Sport zu Hause: So kannst du Lärm vermeiden und dich nachbarschaftlich verhalten

Sport zu Hause: So kannst du Lärm vermeiden und dich nachbarschaftlich verhalten

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Sport zu Hause: Lärm­be­läs­ti­gung ver­mei­den

Wenn beim Seilspringen in der Wohnung die Wände wackeln, darf sich dein Nachbar über Lärmbelästigung beschweren, oder? Was erlaubt das Mietrecht rund um Sport in der Wohnung? Was kannst du tun, um die Dezibel deines Sportprogramms nach unten zu schrauben? Wir geben Tipps für leisen Sport zu Hause, der die nachbarschaftliche Harmonie bewahrt.

Das und mehr erfährst du hier:

  • Höher, schneller, weiter: Viele vergessen im Eifer des Gefechts, dass Training zu Hause als Ruhestörung ausgelegt werden kann.
  • Ruhezeiten einhalten und Schalldämpfer besorgen: So vermeidest du beim Trainieren den Konflikt im Haus.
  • Ein effektives Workout für den ganzen Körper muss nicht laut sein: Tipps für leise Sportarten.

Sport zu Hause als Ruhestörung: der gesetzliche Rahmen

1. Hausordnung

Der Blick in die Hausordnung lohnt sich. Gibt es bereits eine entsprechende Vereinbarung der Hausgemeinschaft? Die Regelungen sind für alle Hausbewohner verpflichtend. Falls du dort keine Vorgaben findest, gilt der entsprechende Absatz im Wohnungseigentumsgesetz (WEGesetz).

2. WEGesetz

Paragraf 14 Nr. 1 WEGesetz: Jeder Wohnungseigentümer ist verpflichtet, sich so zu verhalten, dass keinem der anderen Wohnungseigentümer daraus ein Nachteil entsteht, der über das bei einem geordneten Zusammenleben unvermeidliche Maß hinausgeht.

Weiter steht geschrieben, dass die Beseitigung der Störquelle verlangt werden darf. Es ist eine gute Idee, die direkten Nachbarn – nebenan, unter- und oberhalb deiner Wohnung – nach den ersten Trainingseinheiten zu fragen, ob sie etwas vom Sportprogramm mitbekommen.

Frage sie, ob sie dein Training überhaupt hören und als störend empfinden. Bis zu einer Stunde Sport pro Tag gilt als akzeptabler Kompromiss für geräuschsensible Nachbarn. Vielleicht könnt ihr euch auf bestimmte Tageszeiten, an denen der Nachbar sowieso nicht zu Hause ist, einigen. Es gibt aber auch gesetzlich festgelegte Zeiten, in denen du jegliche Art von Lärm vermeiden solltest.

3. Ruhezeiten

In den einzelnen Regionen und Gemeinden kann es Unterschiede geben.

Folgende Uhrzeiten gelten als Richtlinien:

  • An Werktagen ist von 22 bis 7 Uhr Ruhezeit.
  • Mittagsruhe: von 13 bis 15 Uhr – mehr dazu erfährst du in diesem Artikel.
  • An Wochenenden kann die Ruhezeit sogar bis 8 Uhr morgens gehen.
  • Mancherorts ist sonntags ein kompletter Ruhetag – das gilt auch für Feiertage
  • Vorsicht: Wer mehrfach gegen die Ruhezeiten verstößt, verhält sich nicht nur rücksichtslos. Er riskiert zudem eine Abmahnung. Bei massiven Verstößen gegen die Ruhezeiten darf der Nachbar die Polizei rufen.

Ansonsten gilt auch außerhalb der Ruhezeiten: Verhalte dich sportlich und nimm Rücksicht. Du willst dich beim Zumbatraining verausgaben und brauchst dafür laute Musik? Dann schließe deine Fenster. Vor allem in den warmen Sommermonaten möchten deine Nachbarn ihren Balkon genießen, ohne dass du dabei den Rhythmus vorgibst. Kabellose Kopfhörer sind ein hervorragendes Accessoire, das Ruhe und Frieden in die Nachbarschaft einkehren lässt.

Rechtsberatung bei Nachbarschaftsstreit

Was tun, wenn Herr Meier aus dem Erdgeschoss kein Verständnis für deine kurzen HIIT-Intervalle hat? Sichere dich vor den Kosten eines Rechtsstreits ab: Mit der Generali Rechtsschutzversicherung hast du Anspruch auf Rechtsberatung mit spezialisierten Anwälten.

Tipps zur Schalldämpfung

Wie laut dein Sportprogramm für die Nachbarn ist, hängt stark von der Trittschallisolierung ab. Moderne Häuser sind besser gedämmt als Häuser aus den 1960er-Jahren oder gar Altbauten. Wenn du deine Nachbarn durch die Wohnung gehen hörst, ist zu vermuten, dass auch sie dich hören können. Der Stepper stört deinen Nachbarn? Bei bereits vorhandenen Geräten kann eine passende Bodenmatte helfen, die an den Boden abgegebenen Geräusche zu reduzieren. Oder du verlegst dein Home-Workout in ein Zimmer, in dem Teppich verlegt ist.

Wie laut sind Laufband und Co.?

Rund um größeres Sportequipment gilt: Bedenke vor dem Kauf die Lautstärke. Ein Laufband auf einem knarzenden Parkett birgt Konfliktpotenzial. Manche Laufbänder bringen es in Betrieb auf 75 Dezibel, was einer Waschmaschine im Schleudergang entspricht. Achte am besten vor dem Kauf deines Fitnessgeräts darauf, dass du es bei Zimmerlautstärke effektiv nutzen kannst.

Sport für dein Workout zu Hause

Es muss nicht immer Seilspringen sein – hier kommen Ideen für ruhigen Sport in der Wohnung:

  • Yoga (Tipps für Einsteiger findest du hier)
  • Pilates
  • Fitness-Workouts ohne Spring- und Hüpfeinheiten
  • Ganzkörper-Workouts mit dem eigenen Körpergewicht
  • Training mit Hanteln oder Hula-Hoop-Reifen – sofern diese nicht auf den Boden knallen

Alternative zur Heimfitness: Outdoor-Sport

Du kannst dein Training auch ins Freie verlegen: Sportarten wie Radfahren, Joggen oder Walken machen an der frischen Luft mehr Spaß. Aber auch Kraftübungen mit dem eigenen Körpergewicht, Yoga oder Qi-Gong sind auf einem Fleckchen Gras oder im Park möglich. Tipp: In vielen Regionen gibt es regelmäßig gewartete Trimm-Dich-Pfade, bei denen du dich nach Anleitung unter freiem Himmel fit halten kannst.

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