Eine Mutter und ihr Sohn spazieren im Wald.

Zeit für eine Verschnaufpause: So beantragen Eltern eine Mutter-/Vater-Kind-Kur

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Zeit für eine Ver­schnauf­pause: So bean­tra­gen Eltern eine Mut­ter-/Vater-Kind-Kur

Für viele Menschen ist es nicht immer einfach, den Herausforderungen des beruflichen und privaten Lebens gerecht zu werden. Nicht selten befinden sich Mütter und Väter in einem täglichen Balanceakt zwischen Beruf, Haushalt und Familie. Allerdings gefährden ständiger Druck und Überforderung die mentale und körperliche Gesundheit und können in einer Überlastung münden.

Mit einer Mutter-Kind-Kur oder einer Vater-Kind-Kur kannst du Erkrankungen vorbeugen und bestehende Belastungen vermindern. In der Kur findest du endlich wieder Zeit für dich, kannst neue Energie schöpfen und deinen Alltag wieder besser bewältigen.

Welche Gründe gelten als Voraussetzung für eine Mutter-Kind-Kur?

Vor allem alleinerziehende Mütter und Väter kostet es viel Kraft, im Alltag und im Beruf alles unter einen Hut zu bekommen. Kuren sind daher nach wie vor sehr gefragt. Sie dienen idealerweise als vorbeugende Gesundheitsmaßnahme und nicht erst dann, wenn bereits Krankheiten bestehen.
 
Wichtige Gründe für eine Mutter-Kind-Kur sind beispielsweise:

  • Erschöpfungszustände,
  • Atemwegserkrankungen,
  • chronische Krankheiten,
  • psychische und psychosomatische Erkrankungen,
  • familiäre und finanzielle Belastungen.

Ein besonders häufiger Grund, weshalb Alleinerziehende eine Mutter- oder Vater-Kind-Kur beantragen, ist die körperliche und seelische Erschöpfung. Doch auch die Belastung aufgrund der Pflege eines kranken Kindes oder Angehörigen sind wichtige Gründe für Mütter oder Väter, eine Kur zu beantragen.

Wie kann ich eine Mutter-Kind-Kur beantragen?

Mütter und Väter haben einen gesetzlichen Anspruch auf eine Kur, wenn der Hausarzt eine entsprechende Diagnose stellt. Die Voraussetzung für eine Mutter-Kind-Kur ist ein Attest des Hausarztes und die Bewilligung der Krankenkasse. Die erste Anlaufstelle für die Beantragung der Kur ist demnach der Haus- oder Facharzt. Dieser stellt ein Attest aus und protokolliert alle wichtigen Dinge, die eine Kur erforderlich machen.

Zusätzlich helfen Beratungsstellen bei der Antragstellung und Kliniksuche. Kinder bis 14 Jahren können als Begleitperson zur Kur mitfahren. Die Krankenkassen prüfen bei der Beantragung, ob ausreichend Gründe für den Antritt der Kur gegeben sind. Neben physischen und psychischen Beschwerden werden auch schwierige Lebensumstände der Mütter und Väter berücksichtigt. Es ist daher sinnvoll, das Attest durch einen Selbstauskunftsbogen zu ergänzen.

Wer übernimmt die Kosten für die Kur?

Handelt es sich um eine Vorsorgekur, dann übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Behandlung der Mutter oder des Vaters. Bei einer Rehabilitationsmaßnahme übernimmt die Rentenversicherung in Deutschland die Kosten. Zusätzlich fällt noch ein geringer Eigenanteil an.

Das Elternteil, das die Kur in Anspruch nimmt, muss eine Zuzahlung von 10 EUR pro Tag leisten. Bis zu einem bestimmten Betrag kannst du dir die Fahrtkosten zur Kur erstatten lassen. Zugtickets und Tank-Quittungen für die Fahrt kann man beim Kostenträger einreichen. Meist besteht außerdem die Möglichkeit, schwere Gepäckstücke wie Koffer einige Tage vor Antritt der Kur an die Klinik zu verschicken.

Für die Kur ist es übrigens nicht notwendig, Urlaub bei deinem Arbeitgeber einzureichen. Du erhältst eine Lohnfortzahlung. Wenn dein Arzt die Kur verordnet hat, dann ist dein Arbeitgeber zudem verpflichtet, dich von der Arbeit freizustellen.

Väter und Mütter können Kuren natürlich auch als Selbstzahler in Anspruch nehmen. Hierfür stehen eine große Auswahl an Kurzentren zur Verfügung. Darüber hinaus kann man die Maßnahmen in Abstimmung mit dem Arzt frei kombinieren. Zahlreiche Kurkliniken bieten spezielle Gesundheitswochen zu unterschiedlichen Themen an.

