Mann spricht mit junger Frau in einem Auto

Privater Autoverleih an Familie und Freunde ─ So sicherst du dich ab

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Draußen unterwegs
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Pri­va­ter Auto­ver­leih an Fami­lie und Freunde ─ So sicherst du dich ab

Der beste Freund oder ein enges Familienmitglied bittet dich darum, dein Auto ausleihen zu dürfen, denn er muss kurz etwas transportieren oder jemanden vom Flughafen abholen? Das eigene Auto an Freunde und Familie zu verleihen ist für viele eine absolute Selbstverständlichkeit. Meist ist dieser kleine Gefallen keiner Rede wert. Kommt es aber zu einem Unfall oder wird ein Bußgeld wegen Falschparkens verhängt, kann aus einem Gefallen schnell ein großes Problem werden. Wer wird für die entstehenden Kosten aufkommen? Auf wessen Konto gehen die Punkte? Um Ärger und Enttäuschungen zu vermeiden, klären wir über alle wichtigen Aspekte des privaten Autoverleihs auf.

Autoverleih an Privat ist kein Problem, solange es keine Vermietung ist

Beim Autoverleih muss unterschieden werden, ob der Autoverleih privat erfolgt ─ also ob du dein Auto an Freunde und Familie verleihst ─ oder es sich um eine Vermietung gegen Geld handelt – Stichwort Carsharing. Das Auto gegen Geld zu vermieten wäre bereits eine gewerbliche Tätigkeit. Diese muss entsprechend als Gewerbe angemeldet sowie versichert werden.

Der private Autoverleih ─ ohne dafür Geld zu nehmen ─ ist hingegen unkompliziert. Er ist jederzeit möglich und erlaubt. Um dennoch auf der sicheren Seite zu sein, ist es empfehlenswert, dem Fahrer den Fahrzeugschein auszuhändigen. Gerät er in eine Kontrolle, können Sachverhalte mit der Polizei schneller geklärt werden. Nutzt der Fahrer das Auto z.B. für einen dreiwöchigen Urlaub, so solltest du deine Versicherung darüber informieren. Der Fahrerkreis wird dann kurzfristig um eine zusätzliche Person erweitert.

Achtung bei Auslandsfahrten: Generell empfiehlt sich hier eine Nutzungsvollmacht, d.h. ein Nachweis vom Halter des Fahrzeuges, der den anderen zur Nutzung des Fahrzeuges berechtigt. Wer im Ausland mit einem Auto angehalten wird, das nicht das eigene ist und wenn zusätzlich jeder Nachweis fehlt, dass man die Erlaubnis des Fahrzeughalters hat, der gerät schnell in den Verdacht des Autodiebstahls. Insbesondere bei Fahrten in Ländern außerhalb der EU ist es ratsam, sich eine entsprechende Vollmacht erteilen zu lassen. Sollte man in eine Verkehrskontrolle geraten oder in einen Unfall verwickelt werden, kann man so bescheinigen, dass man zur Nutzung des Autos berechtigt ist.

Privater Autoverleih ist erlaubt - doch wer haftet bei einem Unfall?

Wenn du dein Auto privat verleihen möchtest, solltest du dabei auch an den Versicherungsschutz denken. Nur dann umgehst du teure Folgen. In der Regel genügt ein Anruf bei der eigenen Versicherung mit der Bitte einen weiteren Fahrer in den Fahrerkreis einzutragen. Hier muss beachtet werden, dass sich die Hinzunahme eines weiteren Fahrers auf den Versicherungs-Beitrag auswirken kann.

Vor allem junge Fahrer gelten als risikoreich und erhöhen die Kosten für die Versicherung. Oftmals bieten Versicherungen aber die Aufnahme eines weiteren Fahrers für einen kurzen Zeitraum kostenlos an. Wer auf der sicheren Seite sein möchte, kann den Fahrerkreis auch grundsätzlich so eintragen lassen, dass jeder Fahrer (beispielsweise über 25 Jahren) fahren darf. Im Einzelfall sollte das mit der jeweiligen Versicherung besprochen werden.

