Frau im Rollstuhl mit Pflegerin

10 Tipps zur Unterstützung eines schwerkranken Angehörigen

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Gesund bleiben
Lesezeit: 5-6 Minuten

10 Tipps zur Unter­stüt­zung eines schwer­kran­ken Ange­hö­ri­gen

Ob Bruder, Schwester, Ehepartner, Kind oder Elternteil: Wenn ein Mensch schwer erkrankt ist, belastet es alle nahestehenden Personen. So unterschiedlich wie die Krankheitsverläufe sind die Dinge, die guttun. Kann der Kranke sich uneingeschränkt bewegen oder ist er im Alltag auf Hilfe angewiesen? Gibt es die Chance auf Heilung oder Besserung? Hat der Kranke Schmerzen? Wie ist das Verhältnis zu anderen Angehörigen?

Diese und viele weitere Fragen spielen eine Rolle, wenn es darum geht, einen schwerkranken Angehörigen zu unterstützen. Es gibt kein Patentrezept, aber einige Tipps, die dir rund um die Unterstützung des Angehörigen helfen.

Für alle Fälle: Eine Pflegezusatzversicherung unterstützt dich bei Pflegebedürftigkeit. Informiere dich rund um die Pflegezusatzversicherung der Generali.

1. Hilf deinem Angehörigen, mit der Diagnose umzugehen

Ob durch eine unerwartete Erkrankung wie einen Schlaganfall, Krebs oder schleichende Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder Parkinson: Eine schwere Erkrankung stellt immer einen großen Einschnitt im Leben eines Menschen dar. Manchmal besteht zuerst ein Verdacht, der sich nach und nach erhärtet oder nicht bestätigt. Zwischenzeitlich sorgt der Verdacht für Unruhe und Sorge im Alltag. Hilf deinem Angehörigen, die Diagnose zu verarbeiten und die Auswirkungen zu verstehen, wenn er signalisiert, dass er Hilfe möchte. Begleite ihn beispielsweise zu wichtigen Arztbesuchen. Oder notiert euch gemeinsam vor dem nächsten Arztbesuch die Fragen, die dein Angehöriger hat.

2. Informiere dich rund um die medizinischen Bedürfnisse

Unabhängig davon, ob Ehepartner, Eltern oder Großeltern betroffen sind: Es ist gut, die medizinischen Bedürfnisse von schwerkranken Angehörigen auch als Angehöriger selbst im Blick zu haben. Informiere dich beispielsweise rund um die möglichen Nebenwirkungen von Chemo- oder Strahlentherapie, damit auch du besser vorbereitet bist und weißt was auf dich zukommen kann.

3. Gestalte den Alltag für den kranken Angehörigen einfacher

Bereits alltägliche Situationen, die Gesunde leicht meistern können, stellen für einen schwerkranken Menschen eine große Hürde dar. Hilf deinem Angehörigen, indem du ihn befragst oder seinen Alltag aufmerksam beobachtest, um kleine Stolpersteine aus dem Weg zu räumen. Befindet sich der Rollator immer in Reichweite? Lassen sich die Stühle leicht verschieben?

Viele Tipps rund um den Alltag gibt es zudem in krankheitsspezifischen Selbsthilfegruppen – auch online. Sie informieren und ermöglichen einen Austausch mit anderen Betroffenen

4. Sei für deinen schwerkranken Angehörigen da

Ob du im gleichen Haus wohnst oder etwas weiter weg: Signalisiere, dass du für deinen schwerkranken Angehörigen da bist. Das bedeutet nicht, dass du dein eigenes Leben aufgibst. Wichtig für den Betroffenen ist, dass du dich nicht zurückziehst, wenn es darauf ankommt. Denn viele Erkrankte machen die Erfahrung, dass sich Bekannte oder Freunde nach der Diagnose abwenden. Gib deinem Angehörigen also das Gefühl, dass du weiterhin den Menschen in ihm siehst und nicht die Krankheit.

5. Organisiere externe Hilfen

Hat dein Angehöriger Pflegegrad II oder höher und wird Zuhause gepflegt, stehen ihm bestimmte Leistungen zu. Hierzu gehört nicht nur das Pflegegeld, sondern auch Betreuungs- und Entlastungsleistungen in Höhe von 125 Euro im Monat. Voraussetzung hierfür ist jedoch weiter, dass der Betroffene mindestens ein halbes Jahr auf externe Hilfe durch Pflegekräfte angewiesen ist. Werden die genannten Voraussetzungen erfüllt, so steht euch ein zweckgebundener Betrag zu. Das heißt: Ihr müsst nachweisen, was ihr davon finanziert. Hiervon können kranke Menschen beispielsweise eine Haushaltshilfe oder eine Betreuung für einige Stunden pro Monat bezahlen. Sie kann den Angehörigen dann beispielsweise auf Ausflüge begleiten.

6. Akzeptiere deine Grenzen

Du pflegst einen schwerkranken Angehörigen oder lebst mit diesem in einem Haushalt? Dann ist es umso wichtiger, dass du dir Zeit für dich nimmst. So sammelst du Kraft, um deinem Angehörigen zur Seite zu stehen. Achte auf deinen Schlaf und deine Ernährung. Versuche Hobbys, die dir guttun, beizubehalten – ebenso wie den Kontakt zu Freunden. Alles unter einen Hut zu bekommen ist schwierig, wenn man einen schwerkranken Angehörigen pflegt. Plane darum feste Zeiten für Hobby und soziale Kontakte ein. Besprich diese mit deinem Angehörigen oder organisiere, wenn nötig, eine Betreuung.

