Gesund grillen und es sich sorglos schmecken lassen

Sicher grillen ─ Tipps zu Ausstattung, Grillgut und Rechtlichem

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Gesund bleiben
Lesezeit: 6-7 Minuten

Sicher gril­len ─ Tipps zu Aus­stat­tung, Grill­gut und Recht­li­chem

Grillen ist eine der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen der Deutschen. Ob im Garten, auf dem Balkon oder in Parks ─ ein sicheres Plätzchen zum Grillen lässt sich vielerorts finden. Wie beliebt und welchen Stellenwert das Grillen in Deutschland hat, zeigt auch diese Umfrage von statista.de:

  • 89,7 % der Befragten gaben an, dass sie einen eigenen Grill besitzen
  • 97 % gaben ihre Affinität zu Gegrilltem zu, auch wenn sie keine eigene Grillausstattung haben
  • 38,7 % der Deutschen lieben es, spontan zu grillen
  • 37,9 % grillen in allen Jahreszeiten, sogar im Winter
  • 1,9 % strapazieren ihren Grill fast jeden Tag

Über die Fragen, ob und wie oft man im eigenen Garten, auf dem Balkon der Mietwohnung oder in Parks grillen darf, herrscht jedoch viel Unsicherheit. Antworten darauf und auf die Frage, was du beim Anzünden, Grillen und danach beachten solltest, findest du hier.

Gesundes auf dem Grill – Gewusst wie

Würstchen, Kasseler oder Schinken – trotz Empfehlungen, den Konsum einzuschränken, ist Fleisch immer noch das beliebteste Grillgut der Deutschen. Nicht alles, was schmackhaft auf den Teller kommt, ist dabei gesund. Beim Erhitzen von Proteinen werden spezielle Amine und Kohlenwasserstoffe gebildet, die gesundheitsschädlich sein können. Dies gilt vor allem, wenn zu lange oder zu heiß gegrillt wird.

Vorteilhafter ist es, zu gesundem knackigem Gemüse wie Auberginen, Paprika oder Zucchini zu greifen. Gewürzt mit aromatischen Kräutern, beispielsweise Kräutern de Provence, kann Gemüse zu einem kulinarischen Hochgenuss werden. Zudem ist es kalorienarm und leicht verdaulich, was dir an heißen Sommertagen besonders guttut.

Fisch fristet auf deutschen Grills noch ein eher stiefmütterliches Dasein, ist zum Grillen aber gut geeignet. Fischsorten wie Thunfisch, Lachs oder Forelle sind dabei nicht nur vielseitig, sondern auch gesund. Sie enthalten wertvolle Omega 3-Fettsäuren, die den Cholesterinspiegel senken und vor Herzinfarkt schützen.

Wenn du dennoch auf Fleisch nicht verzichten magst, dann vermeide Gepökeltes wie Leberkäse oder Fleischwurst. Beim Grillen von Gepökeltem entstehen giftige Nitrosamine als Abfallprodukte. Gesünder sind deshalb Rinderhüftsteaks, Nackenkoteletts und mageres Fleisch wie Hähnchen- oder Putenbrust. Hervorragend schmecken auch Fleischersatzprodukte wie Tofuwürstchen oder Sojasteaks.

Grill anzünden ─ So machst du es richtig

Wenn du einen Kohlegrill hast, lass die Kohle gut durchglühen, bevor du startest, damit möglichst wenig Rauch entsteht. Am besten greifst du dafür zu Holzkohle oder Holzkohlebriketts. Harzreiches Holz, Papier oder Kiefernzapfen sind keine geeigneten Alternativen, da sie gifte Stoffe absondern. Ein Elektro- oder Gasgrill dagegen verhindert eine zu starke Rauchentwicklung.

Trotzdem kann auch ein Gasgrill bei fehlerhafter Bedienung Rauch entwickeln. Beispielsweise dann, wenn Bratensaft oder Fett auf die heißen Brenner tropft oder Verschmutzungen vorhanden sind, die beim Grillen beginnen, zu verbrennen. Fettschienen, Fettauffangschalen und eine regelmäßige Reinigung können Abhilfe schaffen.

