Bauliche Veränderungen auf dem Balkon

Bauliche Veränderungen auf dem Balkon - Was darf ich eigentlich?

  1. ALLE THEMEN IM ÜBERBLICK
  2. BAULICHE VERÄNDERUNGEN AUF DEM BALKON - WAS DARF ICH EIGENTLICH?
Mein Zuhause

Bau­li­che Ver­än­de­run­gen auf dem Bal­kon - Was darf ich eigent­lich?

Nichts ist schöner, als im Frühling und Sommer im Freien zu sitzen und das Leben an der frischen Luft zu genießen. Wer einen Balkon oder eine Terrasse sein Eigen nennen darf, ist gesegnet. Doch häufig ist das Platzangebot auf dem Balkon beengt oder es fehlt Sicht- sowie Sonnenschutz. Vielleicht möchten Sie aber auch kleine Umbauten vornehmen, eine Satellitenschüssel anbringen oder den Balkon vergrößern. Bevor Sie ans Werk gehen, lohnt es sich, sich über die rechtlichen Möglichkeiten zu informieren.

Baulichen Veränderung: Was ist das?

Laut Wohnungseigentumsgesetz (WEG) ist eine bauliche Veränderung eine dauerhafte Umgestaltung des gemeinschaftlichen Eigentums, die vom ursprünglichen Zustand des Gebäudes abweicht. Nun möchten Sie meinen, der Balkon sei Ihr Eigentum. Dem ist nicht so. Da der Balkon maßgeblich die Optik der Fassade mitgestaltet, ist er auch gemeinschaftliches Eigentum.

Veränderungen am Gemeinschaftseigentum müssen genehmigt werden
Was genau zum Sonder- oder Gemeinschaftseigentum zählt, regelt das WEG. Möchten zum Beispiel an der Fassade bohren, um entsprechende Bauten anzubringen, benötigen Sie den Mehrheitsbeschluss der Eigentümergemeinschaft und zusätzlich die Zustimmung aller Mitglieder, die durch die Maßnahme einen Nachteil erleiden würden. Generell lässt sich feststellen: Alles, was von außen sichtbar ist, ist Gemeinschaftseigentum.

Bauliche Veränderungen am Balkon sind zum Beispiel:

  • Verglasung des Balkons
  • Sichtschutz am Balkon
  • Markise
  • Entfernung oder Errichtung einer Trennwand zum Nachbarn
  • Anbringen einer Satellitenschüssel
  • Umbauten, wie Balkon vergrößern

Wer Katzen besitzt und diesen Auslauf auf den Balkon gewähren möchte, will häufig ein Katzennetz als Sicherung für die Tiere anbringen. Ob dieses erlaubt ist, ist von der Art der Befestigung abhängig und wird von den Gerichten unterschiedlich bewertet. Muss der Eigentümer dazu an der Fassade bohren, um das Netz zu verankern, kann dies vom Gericht als bauliche Veränderung angesehen werden.

Baumaßnahme am Sondereigentum

Der Balkon ist auch Sondereigentum. Sondereigentum ist alles, was die Optik der Fassade nicht ändert, den Nachbarn nicht benachteiligt, nicht gegen Gesetze oder Regelungen verstößt und den Interessen der Wohnungseigentümergemeinschaft nicht widerspricht.

Dazu gehören Maßnahmen wie:

  • Bodenbelag des Balkons erneuern oder ändern
  • Bepflanzung auf der Innenseite oder Brüstung des Balkons
  • Modernisierungsarbeiten, die den Grundzustand nicht verändern, zum Beispiel neuer Anstrich
  • Instandhaltungsarbeiten, die den Grundzustand nicht verändern, wie Reparaturen am Geländer

Mieter oder Eigentümer – der kleine Unterschied

Der Eigentümer muss Regelungen und Beschlüsse der Eigentümergemeinschaft im Mietvertrag  berücksichtigen. Versäumt er dies, kann das zur Folge haben, dass der Mieter laut Mietvertrag mehr Rechte hat als der Wohnungseigentümer. Gleichzeitig haben sich Mieter auf ihrem Balkon an gesetzliche Bestimmungen zu halten.

Häufige Fragen tauchen auf bezüglich:

  • Bauliche Veränderungen: Erlaubt sind nur Maßnahmen, die nicht oder kaum in die Bausubstanz eingreifen, das Erscheinungsbild der Wohnanlage und den Balkon nicht  verändern und problemlos rückgängig gemacht werden können. Katzennetz, Markise, Sichtschutz oder Verglasung erfordern die Genehmigung des Vermieters, ansonsten sind sie nicht gestattet. Auch für eine Satellitenschüssel benötigen Sie eine Genehmigung.
  • Bepflanzung: Bepflanzung: Erlaubt sind Pflanzen auf der Brüstung und Innenseite des Balkons. Nachbarn dürfen dadurch allerdings nicht gestört werden, zum Beispiel durch heruntertropfendes Wasser.​ Was es noch zur Balkonbepflanzung zu wissen gibt, haben wir hier zusammengefasst.
  • Dekorationen: Fahnen, Flaggen oder Lichterketten dürfen ohne Erlaubnis angebracht werden, sofern diese keinen Nachteil für Nachbarn darstellen, wie zum Beispiel Behinderung der Sicht oder Verschattung.
  • Rauchen & Grillen: Auch das sommerliche Grillen oder Rauchen allgemein können im Mietvertrag gesondert geregelt sein. Da lohnt sich der schnelle Blick in den eignen Mietvertrag. Was es dazu genau zu beachten gibt, findest du in diesem Beitrag über Rauchen & Grillen auf dem Balkon.
Die Hausratversicherung sichert die Vermögenswerte Ihres Zuhauses ab.

Unsere Emp­feh­lung

Kein Ort ist so wichtig wie dein Zuhause. Im Schadensfall schützt die Hausratversicherung von Generali dein Hab und Gut.

Mehr erfahren