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Von Nina zu Katwarn: Das Smartphone kann Leben retten

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Von Nina zu Kat­warn: Das Smart­phone kann Leben ret­ten

Spätestens seit der Einführung der Corona-Warn-App wissen wir, dass wir mit dem Smartphone Leben retten können. Aber auch bei extremen Wetterlagen wie Sturm und Überschwemmung bist du mit einer Warn-App sicherer.

Welche Apps gibt es?

Es gibt für das deutsche Bundesgebiet vier große, kostenlose Warn-Apps.

Zwei davon werden von Bundesbehörden betrieben. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) stellt die App „NINA“ zur Verfügung, die Anwendung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) heißt „WarnWetter“. Wie der Name schon sagt, alarmiert diese „WarnWetter“ App nur bei gefährlichen Wetterlagen. „NINA“ warnt zusätzlich vor allen Gefahrenfällen die vom Modularen Warnsystem (MoWas) des Bundes abgedeckt sind. Das beinhaltet neben Luftkriegs- und Strahlungsgefahren alle Gefahren, die von den Bundesländern gemeldet werden. Das können unter anderem Schadstoffaustritte, Bombenfunde oder Terrorgefahr sein.

Neben diesen beiden Apps gibt es noch KATWARN und BIWAPP, die ebenfalls an das modulare Warnsystem des Bundes angebunden sind. KATWARN wird vom Fraunhofer Institut betrieben, BIWAPP von einem privaten Developer in Zusammenarbeit mit Katastrophenschutzbehörden verschiedener Landkreise.

Alle Apps funktionieren bundesweit, aber Vorsicht: Einige Informationen über Katastrophenfälle werden nur von regionalen oder kommunalen Behörden gemeldet.

Je nach Kommune, Stadt oder Landkreis gibt es Unterschiede, ob und mit welcher der Apps die Behörden (wie Feuerwehr und Polizei) kooperieren. Daher lohnt es sich zu recherchieren, welche App den besten Schutz am eigenen Wohnort bietet.

Welche Funktionen haben die Apps?

Alle Apps haben gemeinsam, dass sie vor gefährlichen Wetterlagen oder anderen Gefahren warnen und sowohl auf iOS als auch auf Android-Geräten funktionieren. Sie beinhalten jeweils GPS-Lokalisierung und eine Favoritenliste für Standorte. So wirst du im Urlaub vor einem Waldbrand gewarnt und erfährst ebenfalls, wenn zu Hause wegen Starkregen der Keller vollzulaufen droht. Jede App hat eine Deutschlandkarte an Bord, über die du auch visuell Regionen auswählen kannst.

WarnWetter App

Die WarnWetter App vom Deutschen Wetterdienst (DWD) meldet sich nur bei gefährlichen Wetterlagen. Folglich hat sie in ihrer kostenlosen Version die wenigsten Funktionen aller hier vorgestellten Apps. Der DWD unterscheidet zwischen vier verschiedenen Warnstufen für gefährliches Wetter.

Von normalen Gewittern bis hin zu extremen Unwettern mit Orkanböen und Starkregen sind die Warnungen farblich abgestuft (von gelb bis dunkelrot). Es gibt Warnungen zu Hochwasser, Sturmfluten und Lawinengefahr. Die App wird auf Deutsch und Englisch angeboten. Als einzige Warnapp übersetzt sie behördliche Warnmeldungen auf English.

BIWAPP

Die privat betriebene BIWAPP (Bürger Info- und Warn-App) bietet einen umfangreichen Kategorienkatalog. Über die Schnittstelle zu NINA erfolgt ein Datenaustausch mit dem Modularen Warnsystem des Bundes, die zur WarnWetter App liefert auch Warnungen zu gefährlichen Wetterlagen.

BIWAPP ist die einzige App, bei der du Benachrichtigungen nach Kategorien wie Bombenfund, Großbrand, Seuchenfall, Verkehrsbeeinträchtigungen und Schulausfall an- und abschalten kannst. Wer keine Kinder hat, wird beispielsweise auf Letzteres verzichten können. Persönliche Orte lassen sich einfach einrichten und schnell auf lokale Gefahrenlagen überprüfen. BIWAPP unterscheidet sich von den anderen Apps durch seine integrierte Notruf-Funktion. Wenn du den Rettungsdienst alarmierst, übermittelt sie automatisch deinen Standort. Die App wird nur in deutscher Sprache angeboten. Aktuelle Warnmeldungen lassen sich über ein Widget auch auf einer Website anzeigen.

