrastructure and Service Authority“ (NISTA) im Vereinigten Königreich, der für mehr Transparenz sorgt und auch internationalen Investoren den Zugang eröffnen kann. Großes Potenzial gibt es zudem im kommunalen Bereich, indem durch Bündelung und Standardisierung investierbare Projekte geschaffen werden können, zum Beispiel in der kommunalen Wärmeversorgung.

Einzelne Investoren haben unterschiedliche Anlage- und Risikobedürfnisse. Wahrscheinlich müssen wir darüber sprechen, dass wir eine Plattform brauchen, die diese unterschiedlichen Risikobedürfnisse bedienen kann. […] Mit dieser Standardisierung könnte auch die Hebung von Skaleneffekten ermöglicht werden. Ein einzelner Investor kann diese Projekte nicht allein begleiten.

Ulrich Ostholt

Chief Investment Officer der Generali Deutschland AG

Im Anschluss an die Veranstaltung hat uns Prof. Harald Christ für unser Format „3 Fragen an…“ außerdem verraten, wo er die größten Hemmnisse beim Mittelabfluss sieht, welche Voraussetzungen es braucht, damit institutionelles Kapital im Rahmen einer langfristigen Zukunftsstrategie wirksam mobilisiert werden kann und welche Rolle der Deutschlandfonds dabei spielen sollte.

3 Fragen an Harald Christ

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