Mutter, Vater und Kind mit Fahrrädern ruhen sich auf dem Gipfel eines grasbewachsenen Hügels aus.

Sanfter Tourismus: Umweltfreundlich und nachhaltig reisen

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Lesezeit: 5-6 Minuten

Sanf­ter Tou­ris­mus: Umwelt­freund­lich und nach­hal­tig rei­sen

Seit den 1990er Jahren gewinnt Nachhaltigkeit im Urlaub zunehmend an Bedeutung. Viele Menschen legen im Urlaub schon lange nicht mehr nur Wert auf die Erholung und das Kennenlernen neuer Kulturen. Sie möchten nachhaltig reisen und das aus gutem Grund. Allerdings nehmen nicht alle Reisenden Rücksicht auf Natur, Tier und die einheimische Bevölkerung der Urlaubsregion. Im Gegenteil, mit achtlosem Verhalten schaden viele der Umwelt und den Einheimischen an den Urlaubsorten.

Sanfter Tourismus soll dem umweltschädigenden Reisen entgegenwirken und die Bedingungen für alle Beteiligten verbessern. Zentral sind hierbei der Umweltschutz, faire Arbeitsbedingungen und das Ermöglichen hautnaher Naturerlebnisse für die Reisenden, ohne zeitgleich das ökologische Gleichgewicht zu stören. Auch die Rücksichtnahme auf die Kultur der Einheimischen spielt eine wichtige Rolle.

In diesem Artikel erfährst du, wie sanfter Tourismus funktioniert, und welche Ziele, Vorteile und Nachteile dieser mit sich bringt.

Sanfter Tourismus: Definition

Was ist sanfter Tourismus? Sanfter Tourismus stellt nicht allein eine nachhaltige Alternative, sondern einen positiven Gegenentwurf zum Massentourismus dar. Häufig ist auch die Rede von sanften, nachhaltigen und ökologischen Reisen.

Durch den steigenden Wohlstand nimmt der Tourismus zu, wobei auch günstige Reise-Angebote es möglich machen, häufig und mit geringem Budget zu reisen. Allerdings entwickelt sich hierdurch an vielen Orten ein Massentourismus. Letzterer geschieht leider oft auf Kosten der Natur, der Tiere und der lokalen Bevölkerung. Bei Massentourismus handelt es sich meist um günstige und durchorganisierte Urlaubsreisen mit großen Menschenmengen, hohem Partyaufkommen und vielen Hotels auf dichtem Raum. Die Hotels sind hoch ausgelastet und befinden sich häufig in unmittelbarer Strandnähe sowie an Badeorten.

Leider ergeben sich durch Massentourismus sehr viele Nachteile:

  • Umweltverschmutzung
  • Zerstörung des Landschaftsbildes
  • Hoher Verbrauch an Ressourcen durch jeden Reisenden
  • Belästigung der Einheimischen durch schlechtes Verhalten der Urlauber
  • Ausbeutung von Tieren, Minderjährigen und Arbeitern der Tourismusbranche
  • Hohes Aufkommen an Flugverkehr
  • Oft erhalten internationale Tourismuskonzerne die Einnahmen und nicht die Urlaubsregion selbst

Das Gegenteil des Massentourismus stellt die Idee des sanften Tourismus dar. Beim sanften Tourismus geht es darum, die Reisen für den Urlaub naturnah, erlebnisreich und zugleich nachhaltig und rücksichtvoll zu gestalten. Die Reisenden sollen nur einen geringen ökologischen Fußabdruck hinterlassen. Das bedeutet auch, dass die Nutzung der Ressourcen bevorzugt vor Ort stattfindet. Auch ökologische Prozesse sollen keine Störung erfahren. Darüberhinaus möchte man verhindern, dass die einheimische Bevölkerung unter den Folgen des Tourismus leidet. Gleichzeitig wird dennoch versucht, die Bedürfnisse der Reisenden bestmöglich zu befriedigen.

Was sind die Ziele des sanften Tourismus?

Sanfter Tourismus bringt jede Menge Vorteile mit sich. Er zielt darauf ab, die Umwelt so wenig wie möglich zu belasten und die Kultur im Reiseland nicht negativ zu verändern.

Zu den wichtigsten Zielen des sanften Tourismus zählen:

Umwelt-, Natur- und Tierschutz

Reisende lernen die Natur hautnah kennen, wobei ihre Anwesenheit deutlich weniger negativen Auswirkungen auf die Natur, Landschaft und Umwelt haben soll. Dazu zählt: die Verringerung von Umweltverschmutzung, die Rücksichtnahme auf Wildtiere, das Einsparen von Wasser sowie die Nutzung von Bus und Bahn statt Flugreisen.

Stärkung der regionalen Wirtschaft

Nachhaltiger Tourismus soll die Wirtschaft im Urlaubsland verbessern. Er soll sichere Arbeitsplätze und faire Arbeitsbedingungen bieten. Zu den fairen Arbeitsbedingungen zählt auch die gerechte Entlohnung der Gastgeber und Mitarbeiter. Zudem sollen die Gewinne, die durch den Tourismus entstehen, nicht in große, internationale Konzerne fließen, sondern in die Wirtschaft des Urlaubslandes.

Soziokulturelle Vielfalt und natürliche Erlebnisse für Urlauber

Als Gast sollst du die Kultur der Einheimischen des Urlaubslandes kennenlernen und respektieren. Daher versteht es sich auch als selbstverständlich, dass du die Lebensart der indigenen Bevölkerung keinesfalls negativ beeinflusst und veränderst. Auch bei der Verpflegung solltest du auf den Verzehr regionaler Speisen statt Speisen von internationalen Restaurantketten setzen.

