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Wer sich früher ein neues Auto kaufte, achtete dabei vor allem auf Typ oder Marke. Heute lautet für viele die Frage: Soll es von einem Verbrennungsmotor oder mit Strom angetrieben werden? Der Grund dafür ist die sogenannte Verkehrswende. Wir erklären dir, was es damit auf sich hat und welche Alternativen es bei den Antrieben gibt.

Was ist die Verkehrswende?

Die Bundesregierung hat den Klimaschutz zu einem wichtigen Ziel erklärt. Deutschland soll den CO2-Ausstoß innerhalb der nächsten 10 Jahre um etwa ein Drittel absenken. Diese Vorgabe betrifft besonders den Verkehr. Denn in den letzten Jahren hat eine gestiegene Mobilität zu immer mehr Straßenverkehr und einem höheren CO2-Ausstoß geführt.

Woran liegt das? In Deutschland waren im Jahr 2020 etwa 58 Millionen Kraftfahrzeuge unterwegs. Mehr als jemals zuvor. Die meisten von ihnen haben einen Motor, der mit einem fossilen Kraftstoff wie Benzin oder Diesel angetrieben wird. Bei deren Verbrennung wird CO2 freigesetzt und an die Atmosphäre abgegeben, das zuvor Tausende von Jahren im Erdöl eingelagert war.

Die Politik hat die Verkehrswende ausgerufen, um diesen Prozess zu stoppen. Was bedeutet das? Damit wir die Klimaschutzziele erreichen, müssen wir den CO2-Ausstoß beim Verkehr stark reduzieren. Dafür gibt es zwei Ansatzpunkte. Erstens sollen mit der Verkehrswende für mehr Menschen Anreize geschaffen werden, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Zweitens soll der CO2-Ausstoß der Fahrzeuge gesenkt werden.

Warum Elektroautos für die Verkehrswende wichtig sind

Elektroautos sind ein wirksames Mittel für einen besseren Klimaschutz. Denn sie verbrennen beim Fahren keine fossilen Energieträger wie Benzin oder Diesel. Elektroautos müssen jedoch eine wichtige Voraussetzung erfüllen, um wirklich umweltfreundlich zu sein. Der Strom, den sie in ihren Batterien speichern, muss aus regenerativen Energien wie Wind oder Sonne stammen. Das ist derzeit aber noch nicht zu hundert Prozent der Fall. In Deutschland wird derzeit nur etwa die Hälfte des Stroms aus regenerativen Energien gewonnen.

Elektroautos beinhalten in Hinsicht auf die Verkehrswende noch ein zweites Problem: ihren sogenannten CO2-Rucksack. Was verbirgt sich hinter diesem Begriff? Das teuerste und aufwendigste Bauteil eines Elektroautos ist die Batterie. Bei ihrer Herstellung wird sehr viel Energie verbraucht, die zumeist aus fossilen Energieträgern wie Kohle gewonnen wird. Aus diesem Grund haben Elektroautos in den ersten Jahren eine schlechtere Energiebilanz als Autos mit Verbrennungsmotoren.

Warum E-Fuels für die Verkehrswende wichtig werden könnten

Damit die Verkehrswende mit Elektroautos gelingt, müssen wir einen großen Teil unserer Autoflotte ersetzen. Das kostet viel Geld und verursacht viel CO2. Wäre es nicht einfacher, wenn wir stattdessen mit klimafreundlichen Treibstoffen fahren würden? Das könnten die sogenannten E-Fuels sein.

E-Fuels sind künstliche Treibstoffe. Sie werden aus Wasser, Kohlenstoff und Energie hergestellt. Der Vorteil von E-Fuels für die Verkehrswende besteht darin, dass sie klimaneutral produziert werden können. Damit das gelingt, muss die Energie für ihre Herstellung ausschließlich aus regenerativen Quellen wie Sonne, Wasser oder Wind stammen.

Was sind die Vor- und Nachteile von E-Fuels?

E-Fuels hätten für viele Verbraucher einen großen Vorteil. Sie können so hergestellt werden, dass sie alle gängigen Fahrzeuge mit Diesel- und Benzinmotor antreiben. Wir könnten daher dank E-Fuels Autos mit Verbrennungsmotor weiter benutzen und die Verkehrswende einfacher umsetzen.

E-Fuels haben aber auch einen Nachteil. Der hängt mit ihrer Herstellung zusammen. Die Produktion von E-Fuels aus regenerativen Energien ist in Deutschland sehr aufwendig und teuer. Ein möglicher Ausweg wäre die Herstellung von E-Fuels in sonnenreichen Ländern. Die Hersteller müssten dafür in den nächsten Jahren riesige Produktionskapazitäten aufbauen, um E-Fuels in ausreichend großen Mengen für alle Menschen zur Verfügung zu stellen. Das ist aber Zukunftsmusik.

Fazit: Bleiben E-Fuels beim Klimaschutz außen vor?

Solange klimaneutrale E-Fuels nicht in ausreichend großen Mengen verfügbar sind, musst du bei der Fahrt mit einem Auto mit Verbrennungsmotor auf fossile Kraftstoffe zurückgreifen. Es ist auch nicht sicher, ob und wann du E-Fuels an einer normalen Tankstelle zapfen kannst. E-Fuels könnten bei der Verkehrswende aber noch anders eingesetzt werden. So könnten Lkws, die lange Strecken zurücklegen und viel Energie verbrauchen, in den nächsten Jahren mit Hilfe von E-Fuels klimaneutral werden.

Wenn du hingegen ein klimafreundliches Auto kaufen willst, sind Elektroautos derzeit die einzige Alternative. Unabhängig davon, ob du ein Elektroauto oder einen Verbrenner fährst, können wir jedoch alle einen noch größeren Beitrag zur Verkehrswende leisten. Er besteht darin, das Auto so oft wie möglich stehen zu lassen.

Zusammenfassung:

Die Verkehrswende soll Mobilität und Klimaschutz in Deutschland unter einen Hut bringen. Auf absehbare Zeit wird das nur mit batteriebetriebenen Fahrzeugen möglich sein. Künstlich hergestellte E-Fuels könnten einen zusätzlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

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