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Mehrgenerationenwohnen: Wie Jung und Alt sich gegenseitig unterstützen

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Mehr­ge­ne­ra­tio­nen­woh­nen: Wie Jung und Alt sich gegen­sei­tig unter­stüt­zen

Mehrgenerationenhäuser wecken Erinnerungen an gemeinsame Tage mit Eltern, Geschwistern und Großeltern. Sie sind die gelebte Neuinterpretation der Großfamilie und schwimmen damit gegen den Trend der Singlehaushalte. Dass sich diese Wohnprojekte steigender Beliebtheit erfreuen ist kein Wunder, bietet das generationenübergreifende Zusammenleben doch reichlich Vorteile. Welche das sind und welche Herausforderungen du beachten solltest, haben wir hier zusammengestellt.

Das und mehr erfährst du in diesem Artikel:

  • Wohnung in der Stadt, Landhaus, allein oder zusammen? So sieht die demografische Entwicklung in Deutschland aus.
  • Wohnprojekte mit Familien, Freunden oder Fremden – das alles kann Mehrgenerationenwohnen sein. Hauptsache, verschiedene Altersgruppen kommen zusammen.
  • Teilhabe, ein buntes Miteinander und geteilte Kosten sind nur einige der Vorzüge solcher Wohnprojekte. Dafür ist gute Planung nötig.

So leben wir in Deutschland – die Trends

Laut Statista lebten 2020 in Deutschland rund 16,5 Millionen Menschen in einem Haushalt ohne weitere Personen. Das entspricht in etwa einem Fünftel der deutschen Bevölkerung. Aufgrund der demografischen Entwicklung dürfte diese Tendenz weiter steigen. Nach neuesten Studien werden im Jahr 2040 sogar 19,3 Millionen Menschen hierzulande allein leben, das ist also in etwa ein Viertel der Privathaushalte.

Die durchschnittliche Haushaltsgröße ging zurück von 2,77 Personen in 1991 auf 2,03 Personen in 2020. Während es immer mehr Alleinlebende gab (plus 46 Prozent), nahm die Anzahl der Mehrpersonenhaushalte mit drei oder mehr Personen um 20 Prozent ab. 2020 lebten in gerade 20 Prozent der Haushalte drei Personen. Noch magerer sieht es bei Vierpersonenhaushalten und solchen mit fünf oder mehr Menschen aus.

Auch die Wohnkultur in Deutschland ist vielfältiger geworden. Während typische Wohnungen meist im Format "3 Zimmer – Küche – Bad" daherkommen, schaffen Tiny Houses mobilen Raum für Einpersonenhaushalte. Minimalistisches Wohnen ohne weitere Personen liegt im Trend.
In Großstädten lebt oft jeder Zweite im Ein-Personen-Haushalt. Die Gründe sind im städtischen Raum eher in Beruf und Studium zu suchen. Auf dem Land hingegen leben viele Menschen aufgrund der demografischen Entwicklung allein. Dazu kommen gesellschaftliche Veränderungen, es geht weg von der Gemeinschaft und hin zur Vereinzelung. Technische Entwicklungen treiben diese Veränderungen in hohem Maß voran.

Mit dem Mehrgenerationen-Wohnprojekt gegen den Strom

Warum gibt es Mehrgenerationenhäuser? Kaum zu glauben, dass sich dem Trend des Alleinlebens ausgerechnet eine Wohnform entgegenstellt, die seit Jahrzehnten kaum mehr existiert. Kein Zweifel, das Wohnen im Mehrgenerationenhaushalt gewinnt zunehmend begeisterte Anhänger. Immer häufiger finden sich auch Gemeinschaften aus Bewohnern, die nicht familiär verbunden sind. Senioren und junge Familien profitieren gegenseitig von diesem Miteinander.

Nicht zu verwechseln sind übrigens Mehrgenerationenhäuser mit Projekten vom Bundesministerium für Gesundheit und soziale Sicherung. Dessen Aktionsprogramm „Mehrgenerationenhäuser“ bezeichnet keine Häuser zum Wohnen, sondern Begegnungsstätten. Dort treffen sich Jung und Alt zum Austausch und Zusammensein. Betreutes Wohnen ist hiervon ebenfalls zu unterscheiden.

Was ist also ein Mehrgenerationenhaus für Privatpersonen? Meist handelt es sich um Zwei- oder Dreifamilienhäuser, in denen beispielsweise Eltern mit Kindern, Großeltern oder Geschwistern unter einem Dach zusammenleben. Mehrgenerationenwohnen lässt sich im kostengünstigen Fertighaus ebenso wie im wertigen Massivhaus realisieren. Dabei hat jede Generation ihre abgeschlossene Wohneinheit und oft einen eigenen Zugang.