Wie du auch außerhalb deines Urlaubs ganz einfach etwas Gutes für die Umwelt tun kannst, verraten wir dir hier.

Sanfter Tourismus: Beispiele

Als Tourist und Gast stehen uns zahlreiche Möglichkeiten offen, wie wir in unserem Urlaubsland zu einem nachhaltigeren Tourismus beitragen. Dabei geht es gar nicht immer um große Dinge, die uns im Urlaub einschränken können. Schon mit kleinen Veränderungen kannst du ökologisch und nachhaltig reisen, während du gleichzeitig die Bedingungen für die Umwelt und die Gastgeber verbesserst.

Tipps für nachhaltiges Reisen

  • Verbringe deinen Urlaub häufiger in deiner Umgebung, anstatt auf weit enfernte Kontinente zu reisen. Sanfter Tourismus in den Alpen ist besonders beliebt, wenn es um Urlaub in der Heimat geht.
  • Wähle kleine, lokale Urlaubsunterkünfte und verzichte auf große, internationale Hotelketten (ideal sind Bio-Hotels und Bio-Bauernhöfe).
  • Fahre im Urlaub hauptsächlich Fahrrad oder gehe zu Fuß, verzichte auf unnötige Fahrten mit dem Auto.
  • Verzichte auf Flüge und nutze öffentliche Verkehrsmittel, wie Bus und Bahn.
  • Nimm so wenig Gepäck mit wie möglich. Je leichter dein Gepäck, umso weniger CO2-Ausstoß auf der Fahrt.
  • Spare Wasser: Dusche nicht übermäßig lang, und verwende Handtücher mehrfach.
  • Unterstütze die lokale Wirtschaft und iss regionale Speisen in regionalen Restaurants.
  • Klimaanlagen sind starke Stromfresser, nutze sie so selten wie möglich.

Vor- und Nachteile des sanften Tourismus

Sanfter Tourismus: Vorteile

Sanfter und nachhaltiger Tourismus soll ökologisch und fair sein. Das Reisen mit Rücksicht auf die Natur, Umwelt und die Bedürfnisse der Menschen, die vom Tourismus leben sollen, ist zentral. Die Ansprüche der Touristen sollen mit dem Umweltschutz in Einklang gebracht werden.

Vorteile des sanften Tourismus:

  • Die Natur wird sauber und intakt gehalten.
  • Man stärkt die Wirtschaft vor Ort.
  • Das allgemeine Umweltbewusstsein und das Verantwortungsbewusstsein steigen.
  • Die Reisenden erleben naturnahe und spannende Erlebnisse.
  • Die Vielfalt und Kultur vor Ort lassen sich bestmöglich erhalten.
  • Sanfter Tourismus soll faire Arbeitsbedingungen für Gastgeber und Arbeitnehmer in der Tourismusbranche fördern.
  • Sanfter Tourismus soll den lokalen Wohlstand fördern und neue Arbeitsplätze für die Bevölkerung schaffen.

Wichtig ist natürlich, dass wir die Bedingungen auch einhalten. Die Einnahmen durch den Tourismus sollen in die eigene Wirtschaft der Urlaubsregion fließen, die Arbeitenden eine faire Bezahlung erhalten und die Natur bestmöglich geschützt werden.

Eine besonders gute Möglichkeit für sanften Tourismus bieten Biohotels und Bio-Bauernhöfe. Meist bestehen die Gebäude aus natürlichen Baumaterialien, und die angebotenen Lebensmittel stammen aus regionaler, ökologischer Landwirtschaft. Im Idealfall nutzen die Gastgeber zur Energiegewinnung zudem Sonnenenergie.

Sanfter Tourismus: Nachteile

Bringt sanfter Tourismus auch Nachteile mit sich? Sanfter Tourismus soll den Menschen die Natur näherbringen. Die steigende Nachfrage nach Ökotourismusgebieten bewirkt allerdings auch, dass der Mensch in unberührte Ökosysteme eingreift. Sowohl für die Biodiversität als auch für die einheimische Bevölkerung, die im Einklang mit der Natur lebt, bringt dies viele Nachteile.

Des Weiteren spielt ähnlich wie bei Bio-Lebensmitteln und Öko-Strom auch beim nachhaltigen Reisen der Kostenfaktor eine wichtige Rolle. Flugreisen sind zwar oft günstig, aber auch mit die schlechteste Alternative für die Umwelt. Fernbusse oder Bahnen sind hingegen nachhaltiger und bereits mit kleinem Budget erschwinglich. Allerdings sind diese Alternativen für uns auch weniger bequem und wir sind abhängiger, als wenn wir beispielsweise mit dem Auto reisen.

Fazit

Sanfter und nachhaltiger Tourismus soll dem häufig umweltschädigenden Massentourismus etwas entgegenwirken und Umweltbelastungen und Belästigungen der Einheimischen durch Urlauber weitestgehend verhindern. Diese nachhaltige Art des Reisens soll den Reisenden ein authentisches Naturerleben und einen nachhaltigen Urlaub ermöglichen. Es geht also darum, die Urlaubsreise so zu gestalten, dass diese keine negativen Folgen für Natur, Umwelt und die Bevölkerung am Urlaubsort hat. Die indigene Wirtschaft soll unterstützt, faire Arbeitsbedingungen und regionale Verpflegung gefördert werden.
 

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