Doch was passiert, wenn die Versicherung nicht informiert wurde? Kommt es beim Autoverleih an Privat zu einem Unfall, so zahlt die Versicherung den Schaden des Unfallgegners sowie Eigenschäden am Fahrzeug (sofern der Wagen Vollkasko versichert ist). Tipp: Besteht für dein Auto keine Vollkasko-Versicherung, solltest du mit deinem Freund vor der Fahrt schriftlich vereinbaren, ob er im Schadenfall den Wert deines Autos ersetzt. Ansonsten wird es teuer für dich. Zum einen kommt es zur regulären Rückstufung der Schadenfreiheitsklasse, wodurch der Beitrag für die Kfz-Versicherung ab dem folgenden Versicherungsjahr teurer wird. Zudem ist in der Regel eine Selbstbeteiligung in der Vollkasko ─ als auch Teilkasko-Versicherung ─ vereinbart.

Reguliert die Versicherung einen Teilkasko- oder Vollkasko-Schaden, so wird die vereinbarte Selbstbeteiligung ebenfalls fällig. Die Versicherung fordert in der Regel auch die Kosten, welche ggf. entstanden wären, wenn der Fahrerkreis korrekt angepasst worden wäre. Auch eine Vertragsstrafe ist möglich. Diese ist oftmals so hoch wie der Jahresbeitrag für die Versicherung. Weitere Informationen dazu erhältst du bei deiner Versicherung oder kannst du deinem Versicherungsvertrag entnehmen.

Ausnahme: Diese Regelung gilt bei einem Notfall

Eine Ausnahme gibt es dennoch: Notfälle. In einem Notfall darf jeder dein Auto fahren, der einen Führerschein hat. Ein Notfall liegt beispielswiese vor, wenn eine Nachbarin auf dein Kind aufpasst, es zum Unfall kommt und sie das Kind ins Krankenhaus fahren muss. Das Auto von einem Freund fahren lassen, weil auf der Feier zu viel Bier getrunken wurde, zählt nicht als Notfall.

Strafzettel und Bußgeld beim Autoverleih an Freunde: Wer muss zahlen?

Tatsächlich ist es ein Unterschied, ob ein Bußgeld wegen zu schnellen Fahrens oder Falschparkens ausgestellt wird. Wenn ein Auto geblitzt wird, geht der Bescheid zwar erst einmal an den Halter des Fahrzeuges, dieser muss dann aber darüber Auskunft geben, wer tatsächlich das Auto gefahren ist. Hast du das Auto an einen Freund verliehen und dieser ist zu schnell gefahren, so wird er in die Schuld genommen und muss das Bußgeld selbst zahlen. Auch die Punkte in Flensburg werden auf das Konto des Fahrers geschrieben.

Ist das Auto hingegen falsch geparkt worden, so wird der Fahrzeughalter zur Zahlung aufgefordert. Dies kann aber umgangen werden. Mit der Zahlungsaufforderung wird immer auch eine Stellungnahme gefordert. In dieser kann der Halter den tatsächlichen Fahrer und entsprechend Falschparker benennen.

Bußgeld im Ausland: Das Auto an Freunde verleihen, weil diese einen Roadtrip durch Europa machen wollen? Auch kein Problem, wenn die bereits erwähnte Nutzungsvollmacht (sofern im Land erforderlich) vorliegt. Doch auch hier gilt:  Bußgeldbescheide (beispielsweise wegen zu schnellen Fahrens) gehen erst einmal an den Fahrzeughalter. Dieses Verfahren nennt sich Kfz-Halterhaftung. Die Vollstreckungsstelle muss dann vom Halter informiert werden, welche Person tatsächlich das Auto gefahren ist und wird dann belangt.

Das Auto an Freunde verleihen ist möglich. Um spätere Streitigkeiten zu vermeiden, sollte es aber am besten schriftlich fixiert werden. So seid ihr beide auf der sicheren Seite!

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