Zerwühltes Bett in einem Hotel

Bettwanzen: ungebetene Gäste im Urlaub

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Draußen unterwegs
Lesezeit: 6-7 Minuten

Bett­wan­zen im Urlaub erken­nen und vor­beu­gen

Das Hotel hat die perfekte Lage am Strand, das Zimmer ist sauber, das Bett bequem. Morgens wachst du jedoch mit heftigem Juckreiz auf: Rote Pusteln am Körper deuten auf Bisse von Insekten hin. Gerade in großen Hotels mit häufigem Zimmerwechsel und viel Gepäck, das von A nach B getragen wird, treten immer wieder Schädlinge auf. Zu den ungebetenen Mitbewohnern zählen auch Bettwanzen. Die kleinen Blutsauger entwickeln sich schnell zu Plagegeistern und können dir den Urlaub vermiesen.

Was genau sind aber Bettwanzen und wie kannst du sie erkennen? Hier erfährst du, wo sie sich am liebsten verstecken und was du gegen den Befall unternehmen kannst:

  • Bettwanzen sind fleißige und flinke Blutsauger, aber die Bisse sind ungefährlich.
  • Mit ein paar Hinweisen kannst du Bettwanzen-Befall im Hotel erkennen.
  • Vorbeugen: Gib dem Ungeziefer keine Chance, mit zu dir nach Hause zu kommen.

Bettwanzen: ein blutsaugender Parasit mit viel Widerstandskraft

Bettwanzen sind kleine Insekten, die im Schnitt eine Größe von 4 bis 8,5 Millimeter erreichen. Im Volksmund wird das Tier wegen seines flachen Körpers auch "Tapetenflunder" genannt, sein lateinischer Name ist "Cimex lectularius". Bei einer Lebenserwartung von rund einem halben Jahr ist der rötlich-braune Parasit sehr fleißig und häutet sich fünfmal, wobei seine Größe ständig zunimmt. Um zu wachsen, benötigt er, wie alle anderen Tiere auch, Nahrung.

Ein nachtaktives Insekt auf Suche nach Blut

Die Insekten sind eher nachtaktiv und verlassen ihr Versteck in Matratzen und Möbelritzen bevorzugt in der Dunkelheit. Das trifft vor allem zu, wenn die nächste Häutung bevorsteht. Dann ist das Tier besonders hungrig und macht sich auf die Suche nach Blut. Einzelne Stiche auf der Haut, aber auch solche, die in einer fast geraden Reihe angeordnet sind, weisen darauf hin, dass dein Zimmer von Wanzen befallen sein kann. Fliegen können die Tiere nicht, sie kommen krabbelnd flink von einem Ort zum anderen und erklimmen auch Decken und Wände. Meist lassen sie sich auf schlafenden Menschen nieder, um Blut zu saugen.

Wie gefährlich sind die Bisse von Bettwanzen?

Pickel, Pustel oder Quaddel: Die Bisse von Bettwanzen fallen von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich aus und werden oft genug mit Stichen von anderen Insekten verwechselt. Es kann sein, dass du überhaupt nicht auf die Bisse reagierst und eine Behandlung gar nicht nötig ist, deine Mitreisenden aber leiden unter starkem Juckreiz und vielleicht allergischen Reaktionen. Bedenke dabei: Ein Mückenstich juckt sofort, der Biss einer Bettwanze kann tagelang unentdeckt bleiben, da der Juckreiz erst viel später auftritt. Bei heftigen Reaktionen helfen Sprays und Cremes, von denen manche Kortison enthalten. Da Bettwanzen Blutsauger sind und sich von menschlichem Blut ernähren, könnten sie in der Theorie andere Krankheiten übertragen. Aber keine Sorge: Es gibt bislang keine Hinweise darauf, dass sie Krankheitserreger von Mensch zu Mensch weitergeben.

Plagen dich im Urlaub noch andere Insekten wie Wespen, Zecken oder Mücken, findest du hier Tipps, mit denen du dich vor Stichen schützen kannst.

Woran kannst du Bettwanzenbefall im Hotel erkennen?

Auch wenn du der Meinung bist, das Hotelzimmer ist sauber: Nimm dir, bevor du dich häuslich einrichtest, Zeit und suche beim Bettwanzen-Check nach Hinweisen. Wanzen verlassen ihre Verstecke in der Hauptsache, wie du bereits weißt, in der Nacht, aber manchmal sind sie auch tagsüber unterwegs. Auf der Suche nach Nahrung hinterlassen sie in den befallenen Zimmern typische Anzeichen: kleine krümelige Kotspuren, die wie schwarze Punkte aussehen, und ihre Häute. Bett, Schlafsofa, Bilderrahmen, Tapeten: Alles, was kleinste Ritzen bietet, sind typische Verstecke, die die Bekämpfung der Plagegeister erschweren. Untersuche auf deiner Reise auch regelmäßig deine Bettwäsche und die Kleidung für die Nacht: Blutsaugende Insekten hinterlassen logischerweise bei der Nahrungsaufnahme winzige Blutflecken. Da die Insekten mit jeder Häutung wachsen, sind ausgewachsene Tiere im Normalfall mit bloßem Auge zu erkennen. Zudem sondern sie ein Sekret ab, das einen süßlichen Geruch hinterlässt.

Bettwanzen entdeckt: Was ist zu tun?

