Die Deutschen wollen gesünder und nachhaltiger leben und betrachten Umweltschutz inzwischen als sehr wichtig: Dieses Ergebnis zeigen übereinstimmend drei Studien, wie sie vom Haushaltgerätehersteller „ritter“, vom Bundesumweltministerium und von der Plattform „statista“ in Auftrag gegeben wurden. Zu diesem veränderten Bewusstsein haben sicher die Schülerprotestbewegung „Fridays for Future“ um die Schwedin Greta Thunberg und die alarmierenden Zahlen des Weltklimarats beigetragen. Bilder von einst idyllischen Stränden, die nun von Plastikmüll übersät sind, und von Tieren, die an Plastik erstickt sind, gehen zudem über die sozialen Medien immer wieder um die Welt. Sie unterstreichen ebenfalls den Ernst der Situation und schärfen das Bewusstsein für Fragen der Ökologie.

Wie stehen die Deutschen aber konkret zu den Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz? Und: Was kannst du tun, um umweltbewusster zu leben? Lies im Folgenden mehr darüber.

Bio und Craft-Lebensmittel liegen im Trend

Der Haushaltsgerätehersteller „ritter“ hat unter 1.044 Deutschen eine repräsentative Studie durchgeführt. Das Ergebnis: Nach wie vor kaufen die Deutschen mehrheitlich im Supermarkt (75 Prozent) und im Discounter (66 Prozent) ein. Jedoch würde über die Hälfte der Befragten das Kaufverhalten hin zu mehr Bio- und Craft-Lebensmitteln verändern, wenn … ja, wenn das liebe Geld keine Rolle spielen würde. Dies spricht für ein sich änderndes Bewusstsein in diesem Bereich. 76 Prozent gaben an, auf den Preis zu achten oder achten zu müssen. Rund ein Viertel wäre bereit, mehr Geld für Lebensmittel auszugeben, wenn diese aus der Region stammten. 20 Prozent sind bereit, mehr für handwerklich hergestellte Nahrungsmittel zu bezahlen. Herkunft, Qualität und Zubereitung der Waren werden demnach immer wichtiger. Dies ist ein Trend, den die Supermärkte und Discounter schon lange entdeckt haben, so dass auch dort vermehrt Waren im Angebot sind, die als „Bio“ gekennzeichnet sind. Neben Ökologie und Gesundheit sehen die Auftraggeber der Studie einen weiteren Grund für die Aufwertung des Essens: Die sozialen Medien. Aus der schlichten Frage „Was esse ich?“ ist immer mehr die essenzielle Frage „Wer bin ich?“ geworden, so dass Ernährung ein Stück weit die eigene Identität ausdrückt.

Das Umweltbewusstsein der Deutschen steigt

Alle zwei Jahre gibt das Bundesumweltministerium eine repräsentative Umfrage „Umweltbewusstsein in Deutschland“ in Auftrag. Dabei werden Bürger dahingehen befragt, wie sie den Zustand der Umwelt einschätzen, wie ihr eigenes Umweltverhalten aussieht und wie sie aktuelle Themen der Umweltpolitik bewerten. Dabei rangierte der Stellenwert des Umweltschutzes in der jüngsten Umfrage unter den drei Top-Themen: 64 Prozent gaben an, dass ihnen Umweltschutz inzwischen sehr wichtig ist. Das ist deutlich mehr als in den vergangenen Jahren. 67 Prozent sehen Umweltschutz außerdem als wichtig an, um andere künftige gesellschaftliche Aufgaben wie den Erhalt von Arbeitsplätzen und die Bewahrung des Wohlstandes zu meistern. Nur 14 Prozent der Befragten sind inzwischen noch der Meinung, dass die Bundesregierung genügend für den Umwelt- und Klimaschutz tut. Auch die Zustimmung, dass die Industrie, die Kommunen und die Bürger selbst ausreichend für den Umweltschutz aktiv sind, ist gegenüber den Vorjahren deutlich gesunken. Die Einschätzung, dass es um die Umwelt in Deutschland gut bestellt ist, ist gegenüber den Vorjahren deutlich zurückgegangen. Generell schätzen aber die meisten den Zustand der Umwelt in Deutschland immer noch als besser ein als den Zustand der globalen Umwelt. Zudem gaben die meisten Befragten an, beim Konsum klimabewusster geworden zu sein. Dies gilt beispielsweise für den Bezug von Ökostrom, für den Kauf energieeffizienter Haushaltsgeräte oder bei Flugreisen.

