Eine Schülerin steht vor einer Tafel und blickt nach oben auf ihren Doktorhut.

Arbeitslos melden nach dem Studium: Alle Fristen & Formalien

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Arbeits­los mel­den nach dem Stu­dium: Alle Fris­ten & For­ma­lien

Längst nicht alle Studenten finden sofort nach dem Ende ihres Studiums eine Beschäftigung. In so einem Fall lohnt es sich, beim Arbeitsamt vorstellig zu werden. Erfahre in diesem Artikel, warum dies vorteilhaft ist, welche Ansprüche ohne Arbeitslosmeldung entfallen und welche Fristen gelten.

Arbeitslos melden: Wann ist es sinnvoll?

Die Meldung der Arbeitslosigkeit bei der Bundesagentur für Arbeit sollte so frühzeitig wie möglich erfolgen. Wer zum Beispiel im Mai weiß, dass mit dem Ende des Sommersemesters am 30.09. die Exmatrikulation folgt, kann sich umgehend für den 01.10. arbeitslos melden. Dabei spielt es im Übrigen keine Rolle, ob das Studium mit einem Abschluss beendet wird oder nicht.

Die Meldung ist erforderlich, weil nur dann Ansprüche auf Arbeitslosengeld geltend gemacht werden können. Wer nach dem Ende des Studiums nahtlos in ein Beschäftigungsverhältnis wechselt, kann die Arbeitsagentur links liegen lassen.

Liegt jedoch zwischen dem Ende des Studiums und einer bereits fixen Anstellung genügend Zeit, kann sich die Meldung lohnen. Solange kein Einkommen erzielt wird, kann unter Bedingungen Arbeitslosengeld II (ALG II) beantragt werden. Dies gilt für Studenten mit eigenem Haushalt. Wer noch bei den Eltern wohnt, geht dagegen in der Regel leer aus.

Auch für ehemalige Studenten im „Hotel Eltern“ lohnt sich jedoch die Meldung mitunter. Ein weiterer wichtiger Aspekt der Meldung betrifft Studenten, die die Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit planen. Diese beginnt möglicherweise direkt nach dem Studium, ohne sofort ein ausreichendes Einkommen zu gewährleisten. Dann kann ein Antrag auf ALG II gestellt werden, mit dem die Einnahmen aufgestockt werden. Die Aufstockung ist für maximal 24 Monate mit 50-100 % des regulären ALG II-Bezugs möglich.

Empfänger von ALG II können darüber hinaus einen Investitionszuschuss in Höhe von bis zu 5.000 EUR für den Schritt in die Selbständigkeit erhalten.

Arbeitslos melden nach Studium: Welche Ansprüche bestehen?

Eine grundsätzliche Verpflichtung zur Meldung gibt es nicht. Die meisten Universitätsabgänger haben zuvor nicht in die gesetzliche Arbeitslosenversicherung eingezahlt. Einzahlungen sind hier nur üblich, wenn ein Angestelltenverhältnis über eine Werkstudententätigkeit mit 20 Wochenstunden hinausgeht. Wurde nicht in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt, bestehen auch keine Ansprüche, die verfallen könnten.

Wurde eine Beschäftigung mit Einzahlungen in die Arbeitslosenversicherung für mindestens zwölf Monate am Stück ausgeübt, sollte die Meldung so schnell wie möglich erfolgen, da ansonsten Sperrfristen drohen. Die Meldung beim Arbeitsamt ist grundsätzlich persönlich vorzunehmen.

Abgänger, die kein Einkommen erzielen, können einen Antrag auf Arbeitslosengeld II stellen. Der Regelsatz beträgt im Jahr 2021 für Alleinstehende oder Alleinerziehende 446 EUR. Zusätzlich bezahlt das Amt die Miete und Heizkosten für eine angemessene Unterkunft. Bestehendes Vermögen muss zuvor verbraucht werden. Hier gilt allerdings ein Freibetrag in Höhe von 150 EUR pro Lebensjahr. Bei Bedarfsgemeinschaften werden auch Einkommen des Partners oder der Eltern angerechnet. Wohngemeinschaften gelten nicht als Bedarfsgemeinschaft.

Zusätzlich zu den Leistungen werden Kosten für Bewerbungen übernommen. Möglich sind 5 EUR pro Bewerbung bis zu einem Höchstbetrag von 260 EUR pro Jahr.

Krankenversicherungsbeiträge und Zusatzverdienste

Nach der Exmatrikulation besteht kein Ausbildungsverhältnis mehr. Eine etwaige Mitversicherung in der Familienversicherung entfällt deshalb. Ehemalige Studenten benötigen deshalb eine eigenständige Krankenversicherung. Gewährt das Amt ALG II, ist auch dieses durch den Bezug abgedeckt. Schon allein deshalb ist es ratsam, einen Antrag auf Arbeitslosengeld zu stellen. In Deutschland besteht eine Krankenversicherungspflicht.

Viele Uniabgänger üben direkt nach dem Studium zunächst eine geringfügige Beschäftigung aus. Im Rahmen eines 450 EUR Jobs besteht keine Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung. Ein 450 EUR Job kann jedoch auch während des Bezugs von Arbeitslosengeld II ausgeübt werden. Die Einkünfte werden dann teilweise auf den Leistungsbezug angerechnet. Pro Monat können 100 EUR abzugsfrei hinzuverdient werden. Für Einkünfte oberhalb von 100 EUR gilt ein Abzug von 80 %. Bei einem Verdienst von 450 EUR können somit 170 EUR zusätzlich zu den ALG II Leistungen verdient werden.

Wer keine Beschäftigung ausübt und sich nach dem Studium auch nicht arbeitssuchend meldet, erhält keinerlei Leistungen und ist (zumindest in der gesetzlichen Krankenversicherung) auch nicht krankenversichert. Eine freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung ist möglich, jedoch mit Beiträgen verbunden.

Hat man soeben erst das Studium beendet, verschwendet man keinen Gedanken an das Altern. Doch es lohnt sich bereits früh mit kleinen Beiträgen für die Rente zu sparen.

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