KATWARN App

Die KATWARN App wurde von Fraunhofer Institut FOKUS im Auftrag der öffentlichen Versicherer entwickelt. Ihr Ziel ist, offizielle Warnungen und Handlungsempfehlungen möglichst schnell an die betroffene Bevölkerung weiterzuleiten. Eine Besonderheit der KATWARN App ist ihre internationale Vernetzung. Dadurch können ihre Nutzer im europäischen Ausland aktuelle Warnmeldungen sowohl für ihren aktuellen Aufenthaltsort als auch ihre favorisierten Orte in Deutschland erhalten.

Ihre Oberfläche unterscheidet sich deutlich von denen der anderen Apps. Statt einer Liste mit Favoriten ist hier immer nur der aktuelle Standort zu sehen. Die Favoritenliste ist auf acht Orte begrenzt, visuelle Unterschiede zwischen den verschiedenen Meldungen gibt es nicht. Dafür bietet KATWARN zusätzlich die Möglichkeit, eine Themen-Warnung beispielsweise für ein Stadtfest, eine Messe oder Produktrückrufe zu abonnieren. So wirst du direkt informiert, falls es bei diesen Ereignissen zu Störungen kommt oder Verbrauchsgüter zurückgerufen wurden. KATWARN-Meldungen können kostenlos und DSGVO-konform auf Websites eingebettet werden.

NINA App

NINA (kurz für Notfall-Informations- und Nachrichten-App) vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe bietet das volle Programm. Ihre Nutzer erhalten alle Warnmeldungen, die Bund, Länder und Gemeinden über das Modulare Warnsystem (MoWas) herausgeben. Dazu bündelt NINA Informationen aus den drei Einzel-Apps WarnWetter, KATWARN und BIWAP.

Eine Push-Funktion macht NINA-Nutzer auf neue Warnungen aufmerksam. Während der Corona-Pandemie informiert die App lokalisiert über die jeweils gültigen Regeln und Neuigkeiten. Handlungsempfehlungen und allgemeine Notfalltipps von Experten sollen dabei helfen, sich auf mögliche Gefahren vorzubereiten und sich beim Eintreten einer Gefahr selbst schützen zu können. Die Benutzeroberfläche von NINA  gibt es in insgesamt acht Sprachen. Die deutschsprachige Version liegt auch in leicht verständlicher Sprache vor.

Wie nutze ich die Apps am besten aus?

Jeder kennt das: Auf dem Handy sind 100 Apps installiert, aber höchstens ein Drittel davon regelmäßig in Gebrauch. Damit deine Warn-App sich auf längere Sicht als nützlich erweist, sollten einige Voraussetzungen erfüllt sein.

Vor allem benötigen die Apps Zugriff auf die mobile Datenverbindung und den GPS-Standort des Smartphones. Nur so können sie aktuell und standortgenau informieren. Außerdem müssen sie Push-Benachrichtigungen senden dürfen, da fast niemand den ganzen Tag seine Warn-App im Blick haben wird.

Du solltest auch die Favoritenlisten nutzen. Dann kannst du deine Oma am anderen Ende der Republik vor drohenden Orkanböen in ihrer Region warnen. Damit sie ihren geplanten Einkauf auf den nächsten Tag verschiebt. In Bezug auf Corona können sich Nutzer bei NINA und BIWAPP gut über aktuelle lokale Zahlen, Regeln und Warnungen informieren, indem sie verschiedene Orte einspeichern. Die anderen beiden Apps bieten entweder gar keine (WarnWetter) oder nur sehr bedingt (KATWARN) Corona-Infos an.

Fazit

Im allgemeinen Vergleich sind sich die vier Apps ziemlich ähnlich. Welche von ihnen für dich die Beste ist, hängt von deinem Wohnort ab und davon, welche Meldungen dir wichtig sind. Ein großes Manko von KATWARN und WarnWetter sind derzeit die fehlenden Corona-Infos. Auch sonst bieten diese beiden Apps die wenigsten Features.

BIWAPP hebt sich vor allem durch die integrierte Notruffunktion und die Flexibilität der Warnkategorien ab, die bei allen anderen Apps fehlen. NINA ist auf den ersten Blick die übersichtlichste Lösung und bietet die detailliertesten Corona-Infos. Daher scheinen diese beiden sich zunächst am meisten zu lohnen. Wenn aber zum Beispiel dein Landkreis nicht mit BIWAPP kooperiert oder du gern detaillierte Wetterwarnungen erhalten willst, können auch KATWARN und WarnWetter die richtige Wahl sein.

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