"Zwischen Freiheit und Frust: Smart Working und die Zukunft der Arbeit", Generali // Open minded DIGITAL am 10.12.2020

Die Corona-Krise verändert die Arbeitswelt rasant. Arbeit auf Distanz ist zum Alltag, das eigene Zuhause zum Büro geworden. Wie aber wird die Zukunft der Arbeit aussehen? Und wie können Unternehmen, Wissenschaft und Politik diese gemeinsam gestalten? Diese und andere Fragen diskutierten am 10. Dezember 2020 die Panelgäste bei Generali // Open minded DIGITAL unter dem Titel „Zwischen Freiheit und Frust: Smart Working und die Zukunft der Arbeit“ unter der Moderation von Dr. Andrea Timmesfeld, Leiterin des Hauptstadtbüros der Generali Deutschland AG.

Auf dem virtuellen Panel diskutierten diesmal Anette Kramme (SPD), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Prof. Jutta Rump, Professorin für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Ludwigshafen, Dr. Klaus Linde, Leiter Beschäftigungsbedingungen der Deutschen Bahn AG und Dr. Robert Wehn, Chief HR Officer und Arbeitsdirektor der Generali Deutschland AG.

Alle Diskutanten betonten, dass die Corona-Pandemie einen Einschnitt für die Arbeitswelt bedeute. Giovanni Liverani, CEO der Generali Deutschland AG konstatierte in seinem Grußwort: „Es gibt eine Chance, welche die Pandemie uns gegeben hat, um die ganze Arbeitswelt neu zu denken und neu zu erfinden.“

Generali Open minded DIGITAL Anette Kramme, Dr. Andrea Timmesfeld, Prof. Jutta Rump, Dr. Klaus Linde, Dr. Robert Wehn

Dr. Klaus Linde unterstrich, es komme nun darauf an, die neuen Arbeitsformen zunächst zu verstetigen. Gleichzeitig fügte er an: „Es mag sein, dass das Homeoffice dabei einen Schwerpunkt bildet, aber wir reden von selbstbestimmter Arbeit von überall aus.“

Auch Robert Wehn hob die Bedeutung von hybriden Arbeitsmodellen für die Zukunft hervor. Das sogenannte Smart Working böte für die Mitarbeiter viele Chancen – und einen ungeheuren Gewinn an Lebenszeit. Dennoch bestünden Herausforderungen: mit einer veränderten Arbeitskultur müsse sich auch die Arbeit der Führungskräfte wandeln. „Das wird ein Lernfeld sein – da werden wir auch unsere Lehren ziehen.

Prof. Jutta Rump mahnte allerdings an, Belastungen während der Arbeit im Homeoffice nicht zu unterschätzen. Befragungen ihrer Studie hätten gezeigt, dass die Erschöpfung bei vielen zunähme. „Wir haben eine deutlich höhere Taktung im Homeoffice und wir reduzieren unsere Verschnaufpausen.“

Auch aus diesem Grund sprach Annette Kramme davon, einen stärken rechtlichen Rahmen für das Arbeiten von zuhause zu schaffen. „Wir brauchen eine Arbeitszeiterfassung und eine Unfallversicherung für das Homeoffice“, so Kramme.

Die Arbeitswelt wird hybrider werden, darin waren sich alle Panelisten in der mehr als einstündigen Diskussion einig. Allerdings gehe dem noch ein erheblicher Lernprozess voraus. In der Unternehmenskultur, der digitalen Infrastruktur wie auch hinsichtlich der rechtlichen Rahmenbedingungen müsse noch vieles geschehen, um das „Arbeiten von morgen“ Wirklichkeit werden zu lassen. Die Erfahrungen, die derzeit in der Corona-Pandemie gemacht werden, stellen dabei aber einen großen Gewinn dar.