Nachhaltigkeit ist Deutschen wichtig

Ob der Verzicht auf Plastik, reparieren statt kaufen, Strom und Energie sparen oder andere Maßnahmen zum Schutz der Umwelt: Laut einer Umfrage der Plattform „statista“ in Zusammenarbeit mit YouGov gab jeder Zweite an, seinen Konsum zu hinterfragen, Energie zu sparen und eher auf Reparatur von alten Dingen statt auf Neukauf zu setzen. Insgesamt setzt sich in Deutschland gemäß dieser Studie offenbar ein stärkeres Bewusstsein für Ökologie und nachhaltiges Wirtschaften durch. Viele Deutsche können sich außerdem vorstellen, in Unverpackt-Läden einzukaufen, Repair-Cafés zu besuchen, um dort unter Anleitung zu lernen, wie man Dinge wieder instand setzt, einen eigenen Coffee-to-go-Becher zu benutzen, Kleidertauschpartys zu veranstalten, Kleidung zu mieten sowie Foodsharing und Containern zu praktizieren. 39 Prozent wollen auch insgesamt weniger kaufen, um Umwelt und Ressourcen zu schonen. Insgesamt 79 Prozent der Befragten gaben an, dass das Thema Nachhaltigkeit in ihrem Leben Wichtigkeit besitzt.

Nachhaltig leben: Tipps und Ideen

Manch einer würde vielleicht mehr zu Umweltschutz und Ressourcenschonung beitragen, fragt sich allerdings, wie man das im alltäglichen Leben tun kann. Manchmal sind es dabei ganz einfache Maßnahmen, die insgesamt gesehen aber einen großen Effekt haben. Anbei findest du einige Tipps und Ideen, um beispielsweise Plastik zu sparen oder Dinge wiederzuverwerten:

  • Nimm beim Einkauf stets einen Einkaufskorb oder eine Einkaufstasche aus Stoff mit, statt Plastiktüten zu benutzen.
  • Erziehe auch deinen Nachwuchs dazu, dass Nachhaltigkeit und Ökologie an sich Werte sind.
  • Erziehe dich selbst und deine Lieben dazu, mit Wasser sparsam umzugehen. Zeige auf, dass an vielen Orten auf der Erde das Wasser bereits knapp wird. Duschen statt Baden ist eine gute Möglichkeit, um Wasser zu sparen.
  • Alte T-Shirts oder Hemden können ohne weiteres für Arbeiten im Haus, im Garten oder zum Schlafen verwendet werden.
  • Achte beim Einkaufen darauf, nicht zu große Mengen auf Vorrat zu kaufen. Ein Gutteil davon landet ansonsten im Müll.
  • Lasse das Auto so oft wie möglich stehen. Benutze das Fahrrad, öffentliche Verkehrsmittel oder gehe zu Fuß. Das ist übrigens auch gut für die Energiebilanz des Körpers.
  • Stoßlüften ist besser als gekippte Fenster: Öffne lieber ein paar Mal am Tag alle Fenster, statt ein oder zwei Fenster immer gekippt zu lassen. Dies spart Energie und Heizkosten.
  • Achte beim Einkaufen darauf, regionale Produkte zu kaufen, die nicht schon einen weiten Transportweg hinter sich haben. Waren aus Übersee werden meist verschifft und verursachen somit jede Menge CO2.
  • Stelle in den heißen Sommermonaten Schalen mit Trinkwasser für die Vögel und Igel auf. Die inzwischen sehr heißen Sommer machen diesen Tieren zu schaffen. Sie haben im Ökokreislauf aber wichtige Funktionen.
  • Benutze für den Kaffeegenuß außer Haus deinen eigenen Coffee-to-go-Becher.
  • Benutze umweltfreundliche Haushaltsreiniger wie zum Beispiel natürlichen Essig oder Kernseife. Essig ist ebenfalls fettlösend und hat desinfizierende Eigenschaften.
  • Viele Obst- und Gemüsesorten haben ihre eigene schützende Hülle und müssen lediglich geschält oder gewaschen werden. Das macht zusätzliche Plastikverpackungen überflüssig.
  • Reduziere deinen Fleisch- und Fischkonsum. Die meisten Meere sind bereits überfischt und Massentierhaltung verursacht jede Menge Treibhausgase und andere schädliche Effekte. Zudem geht Massentierhaltung oft mit großem Tierleid einher.

Lass in Sachen Ökologie und Nachhaltigkeit auch deine eigene Kreativität walten. Der Ansatz „Das ist doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein …“ ist nicht korrekt. Bedenke: Jedes Stück Plastik, dass du im Urlaub am Strand aufliest und entsorgst, wird nicht in einem Tiermagen landen. Jedes Steak, das du nicht isst, schont ein Tier und die Umwelt. Ebenso wie wir alle dazu beigetragen haben, Müllberge und andere umweltschädliche Faktoren zu produzieren, kann auch jeder von uns dazu beitragen, dass sich die Situation wieder bessert.

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