Mutter, Vater und Kind mit Fahrrädern ruhen sich auf dem Gipfel eines grasbewachsenen Hügels aus.

Sanfter Tourismus: Umweltfreundlich und nachhaltig reisen

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Draußen unterwegs
Lesezeit: 5-6 Minuten

Sanf­ter Tou­ris­mus: Umwelt­freund­lich und nach­hal­tig rei­sen

Ab in den Flieger in ferne Länder, Urlaub unter Palmen im Riesenhotel: Der Massentourismus boomt seit Jahrzehnten. Mit sanftem Tourismus oder Nachhaltigkeit hat diese Art zu reisen nichts zu tun, nimmt sie doch oft genug wenig Rücksicht auf Natur, Umwelt und die Bewohner des jeweiligen Urlaubslandes. Mittlerweile aber rückt das Thema Nachhaltigkeit auf Reisen bei vielen Globetrottern immer mehr in den Vordergrund. Doch was ist überhaupt der sogenannte sanfte Tourismus? Und was kannst du als Urlauber dazu beitragen? In diesem Artikel geben wir dir jede Menge Tipps.

Das und mehr erfährst du in diesem Artikel:

  • Definition: Was ist überhaupt nachhaltiger Tourismus?
  • Ziele: Was kannst du für einen nachhaltigen Tourismus tun?
  • Nachteile: Ist nachhaltiger Tourismus dauerhaft gut für das Land?  

Nachhaltiger Tourismus: Was ist das überhaupt?

Nachhaltiger Tourismus ist das Gegenteil von Massentourismus, den wir alle gut kennen: durch Pauschalangebote in großen Ferienanlagen, meist verbunden mit einem Flug. Das Flugzeug produziert CO2-Emissionen, in der Unterkunft wird jede Menge Müll produziert, Lebensmittel werden weggeworfen, wegen der Menschenmassen leiden oft auch Flora und Fauna. Sanfter Tourismus soll diesen umweltschädigenden Reisen entgegenwirken und die Bedingungen für alle Beteiligten verbessern. Dazu zählen der Umweltschutz und faire Arbeitsbedingungen. Reisende sollen die Natur hautnah erleben können, ohne das ökologische Gleichgewicht zu stören – all das unter Rücksichtnahme auf die jeweilige Kultur und die einheimische Bevölkerung mit ihren jeweiligen Traditionen.

Massentourismus: Nachteile für Land und Leute

Dieses Bild ist dir wahrscheinlich vertraut: Riesige Hotels säumen die ehemals unberührte Küstenlandschaft, an den Stränden steht eine Liege neben der anderen, heimische Tiere und Pflanzen verlieren ihren gewohnten Lebensraum. Die Nachteile des Massentourismus lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Umweltverschmutzung
  • Zerstörung des Landschaftsbilds
  • Hoher Verbrauch an Ressourcen durch jeden Reisenden
  • Belästigung der Einheimischen durch schlechtes Verhalten der Urlauber
  • Ausbeutung von Tieren, Minderjährigen und Arbeitern der Tourismusbranche
  • Hohes Aufkommen an Flugverkehr
  • Vielfach profitiert nicht die Urlaubsregion von den Einnahmen

All das ist beim sanften Tourismus tabu. Naturnah, rücksichtsvoll und trotzdem erlebnisreich: Das sind die Ziele für ein nachhaltiges Reisen. Als Urlauber solltest du dabei möglichst nur einen kleinen ökologischen Fußabdruck hinterlassen. Der ökologische Fußabdruck gibt an, wie stark das Ökosystem und die natürlichen Ressourcen der Erde beansprucht werden. Bedenke, die vorhanden Ressourcen möglichst vor Ort zu nutzen, und vermeide es, die ökologischen Prozesse zu stören. Natürlich müssen deine Bedürfnisse als Urlauber in dem jeweiligen Land möglichst befriedigt werden. Dabei sollte aber die einheimische Bevölkerung auf keinen Fall leiden.

Der sanfte Tourismus hat viele Ziele

Sanfter Tourismus bringt jede Menge Vorteile mit sich. Er zielt darauf ab, die Umwelt so wenig wie möglich zu belasten und die Kultur im Reiseland nicht negativ zu verändern. Was musst du bedenken, wenn du dich dazu entschließt, Nachhaltigkeit auf Reisen in den Vordergrund zu stellen? Hier einige Tipps.

Reiseziel planen: Warum in die Ferne schweifen?

Es muss nicht unbedingt Kuba oder die Karibik sein, um einen schönen Urlaub zu verbringen. Denke darüber nach, welche Gegenden von Deutschland du noch nicht gut kennst. Es muss dabei nicht immer ein Hotel sein: Ein Campingurlaub, egal ob an der Nordsee oder in den heimischen Alpen, kann eine neue und spannende Erfahrung sein.

Auf das Flugzeug verzichten und klimafreundlich reisen

Wenn du Urlaub im eigenen Land oder im Nachbarland machst, musst du nicht unbedingt in ein Flugzeug steigen. Das Fliegen ist mit Abstand die am wenigsten umweltverträgliche Methode. Reisen mit dem Klimaschutz im Blick: Die Benutzung von Bus und Bahn ist da schon eher eine Alternative. Natürlich ist auch eine Reise mit dem eigenen Pkw möglich, wenn Bus- und Zugverbindungen als alternatives Verkehrsmittel eher schwierig sind. Überlege dabei, ob es eine Möglichkeit zu einem Car-Sharing-Angebot gibt, und bilde eine Fahrgemeinschaft.

