In Deutschland sind der Arbeit an Sonn- und Feiertagen enge rechtliche Grenzen gesetzt. Sogar das Grundgesetz im Artikel 140 belegt den Anspruch der Arbeitnehmer auf einen arbeitsfreien Sonntag. Dennoch gibt es inzwischen viele Ausnahmen, die auch zugelassen sind. Diese sind im Arbeitsgesetz in § 10 aufgeführt.

Grundsätzlich kann man sich hier auf die Faustregel stützen, dass eine Arbeit, die auch an einem Werktag durchgeführt werden kann, an Sonn- und Feiertagen nicht erlaubt ist.

Allerdings kann der Arbeitgeber in bestimmten Situationen Sonn- und Feiertagsarbeit anordnen. Worauf sollten Sie achten, wenn Ihr Chef plötzlich Sonntagsarbeit von Ihnen verlangt? Hier die wichtigsten Tipps:

Schauen Sie beim Wunsch Ihres Arbeitgebers nach Sonn- oder Feiertagen zunächst in Ihren aktuellen Arbeitsvertrag. Dort sollten Sie erfahren können, ob Sie an Sonn- und Feiertagsarbeit in Ihrem Betrieb verrichten müssen. Sollte diese Arbeit aber in Ihrem Betrieb der Normalfall sein, dann kann Ihr Chef sie auch anordnen. Dies gilt auch, wenn diese Arbeit im Arbeitsvertrag nicht aufgeführt ist.

Der Rechtsanwalt Dr. Sonntag erklärt, dass der Vorgesetzte Arbeit an einem Sonntag anordnen kann, wenn der es erforderlich ist. Dies hat sogar das Bundesarbeitsgericht in einem Urteil aus dem Jahr 2009 bestätigt (AZ. 9 AZR 757/08). Sofern der Arbeitsvertrag aber explizit regelt, dass sich Ihre Arbeitszeit auf die Zeit zwischen Montag und Freitag erstreckt, dann muss sich der Arbeitgeber auch daranhalten.

  • Sprechen Sie sachlich mit Ihrem Chef über die Situation, wenn Sie denken, dass die Anordnung rechtlich nicht korrekt ist. In vielen Fällen werden Sie sich auf eine Lösung einigen, die für beide Seiten vorteilhaft ist.
  • Schauen Sie, ob es weitere Ausnahmen gibt: Ausnahmen gibt es in der Regel im Schichtbetrieb. Die Sonn- und Feiertagsruhe kann sechs Stunden vor- oder zurückverlegt werden. Bei Fernfahrern ist eine Vorverlegung um zwei Stunden erlaubt. Dadurch können Speditionen ihre Fahrer bereits am Sonntagabend ab 22 Uhr arbeiten lassen.
  • Beachten Sie auch die Ausgleichsregelungen: In der Mehrheit der Betriebe bekommen die Mitarbeiter für ihre Arbeit an Sonn- oder Feiertagen einen Ersatzruhetag. Dieser ist innerhalb der folgenden zwei Tagen auch zu nutzen. Sofern der Feiertag sich in der Woche befindet, so kann der Ersatztag auch innerhalb der nächsten acht Wochen genutzt werden.