Eine Frau schaut beim Autofahren auf ihr Smartphone.

Handy beim Autofahren: Was erlaubt oder verboten ist

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Lesezeit: 6-7 Minuten

Handy beim Auto­fah­ren: Was erlaubt oder ver­bo­ten ist

In Deutschland und den meisten europäischen Ländern gilt ein striktes Handyverbot am Steuer. Der Gesetzgeber will damit schwere Unfälle vermeiden, die abgelenkte Fahrer verursachen können. Wenn du dein Handy im Auto benutzt, drohen dir empfindliche Strafen bis hin zu Fahrverboten – als Fahranfänger musst du sogar mit einer Verlängerung deiner Probezeit rechnen. Außerdem kann der Schutz der Kfz-Versicherung durch die Handynutzung im Auto gefährdet werden.

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Für wen gilt das Handyverbot?

Laut Gesetzgeber dürfen Fahrzeugführer ihr Handy nicht am Steuer nutzen. Sie unterliegen einem ausdrücklichen Handyverbot. Mit Fahrzeugführern sind neben Autofahrern auch Motorrad- und Radfahrer gemeint. Das Handyverbot gilt auch für einen Fahrlehrer, der sich auf dem Beifahrersitz befindet.

Wieso ist das Handy beim Autofahren verboten?

Viele Fahrzeugführer unterschätzen die Gefahren der Handynutzung beim Autofahren. Ablenkung während der Fahrt ist mittlerweile eine der häufigsten Unfallursachen. Bereits ein kurzer Blick auf das Handydisplay bedeutet bei 50 Kilometern pro Stunde eine Blindfahrt von 14 Metern. Abgelenkt wird der Fahrzeugführer ebenso beim Telefonieren während der Fahrt.

Auf der Autobahn hast du sicherlich schon Plakate mit Hinweisen wie „Tipp Tipp Tot“ gelesen. Solche Plakate werden durch das Verkehrsministerium aufgestellt. Sie sollen dich auf die Gefährlichkeit der Handynutzung während der Fahrt aufmerksam machen und davon abhalten, dass du dein Handy am Steuer nutzt.

Handy beim Autofahren: Was genau ist verboten?

Mit der Änderung der Straßenverkehrsordnung (StVO) im Jahr 2017 wollte der Gesetzgeber das Handy aus dem Straßenverkehr vollständig verbannen.

Früher war lediglich das Telefonieren selbst (mit dem Gerät am Ohr) untersagt, dies gilt nun auch für fast alle andere Nutzungsweisen und Funktionen des Smartphones. Du darfst demnach keine Nachrichten im Messenger schreiben oder lesen, Anrufe wegdrücken oder auch nur einen Blick auf die am Smartphone integrierte Uhr werfen. Das Surfen im Internet ist ohnehin untersagt.

Du kannst dein Handy benutzen, wenn es sich in einer Halterung befindet. Aber auch dann darfst du keine Nachrichten schreiben oder Suchen im Internet durchführen. Jedoch erlaubt die StVO kurzes Hinsehen, wenn die Verkehrssituation es erlaubt. Jegliche Art von Video- oder TV-Konsum via Smartphone zählt natürlich nicht als kurzes Hinsehen und ist verboten.

Der Gesetzgeber hat allerdings nicht ganz eindeutig definiert, wie lange du einen Blick auf das Handy werfen musst, um gegen die StVO zu verstoßen. Gerichte haben jedoch recht eindeutige Entscheidungen gefällt: Du darfst zum Beispiel dein Handy nicht auf das Armaturenbrett stellen und die Videotelefonie nutzen. Auch das Drücken der Funktionstaste ist bereits ein Verstoß.

Diese Bußgelder drohen dir bei einem Verstoß

Wenn du dein Handy beim Autofahren benutzt, kann es teuer werden. Aus Sicht des Gesetzgebers benutzt du dein Handy, wenn du es in der Hand hältst. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Gerät gerade ausgeschaltet ist oder nicht.

Für die regelwidrige Benutzung deines Handys beim Führen eines Fahrzeugs beträgt der Bußgeldregelsatz 100 EUR. Zusätzlich erhältst du einen Punkt in Flensburg. Diese Strafen gelten, wenn du beispielsweise bei der Benutzung deines Handys am Steuer erwischt wirst und in eine Verkehrskontrolle gerätst. Kommt es zusätzlich durch dein Verhalten zu einer Gefährdung, steigt das Bußgeld auf 150 EUR an. Außerdem erhältst du zwei Punkte in Flensburg und ein Fahrverbot von einem Monat.