Grillunfälle vermeiden ─ So geht`s

Jeder Zehnte ist Schätzungen zufolge in Deutschland bereits Opfer eines Grillunfalls geworden. Zu den größten Gefahren gehören Brandbeschleuniger wie Spiritus, Benzin oder Öl, die du einsetzen kannst, um Grillkohle schneller zu entfachen. Diese haben jedoch einige Risiken.

Kurz und knapp: 7 sichere Grilltipps

  1. Achte auf sichere Kleidung! Shorts, Badebekleidung und Flipflops sind bei heißen Temperaturen im Sommer vielleicht die erste Kleidungswahl, zum Grillen aber völlig ungeeignet. Spritzendes Fett kann leicht Verbrennungen verursachen. Du solltest deshalb Grillhandschuhe, geschlossene Schuhe und Kleidung mit langen Ärmeln und Hosenbeinen tragen. Die Hitzeentwicklung wird oft unterschätzt, selbst wenn man die Hand „nur“ über die Glut hält, können Brandblasen die Folge sein.
  2. Suche einen sicheren Platz für den Grill aus. Dieser muss stabil auf einem feuerfesten Untergrund stehen. Über dem Grill darf kein Sonnenschirm oder Pergola Schatten spenden. Stelle deinen Grill niemals zu nahe an Zäunen, Hecken und Bäumen auf. Der Funkenflug beim Umfüllen der Kohle kann blitzschnell trockenes Umland in Brand setzen. Wenn du auf dem Balkon grillst, kontrolliere, ob sich Brennbares über oder neben dem Grill befindet.
  3. Grille niemals in geschlossenen Räumen! Bei der Verbrennung und beim Verglühen der Kohle entsteht Kohlenmonoxid. Es ist geruchlos und führt beim Einatmen innerhalb von wenigen Minuten zum Tod.
  4. Verwende niemals Brandbeschleuniger! Bei Spiritus drohen gefährliche Verpuffungen mit meterhohen Flammenwänden und Rückzündungen. Neben einem Grillunfall mit Spiritus können auch Petroleum, Benzin, Diesel oder Öl unfallverursachend sein.
  5. Deponiere einen Feuerlöscher in Griffnähe für den Notfall. Mach dich vorher mit dessen Handhabung vertraut. Du kannst alternativ Sand zum Löschen verwenden. Auch eine Brandschutzdecke hilft. Vorsicht vor Wasser! Einen Fettbrand mit Wasser löschen zu wollen, verschlimmert das Unglück, denn es entstehen explosionsartige Stichflammen.
  6. Vermeide zu heißes Grillen. Schadstoffe entstehen ab 130 Grad. Passiert ein Missgeschick doch einmal, schneide verbrannte Teile des Grillguts konsequent weg. Diese Stellen enthalten gesundheitsschädliche Stoffe.
  7. Die Asche muss unbedingt vollständig ausgeglüht sein, bevor du sie entsorgen kannst. Schütte Asche deshalb nach dem Grillen nie auf brennbaren Untergrund, denn es könnte noch versteckte Glut vorhanden sein.

Wie oft darf ich grillen?

Grillen macht Spaß, ist gesellig und das Ergebnis meist lecker. Das Problem: Grillen spielt sich nicht nur im eigenen Garten oder auf dem Balkon ab. Gerüche, Rauch und Lärm ziehen zu Nachbarn und verursachen dort Ärger.

Immobilieneigentümer fragen sich: „Wie oft darf man grillen im eigenen Garten und wie groß sollte der Abstand zum Nachbarn sein? “. Wer jetzt kurze klare Antworten erwartet, wird enttäuscht. Denn selbst die Gerichte behandeln jeden Streitfall zur Frage, wie oft man grillen darf, individuell. Oberstes Gebot ist die Rücksichtnahme auf Nachbarn. Vor allem bei Verwendung eines Holzkohlegrills haben die Bewohner nebenan oder darüber einiges auszuhalten.