7. Behalte die Finanzen im Blick

Ein Alltag mit Krankheit ist meist kostspieliger als der eines Gesunden. Oft fallen durch die Krankheit Einnahmen weg – beispielsweise, wenn wegen der Erkrankung nicht mehr gearbeitet werden kann. Sprich mit dem Angehörigen rechtzeitig über dieses Thema. Mach eine realistische Aufstellung rund um Einnahmen und Ausgaben. Prüfe anschließend, welche Leistungen und Hilfsmittel dem Angehörigen zustehen. So beteiligt sich oft die Pflegeversicherung, wenn behindertengerechte Umbauten notwendig sind.

Tipp: Vor Einkommensausfällen bei Berufsunfähigkeit schützt die Berufsunfähigkeitsversicherung.

Wie bereits erwähnt erhalten Erkrankte, unter Erfüllung bestimmter Voraussetzungen, zusätzlich finanzielle Unterstützung in Form von Pflegegeldern. Hierbei gilt: Je höher die Pflegestufe, desto höher der Pflegegeldbetrag. Insgesamt unterscheidet man dabei zwischen 5 Pflegestufen, die sich an dem gesundheitlichen Zustand des Betroffenen orientieren. Bei Einstufung in Pflegestufe V steht Betroffenen der Höchstbetrag von bis zu 901 Euro/Monat zu.

Die Pflegezusatzversicherung von Generali bietet dir und deinen Angehörigen im Pflegefall Schutz vor finanziellen Belastungen. Informiere dich vorab über die Vorteile einzelner Tarife, die den Alltag im Falle eines Pflegefalles erleichtern können. So sichert ihr euch für alle Pflegegrade ab und profitiert gleichzeitig von staatlichen Förderungen, die dabei helfen, eure Finanzen im Blick zu halten.

8. Sei vorbereitet

Bei schweren Krankheiten solltet ihr für mögliche Notfälle vorbereitet sein. Wie die Vorbereitung aussieht, hängt von der Erkrankung ab. So kann es Sinn machen, eine Tasche für einen eventuellen Krankenhausaufenthalt parat zu haben. Bei fortschreitenden Erkrankungen wie Multipler Sklerose informiert ihr euch am besten beim Facharzt rund um die nächsten wichtigen Schritte. Beantragt Hilfsmittel wie einen elektrischen Rollstuhl rechtzeitig. Je nach Prognose kann es sinnvoll sein, sich frühzeitig um einen Hospizplatz zu bemühen oder alternativ mit dem Arzt vor Ort über palliative Maßnahmen zuhause zu sprechen. In jedem Fall solltet ihr eine Vorsorgevollmacht und eine Patientenverfügung aufsetzen.

Noch keine Vorsorgevollmacht? Dann setzt jetzt eine auf – eine Vorsorgevollmacht ist übrigens auch für Gesunde sinnvoll. Informiere dich in unserer FAQ Vorsorgevollmacht.

9. Gönnt euch kleine Auszeiten

Eine schwere Erkrankung ist für jede Beziehung eine große Belastung. Plane darum gezielt Auszeiten ein, in denen ihr gemeinsam etwas Schönes erleben könnt. Das kann ein entspannter Filmeabend sein, ein Ausflug in den Park oder ins Café. Wer Zeit und etwas mehr Budget mitbringt, kann einen (Kurz-)Urlaub planen. Auch für Menschen mit Handicap oder Schwerstkranke gibt es mittlerweile immer mehr Möglichkeiten, auf Reisen zu gehen und den Alltag ein Stück zu vergessen.

10. Akzeptiere den Weg des Betroffenen

Viele Erkrankungen wie Alzheimer oder Krebs im fortgeschrittenen Stadium sind nicht beeinflussbar. Egal was der Betroffene isst oder wie viel er trainiert, die Erkrankung schreitet fort. Plane klug voraus. Aber sei dir bewusst, dass vieles sich eurer Kontrolle entzieht. Dies gilt auch für den Umgang des Kranken mit seiner Erkrankung. Manche verdrängen alles rund um die Krankheit, andere möchten offen darüber reden. Manche vertrauen den Ärzten, andere suchen trotz Diagnose weiter nach Therapiemöglichkeiten oder Alternativen. Akzeptiere den Umgang des Betroffenen mit seiner Erkrankung – es ist sein Weg! Steh ihm dabei zur Seite, aber schreibe ihm die zu gehende Richtung nicht vor.

Weitere Tipps: Wie gehe ich mit Ängsten und Sorgen um?

Fazit

Schwere, unvorhersehbare Erkrankungen können jeden von uns treffen. Solltest du also einen schwerkranken Angehörigen haben, behandle ihn so, wie auch du in solch einer Situation behandelt werden möchtest. Der Umgang mit einer Krankheit und die Betreuung eines Schwerkanken ist nicht leicht. Auszeiten für dich selbst sind hierbei essentiell, um Kraft zu tanken und deinen Angehörigen bestmöglich unterstützen zu können.

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