Wenn dein Wanzen-Check positiv war, solltest du in jedem Fall einen Mitarbeiter des Hotels informieren und ein anderes Zimmer fordern. Beachte dabei: Mangelnde Hygiene ist nicht der Grund für einen Befall. Wenn ein Zimmerwechsel nicht möglich ist, kannst du das krabbelnde Ungeziefer mit einem Spray bekämpfen. Die Sprays bestehen aus bestimmten Chemikalien, die sie abtöten. Allerdings beobachtet das Umweltbundesamt eine starke Zunahme der Plagegeister. Sie erweisen sich immer mehr als resistent gegen die chemischen Angriffe. Für einen akuten Einsatz sind die Sprays durchaus hilfreich. Sie haben den Vorteil, auch in schwer erreichbare Ecken zu gelangen, trotzdem ist die Wirksamkeit bei starkem Befall umstritten.

Bettwanzen bekämpfen: auf eigene Faust oder Kammerjäger?

Ist deine Unterkunft von Wanzen befallen, sollten verschiedene Mittel miteinander kombiniert werden. Mit Insektiziden allein ist es oft nicht getan, um der Insekten Herr zu werden. Bettwanzen-Befall ist eine Sache, mit der sich Schädlingsbekämpfer bestens auskennen. Kein Haus möchte es sich nachsagen lassen, eine wirksame Behandlung zu unterlassen. Denn: Bettwanzen legen jede Menge Eier und vermehren sich schnell - und damit von Zimmer zu Zimmer. Da die Insekten bei hohen Temperaturen über 60 Grad Celsius absterben, führen Kammerjäger zur Schädlingsbekämpfung oft Wärmezelte mit sich, in denen sperrige Gegenstände wie Koffer und Kissen einige Stunden lagern können. Frage im Hotel nach, ob jemand deine Wäsche bei 60 Grad waschen kann. Sonst nimmst du die Krabbeltiere möglicherweise ins eigene Zuhause mit.

Zu Hause schnell Maßnahmen treffen

Kälte bei minus 18 Grad Celsius macht den Insekten ebenfalls den Garaus. Spätestens, wenn du wieder von deiner Reise zu Hause angekommen bist, solltest du Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Um den lebenden Bettwanzen keine Chance zu geben, kannst du Kleidung für drei Tage im Gefrierschrank lagern. Ein weiterer Tipp: Packe den Koffer über der Badewanne oder der Dusche in deiner Wohnung oder deinem Haus aus und schüttle die Sachen. Das nimmt nur kurze Zeit in Anspruch, ist aber eine hilfreiche Maßnahme, um tote Bettwanzen und natürlich auch lebende aus der Kleidung zu entfernen. Auch andere Sachen aus dem Koffer kannst du so behandeln, um möglicherweise befallene Gegenstände von den Tieren zu befreien.

Hat sich Ungeziefer in deiner Wohnung breit gemacht? Hier erfährst du, welche Rechte und Pflichten du in diesem Fall als Mieter hast.

Unser Tipp: geschütztes Gepäck für die Reise wählen

Bettwanzen sind, das hast du nun erfahren, ungebetene und äußerst reiselustige Urlaubsbegleiter. Sie ziehen sang- und klanglos in deine Unterkunft ein, bleiben oft unbemerkt und die Bettwanzen-Bisse machen sich durch Juckreiz vielleicht erst eine Woche später bemerkbar. Gefährlich sind sie in der Regel nicht und ein Hausmittel dagegen ist auch noch nicht erfunden. Trotzdem: Das Reisegepäck ist ein begehrter Aufenthaltsort für die flügellosen Krabbler, die sich, erst einmal angekommen, gerne in andere Räume verbreiten. Auch im Hotel. Um Bettwanzen-Befall vorzubeugen, solltest du dein Reisegepäck mit Bedacht wählen. Ein Hartschalenkoffer ist ein gutes Mittel, um den Tieren in der Bahn, im Flugzeug und später in der Unterkunft keine Chance zu geben. Außerdem gibt es spezielle Schutzsäcke mit Reißverschluss, in denen du deine Gepäckstücke verstauen und zusätzlich sichern kannst. Das gilt für die Hin-, aber auch für die Rückreise und deinen Aufenthalt in deiner Unterkunft.

Damit dein Koffer für den nächsten Urlaub nicht so schwer wird, findest du hier einfache Tipps zum Packen von leichtem Feriengepäck.

Fazit

Ein Hausmittel gegen die Juckreiz auslösenden Parasiten gibt es nicht, aber du kannst einige Maßnahmen treffen, um dem Schädling ein Schnippchen zu schlagen und seine Verbreitung zu vermeiden. Verpacke deine Kleidung sorgfältig, untersuche das Zimmer im Hotel und fordere im Zweifelsfall einen Kammerjäger. Die Bisse der Tapetenflunder sind meist nicht bedrohlich, aber Juckreiz am ganzen Körper geht in jedem Fall negativ unter die Haut.

Eine erfolgreiche Bekämpfung des Ungeziefers auf eigene Faust ist erfolgversprechender, je früher man damit beginnt: Wäsche heiß waschen oder einfrieren. So stehen die Chancen gut, den Plagegeistern in der eigenen Wohnung keinen neuen Lebensraum zu geben und ihre Vermehrung zu verhindern. Sollte all das nicht helfen, brauchst auch du professionelle Hilfe gegen die blinden Passagiere. Und sollte es auf deiner Reise doch einmal beispielsweise zu starken allergischen Reaktionen nach einem Biss kommen, bist du mit der Generali Reise-Krankenversicherung bestens abgesichert.

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