Kommt es hingegen durch die Handynutzung beim Autofahren zu einer Sachbeschädigung, musst du 200 EUR als Strafe bezahlen. Zudem musst du zwei Punkte in Flensburg und einen Monat Fahrverbot in Kauf nehmen. Begehst du während der Nutzung deines Handys am Steuer weitere Verkehrsverstöße, erhöhen sich die Bußgelder dementsprechend – entweder bei zu hoher Geschwindigkeit oder zu dichtem Auffahren.

Regeln und Vorschriften für die Handynutzung am Steuer.



Fahranfänger aufgepasst! Wirst du in der Probezeit dabei erwischt, wie du dein Handy am Steuer nutzt, musst du wie alle anderen Fahrer auch ein Bußgeld von 100 EUR zahlen. Du sammelst zudem einen Punkt in Flensburg. Doch das ist nicht alles: Es handelt es sich bei der unerlaubten Handynutzung am Steuer um einen A-Verstoß, also um eine schwerwiegende Ordnungswidrigkeit. Deine Probezeit wird um zwei Jahre verlängert. Du musst außerdem an einem Aufbauseminar teilnehmen. Fahranfängern drohen also härtere Strafen.

Übrigens: Auch im Ausland kann es sehr teuer werden

Unsere europäischen Nachbarländer sind, was die Handynutzung während der Fahrt betrifft, mindestens genauso streng. Folgende Bußgelder fallen fürs Telefonieren beim Autofahren im Ausland an:

  • Belgien: 115 EUR
  • Estland: 400 EUR
  • Frankreich: ab 135 EUR
  • Großbritannien: ab 230 EUR
  • Italien: 165 EUR
  • Niederlande: 240 EUR
  • Norwegen: 175 EUR
  • Portugal: ab 120 EUR
  • Spanien: ab 200 EUR
  • Schweiz: 90 EUR

Wann du dein Handy im Auto benutzen darfst

§ 23 Absatz 1b StVO sieht einige Ausnahmen vor. Demnach gilt das Handyverbot im Auto nicht, wenn das Fahrzeug steht und der Motor vollständig ausgeschaltet ist. Wichtig: Diese Ausnahme ist nicht gültig, wenn sich der Motor (etwa an einer Ampel) automatisch abstellt. Diese Abstellautomatik stellt kein Ausschalten des Motors im Sinne der StVO dar. Wenn du im stehenden Auto telefonieren möchtest, musst du somit immer den Motor ausschalten.

Ansonsten darfst du dein Handy beim Autofahren benutzen, wenn es deine Aufmerksamkeit nicht beeinträchtigt. Bedingung dafür ist, dass du das Smartphone nicht in der Hand hältst. Du darfst über die Freisprecheinrichtung telefonieren und zum Beispiel auch Diktate einsprechen.

Das Verbinden deines Handys mit der Freisprecheinrichtung eines Autos ist recht einfach. Bei den meisten neueren Fahrzeugmodellen ist eine Smartphoneschnittstelle mitsamt Halterung und Ablage bereits inbegriffen. Andernfalls lässt sich dies auch leicht nachrüsten. Die Halterung bezieht den Strom dann über ein USB-Kabel über den Zigarettenanzünder oder über die 12V Steckdose deines Autos. Schalte das Bluetooth ein, um dein Handy mit dem Gerät zu verbinden. Danach kannst du sorglos telefonieren, ohne den Blick von der Straße zu richten.

Handynutzung im Auto und die Kfz-Versicherung

Das Handyverbot kann sich auf den Versicherungsschutz in der Kfz-Versicherung auswirken. Wenn du dein Handy beim Autofahren benutzt und einen Unfall verursachst, gilt dies als grobe Fahrlässigkeit. Im Falle einer Kaskoversicherung erstattet dir diese möglicherweise deinen eigenen Schaden gar nicht oder nur teilweise. Die Kfz-Haftpflichtversicherung erstattet jedoch in jedem Fall die Kosten des Unfallgegners, könnte dich aber unter Umständen in Regress nehmen.

Fazit: Augen auf die Straße!

Während der Fahrt noch kurz ein paar Wörter tippen und die Nachricht absenden: Dieses Vorhaben hat schon viele schwere Unfälle verursacht. Bedenke, welche Wegstrecke du in der vermeintlich kurzen Zeit in deinem Auto zurücklegst und was auf dieser Strecke alles passieren kann. Vernachlässige deshalb dein Handy während der Fahrt und halte bei dringenden Anrufen oder Nachrichten stets an. Verursachst du mit dem Handy am Ohr einen Unfall, kann sogar der Schutz deiner Kfz-Versicherung eingeschränkt werden.

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