Neun von zehn Deutschen leiden im Laufe ihres Lebens mindestens einmal an Rückenbeschwerden – bei vielen nistet sich der Schmerz dauerhaft ein. Doch das muss nicht sein. Wir geben Tipps, wie die Schmerzen schnell wieder verschwinden.

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Es ist ein Kreuz mit dem Kreuz. Häufig ist es nur ein kurzer Ruck oder eine falsche Drehung. Schlagartig schmerzt der Rücken. Jede Bewegung tut weh. „Die Ursache für die meisten Rückenleiden sind altersentsprechende Verschleißerscheinungen“, weiß Prof. Dr. Susanne Fuchs-Winkelmann, Direktorin der Klinik für Orthopädie und Rheumatologie im Universitätsklinikum Gießen und Marburg und Mitglied im medizinischen Beirat der Central, dem Krankenversicherer der Generali Deutschland. Die Expertin weiter: „Der Verschleiß beginnt oft schon zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr. Bereits in diesem Alter können Bandscheibenvorfälle oder Verschleißerscheinungen der Bandscheiben bestehen. Durch die Ausdünnung der Bandscheiben kommt es zu einer Überbelastung der angrenzenden kleinen Wirbelgelenke. Dies wiederum führt zu einer erhöhten Anfälligkeit für ISG (Kreuzdarmbeinfugengelenk-Blockierungen) sowie einer Verminderung der Beweglichkeit.

Muskeln werden zu wenig benutzt

Zwischen 80 und 90 Prozent aller Deutschen haben im Laufe ihres Lebens wenigstens einmal mit Rückenschmerzen zu tun. „Durch die Minderbeanspruchung der Bauchmuskulatur, insbesondere bei Bürotätigkeit und wenig sportlichen Menschen, entsteht diese Problematik und führt nicht selten zu einem schneller voranschreitenden Verschleiß der kleinen Wirbelgelenke“, so Professorin Fuchs-Winkelmann. Häufig verschwinden die Schmerzen allerdings innerhalb einer Woche. 90 Prozent aller Rückenprobleme sind innerhalb von 6 Wochen von alleine wieder verschwunden.

Für eine gute Bauch- und Rückenmuskulatur sorgen

Damit es gar nicht erst soweit kommt, ist vor allem Eigeninitiative gefragt. „Patienten können Rückenbeschwerden vorbeugen, indem sie für eine gute Bauch- und Rückenmuskulatur sorgen. Insbesondere die Bauchmuskulatur ist wichtig, da sie einer Hohlkreuzentwicklung vorbeugt und damit einer Überbelastung der kleinen Wirbelgelenke und der Bandscheiben. Grundsätzlich ist zum Erhalt der Beweglichkeit auch regelmäßige Gymnastik, die alle Bewegungsrichtungen trainiert, sinnvoll“, sagt Orthopädieprofessorin Susanne Fuchs-Winkelmann

Manchmal entwickeln sich die Schmerzen aber zu einem chronischen Leiden und beeinträchtigen die Lebensqualität der Betroffenen erheblich. Jeder zehnte Rückenpatient erlebt diese Tortur. Der Schmerz wird zum Dauerzustand. Eine Therapie ist schwierig. Viel zu selten wird bei ernsthaften und andauernden Rückenschmerzen das Richtige getan: Bewegung und die Einleitung einer gezielten Schmerztherapie. Dabei gibt es längst eine Leitlinie der ärztlichen Fachgesellschaft, wie der Rückenschmerz wirksam behandelt werden kann.

Kern der Leitlinie ist vor allem die Ursachenforschung durch ein Gespräch mit dem Arzt. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Steigerung der Aktivität. Der Orthopäde ist dabei nicht der einzige Fachmann, der den Schmerz therapieren kann. Denn: Physiotherapeut, Neurologe und Psychologe und sind gegebenenfalls mit in die Diagnostik und Therapie einzubeziehen, um eine individuell passende Therapie einzuleiten. Der Fokus muss auf der Stärkung der Bauch- und Rückenmuskulatur liegen – und dem Aktivieren des Patienten. Die Central Krankenversicherung AG bietet ihren vollversicherten Kunden ein Rücken-Programm an, das genau die beiden Erfolgsrezepte Aktivität und interdisziplinäre Behandlung berücksichtigt.

Generali-Tipp: Rückenschmerzen können nicht ignoriert werden und müssen ab einer gewissen Dauer interdisziplinär behandelt werden. Wenn Sie akute Schmerzen haben, die aber nicht in Arme oder Beine ausstrahlen, sollten Sie sich möglichst normal weiterbewegen. Strahlen die Schmerzen aus oder halten diese länger an, dann gehen Sie auf jedem Fall zum Arzt. Sollte es sich um sogenannte unspezifische Rückenschmerzen handeln (ca. 80-90% der Fälle), dann hilft insbesondere eine gezielte Trainingstherapie. Bei sehr langwierigen Verläufen ggf. mit psychologischer Begleitung (Stichwort Schmerzgedächtnis). Verzichten Sie in jedem Fall auf passive Anwendungen, wie Massagen, Elektrotherapie oder Fangopackungen. Auch dauerhafte Schmerzspritzen werden das Problem nicht beheben!