Wie oft kann man eine Mutter-Kind-Kur / Vater-Kind-Kur beantragen?

Für alle Eltern besteht alle vier Jahre ein Anspruch auf eine dreiwöchige Mutter-Kind-Kur oder Vater-Kind-Kur. Und das unabhängig davon, ob sie berufstätig oder alleinerziehend sind. Wenn es medizinisch begründet ist, kann eine Kur auch häufiger erfolgen. Bei chronischen Krankheiten und Behinderungen ist es sogar möglich, alle zwei Jahre eine Kur zu beantragen.

Wo findet die Kur statt?

Grundsätzlich entscheidet die Krankenkasse, wo die Kur stattfindet. Du hast jedoch die Möglichkeit, eine Wunschklinik anzugeben. Berechtigte Wünsche muss die Versicherung erfüllen. Zum Beispiel darfst du eine bestimmte Klinik am Meer bei Haut- oder Atemwegserkrankungen angeben. Auch eine Kur-Klinik in den Bergen bietet optimale Erholung für Körper, Geist und Seele.

Wie lange dauert es, bis ich meine Kur antreten kann?

Bis der Antrag für eine Mutter-Kind-Kur / Vater-Kind-Kur bewilligt ist, kann es bis zu drei Wochen dauern, sofern du alle Unterlagen eingereicht hast. Von der Bewilligung bis zum Beginn der Kur dauert es einige Wochen bis Monate. Sofern der Antrag auf die Mutter-Kind-Kur zunächst abgelehnt wird, hast du die Möglichkeit Widerspruch einzulegen. In vielen Fällen haben Widerspruchsverfahren Erfolg. Beratungsstellen unterstützen dich dabei.

Was erwartet mich bei meiner Mutter-Kind-Kur / Vater-Kind-Kur?

Eine Kur ist kein Urlaub, sondern besteht aus einem breitgefächerten Programm aus Sport, Entspannung und Beratung, welches der Erholung und Erhaltung der Gesundheit dient. Dabei darfst du natürlich mitentscheiden. Während die Mütter und Väter Anwendungen erhalten, erfolgt eine gute Betreuung und Versorgung der Kinder.

Auf dem Therapieplan der Mütter und Väter stehen unter anderem:

  • Psychologische Beratung und Gruppengespräche,
  • Erziehungsberatung,
  • Bewegungsübungen,
  • Sport,
  • Atemtherapie,
  • Entspannungsverfahren,
  • Ernährungsberatung.

Ferner bieten Kliniken zahlreiche Freizeitaktivitäten und Unternehmungen mit anderen Kurgästen an. Viele Mütter und Väter finden während der Kur auch endlich einmal wieder Zeit, ein spannendes Buch zu lesen.

Wird mein Kind während meiner Mutter-Kind-Kur / Vater-Kind-Kur betreut?

Kinder erhalten als Begleitpersonen zwar keine Anwendungen, werden aber entsprechend ihres Alters betreut. Schulkinder sind von der Schule für die Dauer der Kur befreit. Sie können sich vom anstrengenden Schulalltag regenerieren, neue Freunde finden, Natur und Tiere erleben. Schulpflichtige Kinder erhalten bei Bedarf zudem eine Hausaufgabenbetreuung, um den Anschluss in der Schule nicht zu verpassen. Sie lösen mit anderen Kindern gemeinsam mitgebrachte Schulaufgaben.

Jüngere Kinder erhalten ebenfalls Betreuung, während der sie an Ausflügen teilnehmen, in der Natur toben, Spielen und Basteln können. Für Kinder, die ihre Mütter oder Väter nicht zur Kur begleiten können oder wollen, kann man eine ambulante Familienpflege zuhause beantragen. Die Pflegehilfe sorgt für die Kinder während der Abwesenheit der Eltern, erledigt die Einkäufe und Haushaltsarbeiten.

Wie kann ich eine Kur für mein Kind beantragen?

Auch Kinder leiden gelegentlich unter Erschöpfungszuständen oder Krankheiten. Eine Kur für dein Kind beantragst du über den Kinderarzt. Die Kinder-Kur soll helfen, die Gesundheit deines Kindes zu stärken und Krankheiten vorzubeugen. Kinder erhalten ebenfalls ein buntes Programm bestehend aus Sport, gesunder Ernährung und viel Bewegung an der frischen Luft.

Fazit

Eine Mutter/Vater-Kind-Kur ist die perfekte Möglichkeit, um sich eine Auszeit vom stressigen Alltag zu gönnen. Alle vier Jahre kannst du eine Mutter-Kind-Kur beantragen, auftanken und deine Kinder gut versorgt wissen.