Eine Erwachsenadoption wird oft vorgenommen, damit man bei der Erbschaftssteuer sparen kann. Allerdings sollte diese Möglichkeit nicht als die einzige Motivation betrachtet werden, nur um beim Gericht zu überzeugen. Im Folgenden lesen Sie, was es bei dem Adoptionsrecht eines Volljährigen zu beachten ist.

Antrag auf Erwachsenenadoption stellen

Wie auch die Adoption von Minderjährigen regelt das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) die Erwachsenenadoption. Gemäß dem Paragraph 1767 BGB gelten die gleichen Vorschriften. Insofern muss ein Antrag auch notariell beurkundet werden. Ein Familiengericht entscheidet dann über die Annahme oder Ablehnung. Der Unterschied besteht lediglich darin, dass zur Annahme eines Minderjährigen der Antrag von beiden Beteiligten gemeinsam erstellt werden muss. Ist das Adoptivkind verheiratet, dann muss der Ehegatte der Adoption zustimmen.

Diese Kriterien gelten laut Adoptionsrecht

Ein sehr wichtiges Kriterium bei der Erwachsenenadoption ist das Bestehen oder der Aufbau eines Eltern-Kind-Verhältnisses. Auf jeden Fall wird das Familiengericht einen Fokus daraufsetzen. Die Beteiligten sollten daher auch darauf vorbereitet sein, ihre Motivation darzulegen. Weitere Motive oder Hintergründe wie ein Steuervorteil oder die Annahme des Namens sind völlig legitim, sollten aber eine geringere Rolle spielen. Beispielsweise hat das Oberlandesgericht Stuttgart einen Antrag auf Adoption eines Neffen durch seine Tante abgelehnt. Der Grund war, dass der Mann noch bei seinen Eltern lebte und ein harmonisches Verhältnis zu ihnen pflegte (AZ 11 UF 316/13).

Volladoption kann beantragt werden

In der Regel gibt es bei einer Erwachsenenadoption schwache Wirkungen. Dies impliziert, dass der Volljährige mit allen rechtlichen Wirkungen das Kind des Annehmenden wird und seine Kinder auch dessen Enkelkinder werden. Allerdings gibt es kein Verwandtschaftsverhältnis zu anderen Verwandten des Annehmenden. Des Weiteren bleiben die Verwandtschaftsverhältnisse zu den leiblichen Angehörigen des Adoptierten bestehen. Damit kann er auch bis zu vier Elternteile haben.

Auf Antrag ist es laut dem Adoptionsrecht auch möglich eine Volladoption vorzunehmen. Diese hat die gleichen Auswirkungen wie eine Minderjährigen Adoption. Dadurch erlischt auch das Verwandtschaftsverhältnis des Adoptierten zu seinen leiblichen Eltern. Diese Adoption hat sehr starke Wirkungen, ist aber nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Die Voraussetzungen dazu findet man im Paragraph 1772 BGB.

Ein derartiger Fall ist die Stiefkindadoption mit der das volljährige Kind eines Ehegatten angenommen wird. Die Volladoption ist nach Adoptionsrecht auch möglich, wenn der Anzunehmende bereits als Minderjähriger in der Familie des Annehmenden gelebt hat.

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