Das Für und Wider des Mehrgenerationen-Wohnprojekts

Die Entwicklung hin zum Alleinleben schafft zunehmende Probleme. 21 Prozent der Deutschen gehören zur Gruppe der Senioren, Tendenz steigend. Die Folgen machen sich auf physischer wie psychischer Ebene bemerkbar. Nicht weniger schwierig ist die Situation frisch gebackener Eltern oder Alleinerziehender. Die Betreuung der Kinder durch Familienmitglieder entfällt häufig. Auch der Austausch zwischen den Generationen fehlt.

Ein barrierefreies Mehrgenerationenhaus mit Eltern schafft eine Win-win-Situation für Jung und Alt:

  • Statt ins Pflegeheim zu gehen, können sich Senioren in einem Mehrgenerationenhaus um Kinder, Hund und Garten kümmern. Das hält jung und schützt vor Vereinsamung.
  • Der jüngeren Generation wird die Sorge um Kinderbetreuung und deren Kosten abgenommen.
  • Gemeinsam lassen sich auch sonstige Kosten leichter tragen. Baukosten, Grundstücks- und Reparaturkosten können geteilt werden.
  • Bau und Unterhalt eines Mehrgenerationenhauses fallen günstiger aus als der Bau mehrerer Häuser für die Bewohner.
  • Zudem amortisieren sich die Kosten durch eingesparte Pflege- und Kinderbetreuungskosten zusätzlich.

Tipp: Der Staat bezuschusst barrierefreie Häuser und Einrichtungen zur häuslichen Pflege. Nimm Beratung wahr!

Ein solches Projekt kann aber auch Nachteile haben: Trotz privater Wohneinheiten bringt ein Mehrgenerationenhaus ein lebhafteres Wohnen mit sich als andere Wohnformen. Das Zusammenleben mehrerer Generationen kann anspruchsvoll sein und für ältere Personen schnell zu viel werden.

Fehlende Abgrenzung oder ein notwendiger Jobwechsel machen den gemeinsamen Wohntraum schnell zunichte. Zieht eine Partei aus, muss deren Wohnbereich an fremde Bewohner vermittelt werden. Das gilt auch für den Fall, dass die Senioren im Haus in ein Pflegeheim müssen oder sterben. Häufig haben Mehrgenerationen-Wohnprojekte einen oder mehrere Gemeinschaftsräume. Das setzt eine gewisse Nähe sowie gute Kommunikation voraus, was mit neuen Mitbewohnern herausfordernd sein kann. Wenn das Soziale nicht passt, wird das Projekt unter Umständen zur Belastung.

Vor dem Bau steht die gemeinsame Planung

Wo gibt es Mehrgenerationenhäuser? Die Angebote auf dem Markt sind vielfältig, du kannst es selbst bauen oder fertig gebaut kaufen. Um die möglichen Vorteile eines Mehrgenerationenhauses ausschöpfen zu können, steht die generationenübergreifende Planung an erster Stelle. Wenn du ein nachhaltiges Konzept für ein Mehrgenerationenhaus erstellen willst, solltest du alle zukünftigen Bewohner an einem Tisch versammeln. Nur wenn jeder seine Bedürfnisse und Wünsche einbringen kann, entsteht eine Form echten Zusammenlebens.
Die Senioren des zukünftigen Hauses wissen, was Leben und Wohnen im Alter ausmacht. Kinder dagegen haben oft spannende Ideen für Raumaufteilung und Einrichtung. Denn neben den abgeschlossenen Wohneinheiten sind gemeinsame Räume in einem Mehrgenerationenhaus die Basis für harmonische Begegnungen.

Wenn sich der „runde Tisch“ bei der Planung bewährt hat, kann er auch zukünftig für regelmäßige Versammlungen der Bewohner genutzt werden. Selbstverständlich kann statt eines Tischs auch die gemütliche Grillecke zum Treffpunkt werden.

Fazit

Mit mehreren Generationen ein gemeinsames Zuhause zu schaffen bedarf guter Planung, Gestaltungswillen seitens aller Beteiligten und einer gelungenen Kommunikation. Wenn all dies gegeben ist, kann das Konzept einen wirklichen Mehrwert in das eigene Leben bringen.

Beinhaltet das eigene Wohnprojekt ein Haus oder Eigentum, sollte auch das Thema Versicherung nicht zu kurz kommen. Die Wohngebäudeversicherung von Generali könnte das Richtige für euch sein.

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