Es gibt viele Gründe für ein Fitnesstraining zu Hause: Das kann schlechtes Wetter sein, ein geschlossenes Fitnessstudio oder manch einen motiviert einfach die riesige Auswahl kostenloser Fitness-Videos auf Social Media. Doch wer in einem Mehrparteienhaus lebt, sollte dabei an seine Nachbarn denken. Denn Nachbarschaftslärm birgt einiges an Konfliktpotenzial: Sport in der Wohnung kann in den Ohren des Nachbarn zur Ruhestörung werden. Was erlaubt das Mietrecht rund um Sport in der Wohnung? Was kannst du tun, um die Dezibel deines Sportprogramms nach unten zu schrauben? Wir geben Tipps für leisen Sport zu Hause, der die nachbarschaftliche Harmonie nie belastet!

Sport zuhause als Ruhestörung

Höher, schneller, weiter: Viele vergessen im Eifer des Gefechts, dass Training zuhause die Nachbarn stören kann. Bei vielen Sportarten geht es laut zu. Neben lauter Musik, die dich motivieren soll, stören meist die Geräusche, die deine Bewegungen durch Trittschall erzeugen. Springseil-Springen macht nicht nur dem unter dir lebenden Nachbarn deutlich: „Mein Obermieter macht Sport!“. Je nach Bauweise kannst du damit sogar in der Wohnung über dir die Wände zum Wackeln bringen. Das gilt ebenso für stampfende und hüpfende Bewegungen, dribbelnde Bälle oder schwungvoll auf den Boden gelegte Hanteln. Vor allem HIT und Cardio-Workouts beinhalten oft Übungen wie Burpees oder Jumping Jacks (Hampelmänner) – da sind laute Geräusche vorprogrammiert.

Wie laut dein Sportprogramm für die Nachbarn ist, hängt stark von der Trittschallisolierung ab. Moderne Häuser sind besser gedämmt als Häuser aus den 1960er Jahren oder gar Altbauten. Wenn du deine Nachbarn durch die Wohnung gehen hörst, ist zu vermuten, dass auch sie dich hören können.

Wie laut sind Laufband und Co.?

Auch rund um größeres Sport-Equipment gilt: Bedenke vor dem Kauf die Lautstärke. Ein Laufband auf einem knarzenden Parkett birgt Konfliktpotenzial. Manche Laufbänder bringen es in Betrieb auf 75 Dezibel, was einer Waschmaschine im Schleudergang entspricht. Achte am besten vor dem Kauf deines Fitnessgeräts darauf, ein leises Modell zu wählen. Der Stepper stört deinen Nachbarn? Bei bereits vorhandenen Geräten kann eine passende Bodenmatte helfen, die an den Boden abgegebenen Geräusche zu reduzieren.

Kompromissbereit sein und Ruhezeiten einhalten

Wer in einem Mehrparteienhaus wohnt und geräuschintensiven Sport treiben möchte, sollte sich an die Ruhezeiten halten. Zwar kann es hier in einzelnen Regionen und Gemeinden Unterschiede geben. Aber als Richtlinie gilt an Werktagen: Von 22 bis 7 Uhr ist Ruhezeit. Oft kommt eine Mittagsruhe von 13 bis 15 Uhr hinzu. An Wochenenden können die Ruhezeiten sich verschieben. Samstags und sonntags sollte bis 8 Uhr die Nachtruhe respektiert werden – gönne deinen Nachbarn den Schlaf! Mancherorts ist sonntags ein kompletter Ruhetag – dies gilt dann ebenso für Feiertage. Bevor du laut stampfend durch die Wohnung springst, wirf einen Blick auf Kalender und Uhr. Wer mehrfach gegen die Ruhezeiten verstößt, verhält sich nicht nur rücksichtslos – er riskiert zudem eine Abmahnung seitens des Vermieters. Bei massiven Verstößen gegen die Ruhezeiten darf der Nachbar die Polizei rufen.

Rücksicht am besten auch außerhalb der Ruhezeiten

Als Sportler stehst du sicher auf Fairplay – darum sollten die Ruhezeiten nicht das einzige Kriterium sein, nach dem du geräuschintensives Training zuhause planst. Bis zu einer Stunde Sport pro Tag ist ein akzeptabler Kompromiss für geräuschsensible Nachbarn. Es ist eine gute Idee, die direkten Nachbarn – seitlich, unter- und oberhalb – nach den ersten Trainingseinheiten zu fragen, ob sie etwas vom Sportprogramm mitbekommen. Bei guter Trittschalldämmung ist dies vielleicht gar nicht der Fall. So kannst du beim Training besser entspannen. Ansonsten gilt auch außerhalb der Ruhezeiten: Verhalte dich sportlich und nimm Rücksicht! Du willst dich beim Zumba-Training verausgaben und brauchst dafür laute Musik? Dann schließe deine Fenster! Vor allem in den warmen Sommermonaten möchten deine Nachbarn ihren Balkon genießen, ohne dass du dabei den Rhythmus vorgibst. Kabellose Kopfhörer sind ein hervorragendes Accessoire, das Ruhe und Frieden in die Nachbarschaft einkehren lässt.

Sport, der keinen Lärm macht

Es muss nicht immer Seilspringen sein – während der Ruhezeiten und in sehr hellhörigen Wohnungen ist es sinnvoll, auf „ruhige“ Sportarten auszuweichen.

Ideen für ruhigen Sport in der Wohnung:

  • Yoga und Pilates
  • Fitness-Workouts ohne Spring- und Hüpfeinheiten
  • Kraftübungen mit dem eigenen Körpergewicht: Liegestütze, Sit-ups, Kniebeugen
  • Training mit Hanteln – sofern diese nicht auf den Boden knallen
  • hochwertige Hometrainer

Immer mit der Ruhe: Outdoor-Sport

Sobald das Wetter es erlaubt, kannst du den Sport dann auch ins Freie verlegen. Viele Sportarten wie Radfahren, Joggen oder Walken sind dafür prädestiniert. Aber auch Kraftübungen mit dem eigenen Körpergewicht, Yoga oder Qi-Gong machen draußen Spaß und stören niemanden. Tipp: In vielen Regionen gibt es regelmäßig gewartete Trimm-Dich-Pfade, bei denen du dich nach Anleitung unter freiem Himmel fit halten kannst.

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