Wenn du mit dem Auto in die Ferien fährst, dann erkundige dich zumindest, ob es am Urlaubsort gute Möglichkeiten gibt, die dich ohne Auto ans Ziel bringen. Ein Mietwagen ist vielleicht nicht immer nötig. Erkundige dich, ob es einen Fahrradverleih oder E-Bikes vor Ort gibt. Auch das Fahrrad bringt dich an so manchen schönen Strand und ist die beste klimafreundliche Anreise, um dich in die Fluten zu stürzen. Es bedeutet in deinem Urlaub ein Stück Mobilität und ist mit guter Planung und guter Kondition sogar ein gutes Fortbewegungsmittel, um durch dein eigenes Land oder Europa zu reisen.

Stärkung der regionalen Wirtschaft

Nachhaltiger Tourismus soll die Wirtschaft im Urlaubsland verbessern, um Arbeitsplätze zu sichern und faire Arbeitsbedingungen zu erhalten. Wenn du also eine Unterkunft suchst, achte darauf, dass dein Geld im Urlaubsland bleibt und nicht in große internationale Konzerne fließt. Ein kleines inhabergeführtes Hotel am Ort, eine Pension oder ein Bauernhof ist eine gute Wahl. Immer mehr im Trend sind Biobauernhöfe und Biohotels. Die Inhaber achten auf die nachhaltige Entwicklung ihrer Unterkunft und denken wirtschaftlich, aber auch sozial und umweltbewusst. Viele von ihnen nutzen regenerative Energien und stärken die lokale Wirtschaft.

Respekt vor dem Urlaubsland und seinen Menschen

Wenn du aus dem Ruhrgebiet kommst und nach Bayern oder an die Nordsee fährst: Jedes Bundesland hat seine Traditionen. Lerne sie kennen. Das bedeutet auch: Meide internationale Restaurantketten. Die heimische Gastronomie hält sicher die eine oder andere kulinarische Überraschung für dich bereit. So lernst du die Fischspezialitäten an der Küste und die Süßspeisen der Bergbewohner kennen. Machst du Urlaub in einem fernen Urlaubsland? Wo immer du auch bist: Achte darauf, den Menschen mit Respekt zu begegnen und ihre Lebensart nicht negativ zu beeinflussen. Du bist dort ein Gast.

Klimafreundlich Urlaub machen

Nachhaltig reisen, das bedeutet nicht nur, bei der An- und Abreise an den sanften Tourismus zu denken. Am Urlaubsort solltest du möglichst auf den Einsatz der Klimaanlage verzichten. Sie ist ein ausgesprochener Stromfresser. Spare Wasser, das in vielen Ländern ohnehin knapp ist. Das ist möglich, indem du nicht stundenlang unter der Dusche stehst. Handtücher, die dir dein Hotel oder deine Pension bereitlegen, müssen normalerweise nicht täglich gewaschen werden. Kaufe auf dem Markt oder in Geschäften ein, in denen nicht jede Tomate in einer Plastikverpackung steckt. Selbstverständlich ist es, Müll zu vermeiden und ihn nicht an den Wegrand zu werfen.

Tipp: Auch wenn der Urlaub die schönste Zeit des Jahres ist, gibt es zusätzlich viele Möglichkeiten deinen normalen Arbeitsalltag umweltfreundlicher zu gestalten. Erfahre, wie du auch für Nachhaltigkeit im Büro sorgen kannst.

Vor dem Urlaub: touristische Angebote prüfen

Dein nächstes Projekt in Sachen Urlaub ist nicht mehr in weiter Ferne? Vielleicht haben dir unsere Tipps zu einem grünen Tourismus mit dem Fokus auf die Bedürfnisse des Reiselandes und des Klimas so viel Spaß gemacht, dass du auch gerne einmal anders reisen möchtest. Der Deutsche Tourismusverband e.V., Reisebüros und viele andere, die mit dem Tourismus zu tun haben, können dir sicher geeignete Ziele geben, die mit einem nachhaltigen Reisen gut zu erreichen sind. Wähle den Urlaubsort mit Bedacht: An vielen Stränden weht beispielsweise die blaue Flagge. Sie gibt dir in mehr als vierzig Ländern Auskunft darüber, dass der Strand im Sinn des nachhaltigen Tourismus betrieben wird.

Hat der sanfte Tourismus Nachteile?

Mit gutem Gewissen Urlaub machen, den Klimaschutz berücksichtigen, in eine Region fahren, die mittlerweile schon als Topziel für biologische Vielfalt und insgesamt grünen Tourismus steht: Das liegt immer mehr im Trend. Die Nachfrage nach Gebieten für Ökotourismus steigt. Das wiederum bewirkt, dass viele Urlauber diese Reiseziele besuchen. Damit steigt die Gefahr, dass mehr Menschen in die bislang wenig oder unberührten Ökosysteme eingreifen. Sowohl für die Biodiversität als auch für die einheimische Bevölkerung, die im Einklang mit der Natur lebt, bringt dies viele Nachteile. Sei dir bewusst, dass die Ressourcen auf unserem Planeten begrenzt sind und du nicht unbedingt jeden Urlaub zu trendigen Reisezielen aufbrechen musst.

Fazit

Genuss, Spaß, Exotik, Entspannung, aber auch Nachhaltigkeit lassen sich mit Bedacht in der Reiseplanung berücksichtigen. Mit der Generali Reiseversicherung kannst du unerwartete Ereignisse wie Krankheit, Gepäckverlust oder Reiserücktritt absichern.

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Sichere dich ab mit der Reise-Versicherung von Generali, um auf Auslandsreisen, im Krankheitsfall oder bei verlorenem Gepäck geschützt zu sein.

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