Mit Intoleranzen leben – viel kann man selbst tun

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Mit Into­le­ran­zen leben – viel kann man selbst tun

Intoleranzen hemmen die Lebensfreude. Aber was kann man tun, wenn der Körper beim Essen rebelliert? Wenn du nach dem Essen häufig unter Bauchschmerzen oder akutem Durchfall leidest, kann es sein, dass du eine Lebensmittelunverträglichkeit in Form einer Intoleranz oder Allergie hast. Bei einer Lebensmittelintoleranz ist der Körper nicht in der Lage spezielle Nahrungsmittel zu verarbeiten. Er reagiert darauf mit Beschwerden, wie Schmerzen im Bauch, Durchfall oder Blähungen und Erbrechen.

Die verschiedenen Arten von Lebensmittelintoleranzen

Eine der häufigsten Lebensmitteltoleranzen-Arten ist die Laktoseintoleranz. Du gehörst zur Mehrheit der Patienten, wenn du auch darunter leidest. Im folgenden Abschnitt stellen wir dir noch weitere Arten von Lebensmittelintoleranzen vor.

1. Die Laktoseintoleranz
Bei der Laktoseintoleranz verträgt der Patient hauptsächlich keine Milchprodukte. Es kommt zu Durchfall, da die Laktose im Körper nicht gespalten werden kann. Diese klassischen Milchprodukte verfügen über einen besonders hohen Gehalt an Laktose:

  • Kuhmilch
  • Molke
  • Joghurt
  • Quark
  • Buttermilch

2. Die Glutenunverträglichkeit
Wenn die Betroffenen glutenhaltige Nahrungsmittel zu sich nehmen, kommt es zu einer Entzündung des Dünndarms. Ein typisches auftretendes Symptom ist akuter Durchfall. In den folgenden Getreidesorten ist der Glutengehalt besonders hoch:

  • Gerste
  • Hafer
  • Roggen
  • Weizen
  • Grünkern
  • Dinkel
  • Einkorn

3. Die Fructoseintoleranz
Fructose wird oft zum Süßen von Lebensmitteln und Getränken verwendet. Bei einer Fructose-Unverträglichkeit kommt es zu akuten Blähungen und Durchfall. Diese Lebensmittel enthalten viel Fructose:

  • Kirschen
  • Weintrauben
  • Beeren
  • süßer Wein
  • Honig
  • Sekt

4. Die Histaminintoleranz
Bei eine Histaminunverträglichkeit ist der Körper nicht in der Lage den Stoff Histamin abzubauen. Auch hier musst du bei einer Erkrankung mit Verdauungsproblemen wie z. B. Durchfall rechnen. Diese Lebensmittel solltest du bei einer Histaminunverträglichkeit meiden:

  • Sauerkraut
  • Rotwein
  • Essig
  • Bier
  • Fischkonserven
  • Avocado

Diagnose Intoleranz

Wie diagnostiziert der Arzt eine Intoleranz? Der Doktor kann bei einem Atemtest feststellen, ob bestimmte Stoffe zurückbleiben wie beispielsweise Wasserstoff. Fehlende Enzyme machen sich so bemerkbar. Weitere Alternativen sind kinesiologische Tests, ein Gentest, eine Enzymdiagnostik oder Haaranalysen. Hilfreich ist es auch ein Ernährungstagebuch zu führen.

Eine Intoleranz kann erworben oder vererbt sein. Entdeckt der Arzt bei der Untersuchung einen Enzymdefekt, kann er im Rahmen eines individuellen Behandlungsplans das Enzym nach genauer Auswertung konservativ substituieren. Meist mündet diese Stoffwechselstörung in eine langfristige Therapie bei der das fehlende Enzym in Form von Tabletten ersetzt wird.

Knackpunkt: Allgemeine Intoleranzen kann man behandeln, aber nicht heilen. Mit Intoleranzen kann man jedoch gut leben, wenn man ein paar Punkte in seinen Tagesablauf einbaut.

Was kann man selbst tun?

Eine ausgewogene, vollwertige Ernährung und ein positiver Lebensstil, möglichst Verzicht auch Alkohol, Nikotin und Kaffee, feste Rituale im Alltag und ein starkes soziales Netzwerk geben Sicherheit und sind die Basics bei allgemeinen Intoleranzen.

Unser Tipp: Führe ein Ernährungstagebuch!

Wenn du vermutest, dass eine Lebensmittelintoleranz bei dir vorliegt, ist es notwendig, dass die auslösenden Lebensmittel identifiziert werden. Hier kann ein speziell angelegtes Ernährungstagebuch weiterhelfen.

Unsere Tipps für das eigene Ernährungstagebuch:

  • am besten verwendest du ein Notizbuch, in dem du täglich eine Seite verwendest
  • du notierst täglich genau was du isst (auch die Gewürze und Getränke, die du zu dir nimmst, sollten aufgeschrieben werden)
  • nach einer Weile hast du auf diese Weise die Möglichkeit Zusammenhänge im Hinblick auf die einzelnen Zutaten herzustellen
  • nun kannst du zunächst mit einer allgemeinen Betrachtung beginnen
  • später widmest du dich einzelnen Zutaten
  • sobald du die Nahrungsmittel herausgefiltert hast, die zu Problemen mit der Verdauung führen, kannst du versuchen herauszufinden, welche Zutaten du im Speziellen nicht verträgst
  • du solltest immer langfristig denken (evtl. kann später auch dein zuständiger Arzt zurate gezogen werden)

Wer sein Ernährungs-Symptom-Tagebuch konsequent führt, kann sich vorsichtig an seine ganz persönliche Schmerzgrenze herantasten und sich so mit dem Übeltäter - beispielsweise Histamin -arrangieren. Dann ist es hilfreich gerade so viel von diesem Stoff in den Speiseplan einzubauen wie es verträglich ist. Vitamin C ist ebenfalls ein wichtiger Stoff, der sich förderlich auf die Histaminunverträglichkeit auswirkt. Generell sollten Menschen mit Intoleranzen Zuckeraustauschstoffe vermeiden. Zuckerersatzstoffe provozieren Intoleranzreaktionen und pseudoallergische Feedbacks.

Lebensmittelintoleranz heilen

Lebensmittelintoleranzen können praktisch nicht komplett erfolgreich behandelt werden. Es ist allerdings möglich die auftretenden Symptome, die z. B. den Durchfall kurzfristig mit einigen speziellen Mitteln zu lindern. Auf lange Sicht hat man aber trotzdem keine Möglichkeiten die Erkrankung vollständig zu heilen.

Das Einzige was für dich als Betroffener hilfreich sein kann, ist, die entsprechenden Lebensmittel, die für die Symptome verantwortlich sind, zu meiden. Für diese Möglichkeit müssen die kritischen Nahrungsmittel mithilfe eines Arztes identifiziert werden. Hole dir auf jeden Fall Rat von einem Arzt!

Der Arzt ist, wenn es notwendig ist in der Lage, noch weitere Tests durchzuführen. Er kann auch die Schwere deiner Erkrankung feststellen und gibt dir besondere Tipps zum Umgang damit. So bist du besser in der Lage mit der Krankheit den Alltag zu meistern.

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