Dennoch vermeiden es die Gerichte grundsätzlich, zu polarisieren. Damit es für beide Seiten funktioniert, hat beispielsweise das Landgericht München geurteilt, dass weder ein generelles Grillverbot noch eine generelle Grillerlaubnis zulässig seien. Vielmehr müsse man als Nachbar ein gelegentliches Grillen im Sommer erlauben. Bei wesentlichen Beeinträchtigungen jedoch könne sogar ein Grillverbot die Konsequenz sein (Az.: I15S22735/03).

Fazit: Eine einheitliche Regelung für das Grillvergnügen gibt es nicht. Der Abstand des Grills zum Nachbarn sollte so groß wie möglich sein, um Belästigungen zu vermeiden. Stimme dich mit den Nachbarn hinsichtlich Uhrzeiten und Intervallen ab. Vermeide starke Rauchentwicklung und Geruchsbelästigung.

Grillen auf dem Balkon oder im Garten: Was ist als Mieter erlaubt?

Grillfans ohne eigenen Garten fragen sich: „Darf ich auf dem Balkon der Mietwohnung grillen? “. Ein Blick in den Mietvertrag schafft Klarheit. Um Nachbarstreitigkeiten oder Ärger mit dem Ordnungsamt zu vermeiden, untersagen viele Vermieter das Grillvergnügen auf dem Balkon.

Sagt der Mietvertrag dazu nichts aus, wird es schwierig. Eine eindeutige Regelung gibt es nicht. Die Urteile der Richter gehen von der Pflicht einer Benachrichtigung der Nachbarn 48 h vorher, über die Grillerlaubnis nur ein bis zweimal monatlich bis hin zu kompletten Verboten von Holzkohlegrillen auf Balkonen. Das Bundesimmissionsschutzgesetz oder Landesimmissionsschutzgesetz macht es möglich.

Nicht nur die Immissionsbelästigung kann für Ärger in der Nachbarschaft sorgen. Auch die entstehende Geräuschkulisse, solltest du berücksichtigen. Ob Balkon oder Garten ─ ab 22 Uhr ist in Deutschland Nachtruhe angesagt. Das bedeutet nicht, dass das gemütliche Zusammensein abgebrochen werden muss. Gespräche sollten jedoch ab diesem Zeitpunkt nach drinnen verlagert werden.

Fazit: Grillen auf dem Balkon oder Garten eines Mietshauses ist erlaubt, wenn der Mietvertrag nichts anderes aussagt. Dabei sind Rauch und Lärm zu vermeiden. Nutze einen Elektrogrill oder einen Lavastein und achte darauf, dass auch die leckersten Gerüche in Schlaf- oder Kinderzimmer nicht stören. Ab 22 Uhr solltest du laute Gespräche und Feiern nach drinnen verlagern und die Tür schließen.

Grillen im Park: Ist das überall erlaubt?

Viele Grillfans treffen sich gerne in Parks oder an Freiflächen, um mit Familie und Freunden ausgelassen und unbehelligt durch Nachbarn entspannen zu können. Doch ist Grillen im Park erlaubt? Das regelt jede Gemeinde oder Stadt in Eigenregie. Denn Parkflächen sind in der Regel Gemeindeeigentum oder gehören einer Stiftung bzw. in seltenen Fällen auch Privatpersonen.

Beachte daher die Beschilderung, was erlaubt ist. Meist ist freies Grillen außerhalb ausgewiesener Grillplätze wegen des Brandrisikos nicht erlaubt. Falls dem Grillvergnügen jedoch nichts im Weg steht, achte auf sicheren Untergrund und ausreichend Abstand zu Bäumen, Sträuchern und Ästen. Bei andauernder Trockenheit darf keinesfalls eine Grillstelle befeuert werden. Auch hier gilt: Feuerlöscher und Brandschutzdecke griffbereit halten und auf Brandbeschleuniger verzichten.

Tipp: In manchen Gemeinden und Städten gibt es ausgewiesene Grillplätze, die kostenfrei genutzt werden dürfen. Die Website der Region gibt dir Auskunft.

Mit diesen Tipps verläuft der Start in die Grillsaison sicher und ohne Ärger. Viel Spaß und guten Appetit!

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